Vor Präsidentschaftswahl Qaida-Führer im Jemen getötet

Jemen wählt in der kommenden Woche einen neuen Präsidenten - doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Bei Kämpfen im Süden wurde ein führendes Mitglied der Terrororganisation al-Qaida offenbar von seinem Halbbruder getötet. Anschließend kam es zu schweren Gefechten.


Sanaa/Berlin - Wenige Tage vor der geplanten Präsidentschaftswahl im Jemen hat es in einigen südlichen Provinzen Gefechte und Terroranschläge gegeben. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde der Qaida-Kommandeur Tarik al-Dhahab von seinem Halbbruder Hasam, der dem Terrornetz nicht angehört, getötet. Dem Vernehmen nach hatte Hasam eine jüngste Aktion der Truppe seines Bruders in der Stadt Radda missbilligt.

Al-Dhahab hatte im vergangenen Monat zusammen mit etlichen Kämpfern die Stadt Radaa, 150 Kilometer südöstlich von Sanaa, unter seine Kontrolle gebracht. Nach einer Art Versöhnungskonferenz, bei der unter anderem die Freilassung mehrerer mutmaßlicher Terroristen beschlossen wurde, zogen die islamistischen Terroristen schließlich ab.

Nach dem Tod von Tarik al-Dhahab griffen dessen Anhänger laut Polizei in der Stadt al-Baidha die Stammeskämpfer um Hasam an. Der Nachrichtensender al-Arabija sprach von 17 Toten.

In al-Baidha wurden in der Nacht nach Informationen des Nachrichtenportals "News Yemen" auch der Vorsitzende der örtlichen Wahlkommission, sein Sohn und der Leiter des für die Wahlen gegründeten Sicherheitskomitees sowie vier Begleiter getötet.

Im Jemen soll am kommenden Dienstag ein Nachfolger für Präsident Ali Abdullah Salih gewählt werden, der in Sanaa seit 1978 an der Macht war. Einziger Kandidat ist nach einer Vereinbarung zwischen Opposition und Vertretern der letzten Regierung unter Salih Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Salih selbst hält sich derzeit in den USA auf.

vme/dpa

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BurnOut_Generation 16.02.2012
1. eer5
Zitat von sysopJemen wählt in der kommenden Woche einen neuen Präsidenten - doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Bei Kämpfen im Süden wurde ein führendes Mitglied der Terrororganisation al-Qaida offenbar von seinem Halbbruder getötet. Anschließend kam es zu schweren Gefechten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,815685,00.html
Und was macht Saleh? Urlaub in den USA währenddessen in seinem Land US Drohnen jeden killen...ist das Vorbild für "Freiheit und Demokratie"..es muss wie ein Hohn in den Ohren der Hinterbliebenden klingen..
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