Nairobi - Suchtrupps kämpfen sich durch das Regenwaldgebiet am Rande des Mount Kenia. Trotz schlechter Witterung und Gefahr durch wildlebende Leoparden haben sie sich zu der Klippe durchgeschlagen, wo sie aus der Luft an Bäumen hängend das Wrack eines ugandischen Militärhubschraubers entdeckt hatten. Die ausgebrannten Überreste eines weiteren Hubschraubers konnten Helfer in der Nähe ausmachen.
Nach Angaben von Kenias Oberbefehlshaber Julius Karangi haben die Suchtrupps bisher zwei Soldaten tot geborgen. Ein Sprecher des ugandischen Militärs sagte, es werden noch mindestens 14 Soldaten vermisst. Ein dritter Hubschrauber konnte kurz vor dem Absturz einen Notruf mit seiner Position absetzen, seine siebenköpfige Besatzung wurde bereits am Montag gerettet, mindestens ein Soldat wurde schwer verletzt.
Das ugandische Militär macht das schlechte Wetter für das Unglück verantwortlich: Die Hubschrauber seien bei dem Versuch notzulanden verunglückt, so ein Sprecher. Die genaue Absturzursache der drei in Russland gebauten Hubschrauber vom Typ MI-24 ist jedoch weiter unklar, auch ein technischer Defekt kann nicht ausgeschlossen werden. Ein Transporthubschrauber vom Typ MI-17, der den Konvoi begleitete, landete unbeschadet in der Stadt Garissa im Osten Kenias, wo ein Tankstopp vorgesehen war. Der Pilot gab an, am Mount Kenia plötzlich den Funkkontakt zu seinen Kameraden verloren zu haben.
Die vier Helikopter waren nach offiziellen Angaben am Sonntag von der ugandischen Stadt Entebbe aufgebrochen, um die Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) im Kampf gegen die islamistische Schabab-Miliz in Somalia zu unterstützen. Nachdem die Hubschrauber vom Radar verschwunden waren, hatte es auch Spekulationen um einen möglichen Angriff gegeben.
2010 hatte die Schabab-Miliz einen Selbstmordanschlag in der ugandischen Hauptstadt Kampala, bei dem über 70 Menschen starben. Uganda hat 6500 Soldaten in den Kampf gegen die Schabab-Miliz entsandt und stellt damit rund ein Drittel der AU-Truppen.
jls/APD/dpa
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