Bagdad - Ein irakisches Gericht hat den als "Chemie-Ali" bekannten Cousin des früheren Machthabers Saddam Hussein erneut zum Tode verurteilt. Ali Hassan al-Madschid sei wegen seiner Rolle bei einem Gasangriff für schuldig befunden worden, bei dem 1988 rund 5000 Kurden getötet wurden, wie ein Gerichtssprecher am Sonntag mitteilte. Der frühere Verteidigungsminister Sultan Haschem sei wegen des Angriffs in der Kurdenstadt Halabdscha zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.
Es ist bereits das vierte Todesurteil für Madschid: Im Juni 2007 wurde er wegen seiner Verantwortung für eine Militäroffensive gegen Kurden von Februar bis August 1988 ebenfalls zum Tode verurteilt. Weitere Todesstrafen erhielt er im Dezember 2008 wegen der Niederschlagung eines Schiitenaufstands nach dem Golfkrieg 1991 und für seine Beteiligung an der Ermordung und Vertreibung schiitischer Muslime 1999.
Im ersten Golfkrieg 1991 war er Gouverneur im vom Irak annektierten Kuwait. Nach dem Krieg war er für die Niederschlagung des schiitischen Aufstands in Basra verantwortlich. In den neunziger Jahren wurde Madschid Innen- und Verteidigungsminister, kurz vor dem Einmarsch der alliierten Truppen 2003 wurde er zum Oberbefehlshaber im Südirak ernannt. Fünf Monate nach der Invasion des Irak, im August 2003, wurde er verhaftet.
ore/Reuters/apn
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Ali Hassan al-Madschid ("Chemie-Ali") | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH