Vor G20-Gipfel Russland schickt vier Kriegsschiffe nach Australien

Vor der Küste Australiens kreuzen vier Kriegsschiffe der russischen Marine. Russland will mit dem Manöver vor dem G20-Gipfel in Brisbane wohl seine Macht demonstrieren. Die Australier sind alarmiert.

Vor Australiens Küste gesichtet: Zerstörer "Marshal Shaposhnikov" (Archiv)
AFP

Vor Australiens Küste gesichtet: Zerstörer "Marshal Shaposhnikov" (Archiv)


Brisbane - Muskelspiele vor dem G20-Gipfel: In einer neuen Machtdemonstration hat Russland vier Kriegsschiffe seiner Pazifikflotte vor die Küste Australiens verlegt. Die australische Marine beobachte das Manöver und habe zwei Fregatten und ein Flugzeug geschickt, teilte das Verteidigungsministerium in Canberra mit.

"Müssen wir uns Sorgen machen?", war am Donnerstag in australischen Medien die Frage des Tages. Spekuliert wurde unter anderem, ob das Manöver eine Reaktion auf die Auseinandersetzung zwischen Australiens Regierungschef Tony Abbott und Russlands Präsident Wladimir Putin am Rande des Apec-Gipfels in Peking sein soll. Abbott hatte Putin mitverantwortlich für den Absturz des Flugzeugs MH17 über der Ostukraine gemacht und ihm eine Entschuldigung nahegelegt. An Bord des Flugzeuges waren 38 Australier gewesen.

Der "Sydney Morning Herald" berichtet, zu der russischen Flotte gehörten der Kreuzer "Varyag", der Zerstörer "Marshal Shaposhnikov", ein Hochseeschlepper und ein Tankschiff. Die Schiffe seien am 23. Oktober in Wladiwostok gestartet. Australiens Verteidigungsminister Mark Binskin sagte der Zeitung auf die Frage, warum Russland seine Schiffe um die halbe Welt schicke: "Da müssen Sie die Russen fragen." Die Schiffe befänden sich in internationalen Gewässern. "Sie dürfen das", so Binskin.

Russland will Bomber-Patrouillen bis nach Amerika schicken

Auch das australische Verteidigungsministerium teilte mit, die Bewegung der Kriegsschiffe stehe "völlig im Einklang mit den Vorschriften der internationalen Gesetze, wonach sich Militärschiffe in internationalen Gewässern frei bewegen können". Es sei nicht das erste Mal, dass Russland bei Gipfeltreffen mit seiner Marine präsent sei. Auch zum Apec-Gipfel 2009 in Singapur und bei einem Besuch des damaligen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew 2010 in San Francisco habe die russische Marine Kriegsschiffe entsandt.

In Brisbane beginnt an diesem Samstag der G20-Gipfel. Zu dem Treffen der 20 Industrie- und Schwellenländer wird auch Kreml-Chef Wladimir Putin erwartet.

Die Verlegung der Kriegsschiffe folgt der Ankündigung Russlands, seine Bomber-Patrouillen künftig bis an die Grenzen der USA und Kanadas zu schicken. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte bereits früher in diesem Jahr angekündigt, dass Russland seine militärischen Aktivitäten grundsätzlich ausweiten wolle. Auch die russische Luftwaffe fliegt nach Angaben der Nato mit immer größeren Bomberstaffeln in Europa.

vet/dpa

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insgesamt 489 Beiträge
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Seite 1
Newspeak 13.11.2014
1. ...
Pubertäres Verhalten eines geistigen Zwerges (Putin).
kdt8445 13.11.2014
2. Sind jetzt alle verrückt?
Ein Kreuzer, ein Zerstörer, ein Schlepper und ein Tankschiff in internationalen Gewässern vor Australien versetzen ganz Australien in Alarmbereitschaft? Ich glaube eher, das ist der - mittlerweile - übliche Alarmismus einer sensationsgeilen Journaille.
spon-facebook-10000123257 13.11.2014
3. Na also
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Architectus 13.11.2014
4. ... Oh mein Gott!
Vielleicht sollte der Spiegel gelegentlich mal melden wo sich die hunderte von US-Kriegsschiffe so herumtreiben..... und die Nato-Flugzeuge patrouillieren. Aber da würde sicherlich der Artikel zu lang um das alles aufzuzählen :-) Nur noch "Scheinnachrichten" um Russenhass zu provozieren.... ein echter Journalist könnte da Abends nicht mehr in den Spiegel schauen.
tretertruppe 13.11.2014
5. mmmh
Entweder geht den Russen bald das Geld fürs Militär aus oder sie müssen immer weiter wirtschaftlich interessante Gebiete annektieren. Oder wir warten bis Putin ein alter Mann ist und ein vernünftiger Nachfolger kommt.
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