Vor Friedensgesprächen Südsudans Rebellen erobern Schlüsselstadt Bor

An Neujahr wollen Vertreter der Rebellen und der Regierung zu Friedensgesprächen zusammenkommen - doch jüngste Meldungen zeigen, wie verfahren die Situation im Südsudan ist: Die Gegner von Präsident Salva Kiir haben eine wichtige Stadt eingenommen.

Soldaten in Juba: Kämpfe im Sudan halten an
REUTERS

Soldaten in Juba: Kämpfe im Sudan halten an


Juba - Kurz vor geplanten Friedensgesprächen haben die Rebellen im Südsudan nach offiziellen Angaben die Kontrolle über eine Schlüsselstadt in dem bürgerkriegsbedrohten Land übernommen. "Ja, sie haben Bor eingenommen", sagte der Bürgermeister der Hauptstadt des Bundesstaats Jonglei, Nhial Majak Nhial, der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Regierungstruppen hätten sich nach Ausbruch von Kämpfen am frühen Morgen aus taktischen Gründen zurückgezogen und befänden sich in einer Kaserne drei Kilometer südlich von Bor.

Am Dienstag hatten Vermittler erklärt, Rebellen und die Regierung hätten sich auf eine Feuerpause verständigt. Die Afrikanische Union hatte den Konfliktparteien mit Sanktionen gedroht, sollten sie die internationalen Friedensbemühungen behindern. Auch der US-Sondergesandte Donald Booth rief die Kontrahenten in Juba auf, die Militäraktionen zu stoppen und "damit den Verhandlungen ein paar Tage Zeit zu lassen".

Für den Neujahrstag wurden Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba angesetzt, zu denen Vertreter beider Seiten erwartet wurden.

Im Südsudan toben seit mehreren Wochen Kämpfe. Hintergrund des Konflikts ist ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und dem von ihm entlassenen ehemaligen Stellvertreter Riek Machar, die rivalisierenden Volksgruppen angehören. Mehr als tausend Menschen wurden bislang getötet, etwa 200.000 Menschen sind vor der Gewalt geflohen. Der Südsudan ist erst seit 2011 unabhängig. Damals spaltete sich das ölreiche Land mit seinen 10,8 Millionen Einwohnern vom Sudan ab.

bim/dpa/Reuters/AP



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ihawk 01.01.2014
1. Sudan - Zerrbild unserer Zukunft
Machen wir nicht den Fehler und blicken verächtlich auf den Sudan. Hier wird uns der Spiegel vorgehalten wohin Brachialkapitalismus und Ausbeutung führt. Wer glaubt, dass uns das nicht passieren kann, sollte mal zum "Augenarzt" gehen, soweit er/sie sich noch die rosa Brille leisten kann. Unsere Bundeskanzlerin hat die Wahlen nur gewonnen, weil sie das Wahlvolk massiv belogen hat. Ihren verfassungsgemäßen Auftrag kommt sie jedenfalls nicht nach.
coisalouca 01.01.2014
2. Sudan
"Hier wird uns der Spiegel vorgehalten wohin Brachialkapitalismus und Ausbeutung führt." Richtig. Und eine jahrhundertelange katastrophale Kolonialpolitik. Dazu noch ein religiöser Konflikt, und die giesskannenmäßige Entwicklungshilfe ohne Sinn und Verstand......und schon haben wir das Ergebnis!
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