Hanoi - Bürgerrechtler in Vietnam sprechen vom größten politischen Prozess seit Jahren: 22 Aktivisten haben angeblich die kommunistische Regierung provoziert und müssen sich vor Gericht im Süden des Landes verantworten.
Die Gruppe ist staatlichen Medien zufolge angeklagt, regierungskritische Papiere verbreitet zu haben. In der Anklage ist es so formuliert: Die Dissidenten hätten Misstrauen gegen die Kommunistische Partei säen und andere zum Sturz der Regierung anstacheln wollen. Sie sind zudem angeklagt, Mitglieder einer politischen Organisation zu sein und dafür Geld aus dem Ausland erhalten zu haben.
Nguyen Tan Xe, der Vater eines Aktivisten, sagte dem vietnamesischen Dienst von Radio Free Asia, die Organisation Hoi Dong Cong An Bia Son setze sich lediglich für Moral und gute zwischenmenschliche Beziehungen ein. Die Gruppe wurde in den sechziger Jahren als religiöse Vereinigung gegründet. Die Kommunisten lösten sie nach dem Fall von Saigon - später in Ho Chi Minh City umbenannt - im Jahr 1975 auf.
Das Gericht in der Stadt Phu Yen wollte innerhalb von fünf Tagen ein Urteil fällen, sagte ein Sprecher.
Vietnam geht seit Monaten verschärft gegen Dissidenten vor. Vor wenigen Wochen wurden 14 Aktivisten zu Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt.
kgp/dapd/dpa
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