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Streit über Flüchtlingsquote: Orbán beklagt sich über "aggressiven" Ton Deutschlands

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DPA

Orbán: "Wir betteln bei Erdogan"

Viktor Orbán attackiert im Streit über die Flüchtlingspolitik die Deutschen. Ungarns Premier nennt deren Ton "schroff, grob und aggressiv".

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat sich in der Flüchtlingskrise über Äußerungen aus Deutschland beklagt. Bei der Debatte sei "der Ton aus der Bundesrepublik heute schroff, grob und aggressiv", sagte er der "Bild"-Zeitung. Ungarn sei den Deutschen aber nichts schuldig und werde ihnen "nicht alles nachmachen. Die deutsche Flüchtlingspolitik ist nicht alternativlos."

Die Vereinbarungen zwischen der Türkei und der EU bedrohten die Sicherheit Europas, wetterte Orbán. "Wir betteln bei Herrn Erdogan - im Gegenzug für Geld und Versprechungen - demütig um Sicherheit für unsere Grenzen, weil wir uns nicht schützen können", sagte er mit Blick auf den türkischen Staatschef. Diese Politik mache "Europas Zukunft und Sicherheit abhängig vom Wohlwollen der Türkei".

Die Türkei ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg in die EU. Ein Aktionsplan mit der EU sieht unter anderem vor, dass Ankara drei Milliarden Euro zur Versorgung syrischer Flüchtlinge erhält und dafür den Kampf gegen Schleuser in der Ägäis verstärkt.

Orbán hatte am Mittwoch verkündet, er wolle die Bürger seines Landes über die von der EU beschlossenen Quoten zur Verteilung von 160.000 Flüchtlingen abstimmen lassen. Ein Nein zur Aufnahme von Flüchtlingen gilt in Budapest als sicher.

als/dpa

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Fläche: 93.024 km²

Bevölkerung: 9,849 Mio.

Hauptstadt: Budapest

Staatsoberhaupt:
János Áder

Regierungschef: Viktor Orbán

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