Autobomben: Anschlagserie erschüttert Irak

Eine neue Welle der Gewalt erschüttert den Irak. Attentäter verübten mindestens 15 Anschläge, Dutzende Menschen wurden getötet, mehr als hundert verletzt. Vertreter der Arabischen Liga fürchten um ihre Sicherheit beim Gipfel in Bagdad.

Bagdad - Anschläge sind im Irak schon fast grausamer Alltag. Doch solch eine blutige Serie von Attentaten hat das Land selten erlebt. Innerhalb weniger Stunden ereigneten sich etliche Bombenexplosionen und Selbstmordattentate - nach derzeitigem Stand mindestens 15. Dabei starben 39 Menschen, 188 wurden verletzt.

Die schwersten Explosionen ereigneten sich in Kerbala, einer den Schiiten heiligen Stadt. Allein hier kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, 48 wurden verletzt, berichteten Polizisten und Ärzte. Unter den Toten waren demnach auch zwei iranische Pilger.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk detonierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Autobomben, bei einer Bombenexplosion starben allein sieben Menschen in der Nähe einer Polizeistation. In der Hauptstadt Bagdad sprengte sich ein Autofahrer in der Luft und tötete drei Menschen. Auch in Baidschi, Hilla, Samarra, Tus Churmato, Dakuk und Dhuluija kam es zu Detonationen. In Mahmudija südlich der Hauptstadt explodierte eine Bombe am Straßenrand in einem Geschäftsviertel.

Das Land erlebt nach dem Abzug der letzten US-Truppen im vergangenen Dezember eine schwere politische Krise, die von Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten geprägt ist. Die Zahl der Anschläge hat seitdem zugenommen.

Zwar hat die Gewalt seit der Hochphase der religiösen Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten 2006 und 2007 nachgelassen. Aber nach wie vor kommt es im Irak regelmäßig zu Anschlägen.

Die Taten vom Dienstag könnten mit dem Gipfel der Arabischen Liga zusammenhängen, der in der kommenden Woche in Bagdad stattfindet. Es ist das erste derart hochrangige Treffen in der irakischen Hauptstadt seit mehr als 20 Jahren. Die Regierung des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki hat nach lokalen Medienberichten rund 450 Millionen Dollar in die Vorbereitung des Treffens inklusive Sicherheits- und Infrastrukturmaßnahmen investiert. Allerdings gibt es unter den Vertretern der Arabischen Liga Zweifel, ob die Regierung in der Lage ist, für den notwendigen Schutz der Teilnehmer zu sorgen.

ler/dpa/AFP/Reuters

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1. .
Alkyone 20.03.2012
Zitat von sysopEine neue Welle der Gewalt erschüttert den Irak. Attentäter verübten mindestens 15 Anschläge, Dutzende Menschen wurden getötet, mehr als hundert verletzt. Vertreter der Arabischen Liga fürchten um ihre Sicherheit beim Gipfel in Bagdad. Autobomben: Attentäter überziehen Irak mit Anschlagserie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,822416,00.html)
Leider wird wieder nicht richtig Bericht erstattet. Sunnitische Extremisten überziehen den Irak mit Anschlagsserien und töten Schiiten. Die Gelder erhalten diese Extremisten von den Saudi auch dies ist bekannt, jedoch werden solche Wahrheiten gerne verschwiegen, denn die Saudi sind ja die Guten.
2. Tja....
pennywise_the_clown 20.03.2012
Zitat von sysopEine neue Welle der Gewalt erschüttert den Irak. Attentäter verübten mindestens 15 Anschläge, Dutzende Menschen wurden getötet, mehr als hundert verletzt. Vertreter der Arabischen Liga fürchten um ihre Sicherheit beim Gipfel in Bagdad. Autobomben: Attentäter überziehen Irak mit Anschlagserie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,822416,00.html)
Tja, da sieht man mal wieder was passiert, wenn man ungefragt Ronald Mc. Donald, Coke & Demokratie in ein Land bringt und dann halbverrichteter Dinge abzieht. Das gleiche wird in Afganistan passieren und im Iran (der steht ja als nächstes Ziel des Kreuzzuges ja fest). Man könnte fast den Eindruck gewinnen, man WILL Bürgerkriege und Chaos in diese Länder bringen, damit diese mit sich selber beschäftigt sind - aber das kann nicht stimmen. Denn der Westen ist ja der Edele.
3. Gesicherte Erkenntnis?
panzerknacker51 20.03.2012
Zitat von AlkyoneLeider wird wieder nicht richtig Bericht erstattet. Sunnitische Extremisten überziehen den Irak mit Anschlagsserien und töten Schiiten. Die Gelder erhalten diese Extremisten von den Saudi auch dies ist bekannt, jedoch werden solche Wahrheiten gerne verschwiegen, denn die Saudi sind ja die Guten.
Denkbar wäre Ihre These ja durchaus; allerdings wäre es gut, wenn man eine solche Aussage auch ein wenig untermauern könnte ...
4. ............
lupenrein 20.03.2012
Zitat von pennywise_the_clownTja, da sieht man mal wieder was passiert, wenn man ungefragt Ronald Mc. Donald, Coke & Demokratie in ein Land bringt und dann halbverrichteter Dinge abzieht. Das gleiche wird in Afganistan passieren und im Iran (der steht ja als nächstes Ziel des Kreuzzuges ja fest). Man könnte fast den Eindruck gewinnen, man WILL Bürgerkriege und Chaos in diese Länder bringen, damit diese mit sich selber beschäftigt sind - aber das kann nicht stimmen. Denn der Westen ist ja der Edele.
Vorher Terror im Irak durch den Diktator, jetzt nach 'Befreiung'. Terror durch Religiöse. Wo ist da der Unterschied ? Und wie oben erwähnt, nach Abzug der Militärs erneut terror durch Taliban, also auch wieder Religiöse. Und was sind 'christliche ' Kreuzzüge ? Auch religiös motiviert ? Das Unheil, das Religiöse seit Menschengedenken auf der Welt angerichtet haben, ist durch nichts zu übertreffen....
5. Es ist aber letztendlich das Resultat
intenso1 20.03.2012
Zitat von AlkyoneLeider wird wieder nicht richtig Bericht erstattet. Sunnitische Extremisten überziehen den Irak mit Anschlagsserien und töten Schiiten. Die Gelder erhalten diese Extremisten von den Saudi auch dies ist bekannt, jedoch werden solche Wahrheiten gerne verschwiegen, denn die Saudi sind ja die Guten.
Es ist aber letztendlich das Resultat einer verfehlten Politik der USA. Wer Krieg beginnt ist auch für die Zeit nach dessen Beendigung verantwortlich und zuständig. Der Irak und Afghanistan zeigt, dass in beiden Fällen kein Plan vorlag für die Zeit danach. Die Länder leben jetzt im Chaos und werden dieses sicherlich noch über Jahrzehnte. Solange bis wider ein Diktator? die Macht an sich reist und für (Friedhofs) Ruhe sorgt.
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Regierungschef: Nuri al-Maliki

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