Vorbereitung für den Irak-Angriff USA schicken Kommando-Einheiten nach Kuweit

Ungeachtet der politischen Bemühungen konkretisieren die USA ihre Pläne für einen Irak-Angriff. Nach Medienberichten verlegen sie nun militärische Kommando-Einheiten nach Kuweit, um schnell einsatzbereit zu sein.


Washington - Angesichts eines möglichen Militärschlags gegen den Irak hat das US-Verteidigungsministerium die Verlegung von mehreren hundert Militärplanern nach Kuweit angeordnet. Die Planer könnten von dort aus den Einmarsch von Bodentruppen in den Irak befehligen, berichtete die "Washington Post".

Bislang waren Ausrüstung und Truppen immer im Rahmen von geplanten Militärübungen in die Region gebracht worden. Das für die Region zuständige Zentralkommando aus Florida hatte bereits angekündigt, im November einen Vorposten in Katar einzurichten. Dort soll ein Drittel des Personals stationiert werden. Die US-Marine verfügt bereits über einen großen Kommandoposten in Bahrain. Die US-Luftwaffe hat eine große Einsatzzentrale in Saudi-Arabien, die unter anderem die Überwachung der Flugverbotszonen im Irak koordiniert. Damit sei die Kommandostruktur für eine Invasion komplett, berichtete die Zeitung.

Die USA wollen zudem demnächst bis zu eine halbe Million Soldaten gegen Pocken impfen lassen. Das berichteten US-Medien am Samstag unter Berufung auf Pentagonkreise. Die Impfaktion solle starten, sobald der Impfstoff freigegeben ist. Damit wird Mitte November gerechnet. Nach den Plänen sollen von den 1,4 Millionen Soldaten im aktiven Dienst 350.000 bis 500.000 geimpft werden. Das Pentagon hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden bereits darum gebeten, eine Million Impfdosen für das Militär zu reservieren.

Die US-Regierung überlegt, allen Amerikanern eine Pockenimpfung anzubieten. Die endgültige Entscheidung steht noch aus. Die Krankheit gilt seit 20 Jahren weltweit als ausgerottet. Militärexperten fürchten aber, dass der Irak sich zu Forschungszwecken aufbewahrte Virenstämme angeeignet haben könnte, um sie in Biowaffen zu einzusetzen.

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