Vermögen beschlagnahmt: Richter lösen Mubarak-Partei auf

Rund 30 Jahre lang beherrschte sie das Land, nun wird die Partei von Husni Mubarak aufgelöst. Damit besiegelt Ägypten die Ära des Ex-Präsidenten - und erfüllt eine Kernforderung der Opposition.

Gestürzter Präsident Mubarak: Parteizentrale wird Staatseigentum Zur Großansicht
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Gestürzter Präsident Mubarak: Parteizentrale wird Staatseigentum

Kairo - Wenige Tage nach der Festnahme von Husni Mubarak hat ein Verwaltungsgericht in Kairo die Auflösung der früheren Regierungspartei des ägyptischen Ex-Präsidenten angeordnet. Zudem solle das Vermögen der Nationaldemokratischen Partei (PND) beschlagnahmt werde, hieß es am Samstag aus Justizkreisen. "Ihr Hauptsitz und ihre Gebäude werden der Regierung übereignet."

Die PND hatte seit den Massenprotesten vom Jahresbeginn und dem Sturz Mubaraks am 11. Februar versucht, ihr politisches Überleben zu sichern. Viele ihrer Funktionäre sahen sich nach dem Umsturz in dem nordafrikanischen Land jedoch mit Korruptionsermittlungen konfrontiert oder wurden bereits festgenommen. Unter Mubarak war die PND etwa 30 Jahre lang an der Macht. Ihre Auflösung gehörte zu den wichtigsten Forderungen der ägyptischen Protestbewegung.

Mubarak selbst war am Mittwoch in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen ihn wird wegen des gewaltsamen Vorgehens von Sicherheitskräften gegen Demonstranten ermittelt. Einen Tag zuvor hatte Mubarak bei einem Verhör offenbar einen Herzinfarkt erlitten. Der 82-Jährige hält sich seither zusammen mit seiner Frau Suzanne in einem Zivilkrankenhaus in Scharm al-Scheich auf.

dab/dapd/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Pnd?
Silicondude 16.04.2011
Die allgemein bekannte Abkürzung des Namens der Nationaldemokratischen Partei, in Ägypten selbst oft mit der englischen Version "National Democratic Party" bezeichnet, ist NDP und nicht PND...! Da der "Tippfehler" mehrfach auftaucht, gehe ich von Unkenntnis auf Seiten des Autors aus... schade.
2. woher denn bitte pnd?
youcy 16.04.2011
danke :D richtig ndp und nicht pnd
3. Ära Mubarak
cyberwatch1 16.04.2011
Nun denn,die neue Ära fängt auch mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen und Gefängnis an. Jede Revolution sehnt sich erstmal nach Rache.In diesem Fall sind die Militärs die Autoritäten die dem Volk quasi "Genugtuung"verschaffen aber Jahrzehntelang auch die Nutznießer des Systems Mubarak waren,ob der nun gut od. schlecht war ,sei dahingestellt, denn diese Länder sind schwer regierbar da sollte man sich nichts vormachen.Es werden neue Gesichter auftauchen aber ändern wird sich nicht viel !
4. .
jhartmann 16.04.2011
Zitat von cyberwatch1Nun denn,die neue Ära fängt auch mit Verhaftungen und Beschlagnahmungen und Gefängnis an. Jede Revolution sehnt sich erstmal nach Rache.In diesem Fall sind die Militärs die Autoritäten die dem Volk quasi "Genugtuung"verschaffen aber Jahrzehntelang auch die Nutznießer des Systems Mubarak waren,ob der nun gut od. schlecht war ,sei dahingestellt, denn diese Länder sind schwer regierbar da sollte man sich nichts vormachen.Es werden neue Gesichter auftauchen aber ändern wird sich nicht viel !
So etwas wie eine Eevolution hat es in Ägypten bisher noch nicht gegeben, und die Protestierenden gehören zu den Opfern der Willkürgewallt des Militärs, also kann von "Rache der Revolution" keine Rede sein. Es hat sich lediglich ein Teil des alten Regimes (die Generäle) seiner Konkurrenz (Gamal Mubarak und dessen zivile Freunde) entledigt.
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Ägypten: Wer kommt nach dem Pharao?

Fläche: 1.002.000 km²

Bevölkerung: 81,121 Mio.

Hauptstadt: Kairo

Staatsoberhaupt:
Abd al-Fattah al-Sisi

Regierungschef: Ibrahim Mahlab

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