Rede zur Lage der Nation Orbán erklärt Ungarn zur letzten Bastion gegen "Islamisierung" Europas

"Der Westen wird fallen": Viktor Orbán hat in einer Rede zur Lage der Nation nationalistische und fremdenfeindliche Parolen verbreitet. Ungarns Regierungschef will im April wiedergewählt werden.

Viktor Orbán
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Viktor Orbán hat seine Rede zur Lage der Nation genutzt, um gegen Migration und Flüchtlinge zu polemisieren. "Dunkle Wolken liegen wegen der Einwanderung über Europa", sagte Ungarns Regierungschef. "Nationen werden aufhören zu existieren, der Westen wird fallen, während Europa nicht einmal bemerken wird, dass es überrannt wurde."

Der Ministerpräsident warnte davor, dass europäische Großstädte schon bald eine überwiegend muslimische Bevölkerung haben könnten. Der Opposition warf er vor, "die Zeichen der Zeit" nicht zu erkennen. Sie sei "in einer hoffnungslosen Position", weil sie den ungarischen Grenzzaun abgelehnt und die Regierung im Streit mit der EU um die Aufnahme von Flüchtlingen nicht unterstützt habe.

Der Westen habe "den Weg zum Niedergang der christlichen Kultur und der muslimischen Expansion geöffnet", sagte er nach Angaben des "Guardian".

Nationalistische und fremdenfeindliche Parolen

Seine Regierung hingegen gehe gegen die "Islamisierung" vor und habe mit den Grenzmaßnahmen verhindert, dass "die islamische Welt uns vom Süden her überflutet". Das Publikum schwenkte ungarische Flaggen. Auf dem Podium stand die Parole "Für uns, Ungarn zuerst".

Orban ist bekannt für seine harte Haltung gegen Einwanderer. Mit der EU streitet er über die von der Mehrheit der Mitgliedstaaten unterstützte Umverteilung von Flüchtlingen.

Der 54-jährige Chef der nationalkonservative Fidesz-Partei bewirbt sich bei der Parlamentswahl im April für eine dritte Amtszeit. In Umfragen kommt Fidesz derzeit auf rund 50 Prozent, während die stärkste Oppositionspartei Jobbik bei weniger als 20 Prozent der bereits entschlossenen Wähler liegt. Vor vier Jahren hatte die Fidesz-Partei bei der Parlamentswahl noch eine Dreiviertelmehrheit geholt.

dop/AFP

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