China: Verwirrung um Bruder des Bürgerrechtlers Chen

Einen Tag lang hatte seine Familie verzweifelt nach ihm gesucht - am Abend gab der Anwalt von Chen Guangfu Entwarnung: Der Bruder des blinden Aktivisten Chen Guangchen ist zurück in seinem Heimatdorf. Er war aus dem Hausarrest geflohen, um sich für seinen inhaftierten Sohn einzusetzen.

Peking - Erst vor wenigen Tagen floh Chen Guangfu aus dem Hausarrest der chinesischen Behörden nach Peking - nun ist der Bruder des blinden Bürgerrechtlers Chen Guangcheng offenbar in sein Dorf zurückgekehrt. Zuvor hatte sein Anwalt Liu Weiguo mitgeteilt, Chen Guangfu sei verschwunden.

Der älteste Bruder des bekannten chinesischen Aktivisten stand nach Angaben seiner Anwälte schon seit zwei Jahren unter strengem Hausarrest in seinem Heimatdorf Dongshigu im Osten Chinas. Vor wenigen Tagen war er jedoch nach Peking geflohen, nach eigenen Angaben, um sich um rechtliche Hilfe für seinen Sohn zu bemühen, der vor kurzem wegen versuchten Mordes angeklagt wurde.

Am Freitagabend kehrte Chen jedoch nach Angaben seines Anwalts Liu nicht in sein Hotel zurück. Auch am Samstag blieb er demnach verschwunden. Am Abend gab Liu jedoch Entwarnung: "Bruder Fu ist zu Hause" - Chen sei in sein Dorf zurückgekehrt.

Seinem Sohn wird vorgeworfen, mit Messern gegen mehrere Polizisten vorgegangen zu sein. Diese waren in sein Haus eingedrungen - einen Tag, nachdem die Behörden festgestellt hatten, dass sich Bürgerrechtler Chen Guangcheng auf der Flucht befand.

Seit der bekannte Aktivist Ende April in einer spektakulären Aktion selbst aus seinem bewachten Haus geflohen ist, berichten er und seine Familie über Repressalien. Chen Guangcheng hatte sich in die US-Botschaft in Peking zurückgezogen, vor wenigen Tagen reiste er in die USA aus.

Die Familie des Bürgerrechtlers sieht die Anklage als Teil einer Racheaktion der Behörden. Chen Guangfu hatte vor wenigen Tagen Repressalien der Behörden gegen seine Familie beklagt. Auch Chen Guangcheng hatte nach seiner Flucht die Sorge geäußert, dass seine Familie ins Visier der chinesischen Behörden rücken könnte.

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insgesamt 2 Beiträge
laolu 27.05.2012
Der Fall Chen hat im Westen soviel Aufmerksamkeit erregt, daß sich "das Regime" in Beijing mit großer Wahrscheinlichkeit selbst um den Fall kümmern wird. Damit ist er (der Fall) aus der Manipulierbarkeit durch lokale [...]
Der Fall Chen hat im Westen soviel Aufmerksamkeit erregt, daß sich "das Regime" in Beijing mit großer Wahrscheinlichkeit selbst um den Fall kümmern wird. Damit ist er (der Fall) aus der Manipulierbarkeit durch lokale Provinzfürsten genommen, und ich bin absolut sicher, daß es dort zu einer nachprüfbaren rechtlichen Aufarbeitung kommen wird. Wenn man sich irgendwo auf der Welt mit einem Messer (einem chinesischen dazu, die benutzen bevorzugt Hackebeile in diesem Teil der Welt) dem Zugriff durch die Polizei widersetzt, bekommt man in der Regel Probleme. Warten wir mal ab, was die Ermittlungen in diesem Fall ergeben, und fallen wir nicht auf jede neue Hurrameldung der Agenturen rein, wenn wieder mal ein Anwalt des "Freiheitskämpfers" etwas zu sagen hatte.
strayboy 27.05.2012
Also, ich glaube 80% Prozent der Geschichte und hat meiner Schätzung nach bis jetzt 20 000 Dollar von verschiedenen Medien für seine Geschichte bekommen. Sie mögen natürlich meine Schätzung anzweifeln, aber was irgendwelche dieser [...]
Also, ich glaube 80% Prozent der Geschichte und hat meiner Schätzung nach bis jetzt 20 000 Dollar von verschiedenen Medien für seine Geschichte bekommen. Sie mögen natürlich meine Schätzung anzweifeln, aber was irgendwelche dieser Zahlen mit den Gründen von Chens Verhaftung zu tun? Warum ist ihnen der Verdacht, dass er möglicherweise von Medien für seine Interviews und Geschichten bezahlt wird wichtiger als die Hintergründe seiner Verhaftung? Sie versuchen jetzt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit zu schaffen. Warum? Er hat enorme Missstände aufgedeckt und ist dafür in einem manipulierten Prozess zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Und nach der Haftentlassung werden er und sei e Familie weiter schikaniert. Um dieses Thema sollte es hier gehen . Ob alle Taten Chens engelsgleich sind, ist völlig nebensächlich. Alles was sie hier machen läuft auf eine "character assassination" hinaus.
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  • Samstag, 26.05.2012 – 20:58 Uhr
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Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

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