US-Vorwahlen Trump und Sanders triumphieren in New Hampshire

New Hampshire hat gewählt - und die Zahlen sind mehr als deutlich. Donald Trump holt bei den Republikanern den Sieg, Bernie Sanders bei den Demokraten. Hillary Clinton musste ihre Niederlage einräumen.

REUTERS

Bis zur letzten Minute haben die Kandidaten im Wahlkampf geschuftet - nun haben die Bürger in New Hampshire entschieden. Seit den frühen Morgenstunden (MEZ) sind die Wahllokale geschlossen. Und die bisher vorliegenden Zahlen aus dem Neuengland-Staat sprechen eine klare Sprache. Bernie Sanders und Donald Trump können sich über deutliche Siege freuen (alle Zahlen finden Sie hier).

Bei den Demokraten zeichnet sich nach Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmbezirke laut den US-Sendern CNN und MSNBC ein Erfolg von Sanders (60 Prozent) über Hillary Clinton (38 Prozent) ab. Das Clinton-Lager erkannte die Niederlage in einem Statement an. Wahlkampfmanager Robby Mook erklärte, nach Clintons Sieg bei der ersten Vorwahl in Iowa sei das Rennen nun ausgeglichen und werde vermutlich im März entschieden. Dann steht unter anderem der sogenannte Super Tuesday an, an dem in besonders vielen Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten werden.

Das Ergebnis ist - nach dem hauchdünnen Erfolg von Iowa - ein Weckruf für Clinton. Vor nicht allzu langer Zeit galt sie noch als unangefochtene Top-Favoritin auf die Kandidatur der Demokraten. Das hat sich nun geändert, wie Clinton auch in ihrer Rede am Wahlabend einräumte: "Ich weiß, dass ich viel Arbeit vor mir habe."

Sanders geht enorm gestärkt in diese kommenden Vorwahlen. "Was hier passiert ist, wird im ganzen Land passieren", so Sanders bei der Wahlparty unter dem Jubel seiner Unterstützer: Das Ergebnis von New Hampshire bezeichnete er als Signal an die politischen und wirtschaftlichen Eliten des Landes. "Wir müssen den Milliardären erklären, dass sie nicht alles haben können."

Im republikanischen Lager liegt Multimilliardär Trump mit großem Vorsprung vorn. "Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen", rief er seinen Anhängern bei der Wahlparty entsprechend gut gelaunt zu. Nach seinem mäßigen Ergebnis in Iowa hatte er einen Erfolg dringend nötig. Und der wird mehr als deutlich. Nach Auszählung von über 80 Prozent aller Stimmen liegt Trump mit 35 Prozent vor John Kasich mit 16 Prozent und Ted Cruz mit 11 Prozent.

Erst dahinter kommen Jeb Bush (11 Prozent) und Marco Rubio (11 Prozent), der bei der ersten Vorwahl in Iowa noch sehr gut abgeschnitten hatte. Auch wenn Kasich seinen Vorsprung hält, bliebt das Rennen um die weiteren Plätze bei den Republikanern spannend. Ein schlechtes Ergebnis in New Hampshire könnte einige Kandidaten dazu bewegen, sich aus dem Renn zurückzuziehen.

Als Nächstes stehen für die Demokraten die Vorwahlen in Nevada auf dem Programm, Termin ist der 20. Februar. Die Republikaner wählen am 27. Februar in South Carolina

(Im Minutenprotokoll können Sie alle Entwicklungen rund um die Wahlnacht in New Hampshire nachlesen.)

jok



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
tailspin 10.02.2016
1. Exit Poll New Hampshire Democrats
Top Candidate Quality = Honest and trustworthy Sanders 93 % Clinton 5 % https://twitter.com/CaptYonah/status/697211507088744448/photo/1?ref_src=twsrc^tfw Diese Frau hat ein echtes Problem. However, what difference does it make at this time?
gandhiforever 10.02.2016
2. Ich wette
Ich wette, dass (sollte das Ergebnis so aussehen wie im Moment) Frau Clinton dieses Wahlergebnis klein reden wird.
h.hass 10.02.2016
3.
Links wie rechts haben die Wähler offensichtlich die Schnauze voll von den Establishment-Vertretern der Sorte Bush und Clinton, die beide glaubten, dass sie sich die Nominierung zum Präsidentschaftskandidtane mal einfach so kaufen könnten. Dazu kommt wohl, dass Clinton einfach unsympathisch rüberkommt. Auf welches Duell es am Ende tatsächlich hinaus laufen wird, ist momentan nicht abzusehen. Sanders vs. Trump wäre revolutionär. Ich vremute, dass es letzten Endes doch nicht dazu kommen wird.
amdorf 10.02.2016
4. Verschont
Das es aus Clinton 2 nichts wird, ist schon mal sehr gut, aber der Erfolg von Trump gibt zu denken. Er scheint ja ein guter Geschäftsmann, aber seine Ausdrucksweise ist doch oft unter der Gürtellinie.
spon-49j-k5ri 10.02.2016
5.
Bitte hiernach eine Übersicht einfügen wer wie viele Wahlmänner hinter sich hat und in wievielen Staaten schon die Vorwahlen durch sind. Bitte auch mal was über Sanders und seine chancen in der Mitte der Gesellschaft. Kann er die Swing-States für sich entscheiden oder eher nicht?
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