Vernichtete Videobänder: Ex-CIA-Agent rechtfertigt Folter
Ein früherer Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA hat den Einsatz brutaler Verhörmethoden verteidigt. Das sogenannte Waterboarding habe den al-Qaida-Verdächtigen Abu Subeida nach 35 Sekunden zum Sprechen gebracht. Menschenrechtler stufen die Methode als Folter ein.
Washington - John Kiriakou ist Pensionär. In seinem Berufsleben war er wenig zimperlich - als CIA-Agent kein Wunder. Nun hat er sich aus dem Ruhestand in die Diskussion über die Vernichtung von Verhörvideos durch seinen früheren Arbeitgeber eingeschaltet. In einem Interview mit dem TV-Sender ABC rechtfertigte er die umstrittene Methode des sogenannten Waterboarding. Die Methode, bei der der Verhörte das Gefühl hat zu ertrinken, sei notwendig und führe zu wichtigen Informationen.
CIA-Hauptquartier in Langley: Behördenchef Hayden muss heute vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen
Menschenrechtsorganisationen und eine Reihe führender US-Politiker stufen die Praxis als Folter ein. Dabei wird der zu Verhörende kopfüber unter Wasser getaucht und glaubt, ertrinken zu müssen. Das Waterboarding gehört zu den Foltermethoden, die keine körperlichen Spuren hinterlassen.
Wegen der Vernichtung der Verhörvideos soll CIA-Chef Michael Hayden heute vor dem Geheimdienstausschuss des Senats Rede und Antwort stehen. Das US-Justizministerium hatte am Wochenende Vorermittlungen eingeleitet. Laut Hayden sollte die Vernichtung des Materials Ermittler vor Racheakten schützen, die sich anhand der Filme identifizieren ließen. Die Demokraten im US-Kongress mutmaßen, die CIA habe damit Beweise möglicher Misshandlungen oder gar Folter der Befragten vertuschen wollen.
ler/AFP
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