Virtuelle Atommächte: Träume von der Bombe

Von Ulrike Putz, Beirut

Viele Staaten haben atomare Ambitionen: Die einen wollen Kernenergie gewinnen, andere träumen von der Bombe. Die Grenzen sind fließend, denn Know-How und Material zum Betrieb von AKW können auch zum Bau von Nuklearwaffen verwendet werden. Ein Überblick über die Möchtegern-Atomstaaten.

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Libyens Staatschef Gaddafi: Der Diktator beugte sich dem Druck des Westens

"Alle Programme, die Uran anreichern oder Plutonium wiederaufarbeiten, geben den Betreibern die 'Break-Out-Capability'", sagt Götz Neuneck, stellvertretender Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg. "Staaten, die solche Programme betreiben und das nötige Wissen haben, können theoretisch aus der reinen Energiegewinnung ausscheren und den Bau einer Bombe versuchen."

Der damals amtierende Generaldirektor der Atomaufsichtsbehörde IAEA, Mohammed ElBaradei, warnte 2009, von solch "virtuellen Atommächte" gehe die größte Gefahr aus, dass Atomwaffen weiterverbreitet würden. Schon bald könne es 10 bis 20 Länder geben, die in der Lage wären, in relativ kurzer Zeit Nuklearsprengköpfe zu produzieren, warnte ElBaradei. Dazu gehören:

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insgesamt 384 Beiträge
Arg-US 09.04.2010
Das wäre wünschenswert, doch es steht zu befürchten, dass sich de facto überhaupt nichts an der essentiellen Gefährdung der Menschheit ändern wird. Beide Staaten verfügen trotz der „Begrenzung der Atomarsenale“ immer noch über [...]
Zitat von sysopVor historischer Kulisse haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Medwedew in Prag ein neues Abkommen zur Begrenzung der Atomarsenale beider Länder unterzeichnet. Obama nannte die Vereinbarung einen "wichtigen Meilenstein". Ist die Abrüstung wieder eine realistische Vision?
Das wäre wünschenswert, doch es steht zu befürchten, dass sich de facto überhaupt nichts an der essentiellen Gefährdung der Menschheit ändern wird. Beide Staaten verfügen trotz der „Begrenzung der Atomarsenale“ immer noch über ein mehrfaches atomares Overkillpotential. Außerdem hat Obama durchblicken lassen, dass die USA stattdessen ihre konventionelle Rüstung aufstocken wollen, obwohl sie bisher schon für Rüstung und Militär alleine mehr ausgeben als die nächsten zehn größten Rüstungsetats anderer Staaten zusammen. Es wird keine Wende in der aggressiven Weltpolitik der USA herbeiführen, denn es findet kein grundsätzliches Umdenken statt und der modus operandi bleibt der alte!
Palmstroem 09.04.2010
Warum, wird die Kalaschnikow verboten?
Zitat von sysopVor historischer Kulisse haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Medwedew in Prag ein neues Abkommen zur Begrenzung der Atomarsenale beider Länder unterzeichnet. Obama nannte die Vereinbarung einen "wichtigen Meilenstein". Ist die Abrüstung wieder eine realistische Vision?
Warum, wird die Kalaschnikow verboten?
Arg-US 09.04.2010
Die ist noch weltweit im Einsatz und wird wohl noch auf Weiteres gebraucht werden! Atombomben kamen genau genommen – trotz der darauf verschwendeten Billionen Dollars - nur zweimal zum Kriegseinsatz auf wehrlose zivile [...]
Zitat von PalmstroemWarum, wird die Kalaschnikow verboten?
Die ist noch weltweit im Einsatz und wird wohl noch auf Weiteres gebraucht werden! Atombomben kamen genau genommen – trotz der darauf verschwendeten Billionen Dollars - nur zweimal zum Kriegseinsatz auf wehrlose zivile Großstädte und das eigentlich nur als zynischer Feldversuch unter Realbedingungen. Unschuldige Menschen degradiert zu hilflosen Versuchskaninchen! ---Zitat--- Der Mensch hat die Atombombe erfunden. Keine Maus der Welt käme auf die Idee, eine Mausefalle zu konstruieren. - Werner Mitsch ---Zitatende--- Er hat keine Kosten gescheut, diese nuklearen Waffen zu vermehren und zu vervollkommnen, so dass er jetzt auf die alten und obsoleten gut verzichten kann. Der Gipfel der Heuchelei besteht wohl darin, dass man dieses Ausmustern von Atomschrott als „Begrenzung der Atomarsenale“ demagogisch geschickt darzustellen versucht, weil die Unterhaltung unnötige Kosten verursachte.
ambergris 09.04.2010
Spannend wird Abrüstung erst da, wo zwei Nationen freiwillig eine militärische Option aufgeben. Auch nach dem Abkommen haben die USA und Russland die Möglichkeiten, die Welt in Grund und Boden zu bomben.
Spannend wird Abrüstung erst da, wo zwei Nationen freiwillig eine militärische Option aufgeben. Auch nach dem Abkommen haben die USA und Russland die Möglichkeiten, die Welt in Grund und Boden zu bomben.
Antje Technau 09.04.2010
Obama nannte als Ziel eine atomwaffenfreie Welt. Israel verweigert sich dieser Vision und Netanjahu kommt nicht zu der von Obama einberufenen Konferenz: Binyamin Netanyahu pulls out of Washington nuclear weapons summit [...]
Zitat von sysopVor historischer Kulisse haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Medwedew in Prag ein neues Abkommen zur Begrenzung der Atomarsenale beider Länder unterzeichnet. Obama nannte die Vereinbarung einen "wichtigen Meilenstein".
Obama nannte als Ziel eine atomwaffenfreie Welt. Israel verweigert sich dieser Vision und Netanjahu kommt nicht zu der von Obama einberufenen Konferenz: Binyamin Netanyahu pulls out of Washington nuclear weapons summit (http://www.guardian.co.uk/world/2010/apr/09/netanyahu-snubs-nuclear-weapons-summit) Präsident Obamas Reaktion auf diesen Affront durch Israel wird zeigen, wie ernst es Obama mit seinem Plan ist. Oder ob seine "atomwaffenfreie Welt" sich nur auf Staaten wie den Iran bezieht. ---Zitat--- Ist die Abrüstung wieder eine realistische Vision? ---Zitatende--- Wie die Vorredner schon sagten: außer Atombomben gibt es noch genug andere Waffen, mit denen die USA und andere Länder die Welt zerstören können. Auch diese Waffen müssten verschwinden, wenn man dafür sorgen wollte, dass Menschen nicht mehr zu Millionen in Kriegen sterben sollen.
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  • Montag, 12.04.2010 – 11:39 Uhr
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Geschichte der Abrüstung
Nach dem Schock der Kuba-Krise 1962 versuchten die Großmächte, mit Verträgen die Gefahr eines Atomkriegs zu verringern. Die wichtigsten Abkommen - klicken Sie auf die Überschriften...

Atom-Abrüstung: Die Verträge der USA und Russlands
In den Start-Abkommen haben Russland und die USA eine nukleare Abrüstung vereinbart. Die Abkürzung Start steht für Strategic Arms Reduction Treaty (Vertrag zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen).

Der Start-I-Vertrag wurde 1991 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossen. Nach der allseitigen Ratifizierung trat er im Dezember 1994 in Kraft. Die Vertragsparteien vereinbarten, die Bestände der weitreichenden Systeme (über 5000 Kilometer) um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent zu verringern - auf etwa 8500 amerikanische und rund 7000 sowjetische Sprengköpfe. Der Vertrag ist am 5. Dezember 2009 ausgelaufen.




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