Vorwahlen der Republikaner: Super-Krimi am Super Tuesday

Aus Columbus, Ohio, berichtet

Es ist der Tag der Entscheidung im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: In zehn US-Staaten stimmen die Bürger am Dienstag über ihren Favoriten ab - von Alaska bis Georgia, von Virginia bis Oklahoma. Die entscheidende Frage lautet: Romney oder Santorum?

REUTERS

Der Super Tuesday ist der Tag, an dem schon so mancher Kandidat den Durchbruch geschafft hat. Zum Beispiel der Republikaner John McCain im Jahr 2008. Oder der Tag, an dem schon viele ihre Hoffnungen begraben mussten. Wie Mitt Romney im selben Jahr. Oder der Tag, der in einem Patt endete - und das Rennen ging weiter. Wie beim Kampf zwischen Hillary Clinton und Barack Obama vor vier Jahren.

Wie auch immer: Super Tuesday heißt Super-Krimi. An diesem Dienstag entscheiden die Republikaner in insgesamt zehn US-Staaten über ihren Präsidentschaftskandidaten. Was noch vor zwei Monaten als leichtes Spiel für den moderaten Multimillionär Mitt Romney galt, hat sich zur schier unberechenbaren Auseinandersetzung entwickelt. Der Erzkonservative Rick Santorum ist Romney auf den Fersen, Urgestein Newt Gingrich hofft auf neuen Aufwind und der Radikalliberale Ron Paul macht eh immer weiter.

An einem einzigen Tag 20 Prozent der Delegierten zu vergeben

Ihre Hoffnungen sind jetzt auf den Super Tuesday gerichtet. Die zehn Vorwahl-Staaten bilden einen Querschnitt der USA: von Alaska bis Georgia im Süden; von Vermont im Nordosten bis Idaho im Nordwesten. Es ist eine Präsidentenwahl im Kleinen: die Zehn Staaten von Amerika.

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Super Tuesday: Kampf der Kandidaten
Mehr als 400 Delegiertenstimmen sind zu vergeben für den Republikanerparteitag, der im Spätsommer den Präsidentschaftskandidaten küren wird. Spitzenreiter Romney zum Beispiel hat bisher 187 eingesammelt, Santorum folgt mit 86. Mindestens 1144 Stimmen braucht es auf dem Parteitag für die Mehrheit. Heißt: Am Dienstag sind an einem einzigen Tag fast 20 Prozent aller Sitze zu gewinnen. Oder zu verlieren. Die Bewerber müssen sich in sieben Primaries und drei Caucuses messen. Wer am Super Tuesday scheitert, wird über kurz oder lang aufgeben müssen.

Besondere Bedeutung hat Ohio, der Industriestaat im Mittleren Westen. Denn dort sind mit 66 nicht nur besonders viele Delegiertenstimmen zu vergeben, sondern Ohio gilt als Swing State bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst: Unklar, ob er am Ende Demokraten oder Republikanern zuneigt. Im Jahr 2008 votierte eine knappe Mehrheit für Barack Obama, 2000 und 2004 siegte noch der Republikaner George W. Bush.

In Ohio werden Präsidenten gemacht. Ein Sieg in der republikanischen Primary am Dienstag wäre daher ein klares Signal für den Herbst: Dieser Kandidat kann Ohio gewinnen.

Es ist ein entsprechend harter Kampf, den sich Romney und Santorum hier liefern. Beide haben Ohio zum Wahlkampfschwerpunkt erkoren, beide sind hier schon seit Tagen rastlos unterwegs, beide liegen sie in Umfragen Kopf an Kopf. Das Rennen ist völlig offen. Gingrich und Paul indes liegen abgeschlagen hinten. Von der Sozialstruktur her ähnelt Ohio Romneys Geburtsstaat Michigan, den er in der vergangenen Woche mit einem Drei-Prozentpunkte-Vorsprung auf Santorum gerade so gewinnen konnte: Auto-, Maschinenbau- und Gummi-Industrie, viele Arbeiter. Anders als dem Multimillionär Romney gelingt es Santorum stets besser, eine Verbindung zu den sogenannten kleinen Leuten herzustellen.

Caucus-Staaten sind Pauls Chance

Die meisten Delegierten am Super Tuesday hat mit 76 Stimmen Georgia zu vergeben. Newt Gingrich gilt hier als der Favorit, von 1979 bis 1999 hat er den Südstaat im US-Repräsentantenhaus vertreten. Einer letzten Umfrage zufolge liegt er mit 38 Prozent vor Romney (24) und Santorum (22). Dennoch ist ein Gingrich-Sieg in Georgia alles andere als ausgemacht, Santorum könnte Gingrich beim Kampf um die Rechtsaußen-Wähler der Tea-Party und die Evangelikalen massiv Konkurrenz machen, den konservativen Stimmenanteil spalten - und Romney damit eine Chance bescheren. Sollte aber Gingrich Georgia nicht gewinnen, stünde seine Kampagne vor dem Aus: "Es ist außerordentlich wichtig, den Heimatstaat zu gewinnen", sagt er selbst.

Polit-Opa Ron Paul wartet noch immer auf seinen ersten Sieg, am Samstag im Westküstenstaat Washington hat es wieder nicht gereicht. Am Super Tuesday setzt er auf jene drei Staaten, die im Caucus-Verfahren wählen: Alaska, Idaho und North Dakota. Anders als bei den Primaries, die als geheime Wahlgänge ablaufen, diskutieren die wahlberechtigten Bürger beim Caucus offen und stimmen am Ende per Hand über die Kandidaten ab. Die Beteiligung ist tendenziell geringer. Das könnte Paul, der auf die engagiertesten Anhänger zurückgreifen kann, zugutekommen.

Dann gibt es jene Staaten, in denen Romney gewissermaßen auf einen Sieg verpflichtet ist. Staaten, in denen keiner seiner Rivalen ernsthaft Wahlkampf getrieben hat. Hier darf Romney auf gar keinen Fall verlieren: Im liberalen Massachusetts hat er von 2002 bis 2007 als Gouverneur regiert, seine Familie lebt in dem kleinen aber feinen Ostküstenstaat. In Vermont liegt Romney derzeit nicht gar so deutlich vorn: Mitte Februar haben sich 34 Prozent der befragten Republikaner für ihn ausgesprochen, 27 Prozent für Rick Santorum.

In Virginia ergibt sich am Super Tuesday die etwas skurrile Situation, dass nur zwei Kandidaten auf dem Wahlzettel stehen: Romney und Paul. Die anderen haben die Voraussetzungen nicht erfüllen können, alle Proteste halfen nichts. In einer NBC-Umfrage kommt Romney auf 69 Prozent, während Paul abgeschlagen mit 26 Prozent folgt. Bleiben noch die Südstaaten Oklahoma und Tennesse. Beide Staaten gelten zwar als tendenziell konservativ, doch ist hier ein Sieger nur schwer vorherzusagen.

Und spätestens am Mittwoch wird sich dann die Frage stellen, ob einer der Bewerber aufgibt. Anfängliche Durchhalteparolen sollten dabei nicht sonderlich ernst genommen werden. Zum Beispiel Sätze wie diese: "Wir kämpfen weiter. Wir werden das Ding gewinnen." Das ist O-Ton Mitt Romney direkt nach seiner Super-Tuesday-Pleite im Februar 2008. Nur zwei Tage später stieg er damals aus dem Rennen aus.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass am Super Tuesday 40 Prozent der Delegiertenstimmen zu vergeben sind. Tatsächlich sind es 400 von insgesamt 2286 Stimmen - knapp 20 Prozent. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

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1. Komoedie
didigermany 06.03.2012
Zitat von sysopEs ist der Tag der Entscheidung im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: In zehn US-Staaten stimmen die Bürger am Dienstag über ihren Favoriten ab - von Alaska bis Georgia, von Virginia bis Oklahoma. Die entscheidende Frage lautet: Romney oder Santorum? Vorwahlen der Republikaner: Super-Krimi am Super Tuesday - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819245,00.html)
Was fuer eine Milliardaers/Millionaers-Komoedie. Das ist Demokratie ?
2. kein Titel
glad07 06.03.2012
Zitat von sysopEs ist der Tag der Entscheidung im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: In zehn US-Staaten stimmen die Bürger am Dienstag über ihren Favoriten ab - von Alaska bis Georgia, von Virginia bis Oklahoma. Die entscheidende Frage lautet: Romney oder Santorum? Vorwahlen der Republikaner: Super-Krimi am Super Tuesday - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819245,00.html)
Ewiggestrige Kaltkriegkrieger... gekauft udn gesponsert von Finanzindustrie. Das soll Demokratie sein?
3. Angst und Bange
bunterepublik 06.03.2012
Zitat von sysopEs ist der Tag der Entscheidung im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: In zehn US-Staaten stimmen die Bürger am Dienstag über ihren Favoriten ab - von Alaska bis Georgia, von Virginia bis Oklahoma. Die entscheidende Frage lautet: Romney oder Santorum? Vorwahlen der Republikaner: Super-Krimi am Super Tuesday - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819245,00.html)
Wenn das die Creme der Republikaner ist, dann kann man ja über unsere FDP-Politiker mehr als froh sein.
4. och Jottchen, nee
suum.cuique 06.03.2012
Zitat von didigermanyWas fuer eine Milliardaers/Millionaers-Komoedie. Das ist Demokratie ?
Süüüüüüüüüüüüüüß die Babys. DEN muss man doch wählen. Programm ist Nebensache.
5. Super Foto
klasl 06.03.2012
Zitat von sysopEs ist der Tag der Entscheidung im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur: In zehn US-Staaten stimmen die Bürger am Dienstag über ihren Favoriten ab - von Alaska bis Georgia, von Virginia bis Oklahoma. Die entscheidende Frage lautet: Romney oder Santorum? Vorwahlen der Republikaner: Super-Krimi am Super Tuesday - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819245,00.html)
Super Foto, die halten alle vier ihre Brieftaschen fest!
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Mitt Romney: Der Glatte

US-Wahl
Wahl des Präsidenten
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
Parteien und Swing States
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet: Praktisch spielen nur die demokratische und die republikanische Partei eine Rolle. Da in vielen Bundesstaaten die Mehrzahl der Wähler traditionell einer der beiden Parteien zugetan sind, steht in diesen Staaten praktisch fest, für welchen Kandidaten die Wahlmänner dieses Staates stimmen werden.
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Wahlmänner
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt von Wahlmännern ("electors"). Ein Wahlmann ist ein Bürger, den die Einwohner eines US-Bundesstaates gewählt haben, damit er oder sie in einem landesweiten Gremium in ihrem Namen seine Stimme für den Präsidenten und den Vizepräsidenten abgibt. Die Wahlmänner werden von ihrer jeweiligen Partei in einem Auswahlprozess aufgestellt, der von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden ist. Normalerweise nominieren die Parteien sie auf einem Parteitag im jeweiligen Bundesstaat, oder der Zentralausschuss ("central committee") der Partei stellt sie auf.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Wahlmännergremium
Das Electoral College ist ein Kollegium von insgesamt 538 Vertretern der einzelnen US-Bundesstaaten, das den US-Präsidenten und seinen Vize wählt - denn Amerikas Bürger entscheiden nicht direkt darüber, wer sie regiert, sondern nur über die Zusammensetzung des Gremiums, das den Präsidenten wählt.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
"Winner takes all"
In 48 US-Bundesstaaten gilt bei den Präsidentschaftswahlen das Mehrheitswahlrecht: Alle Wahlmännerstimmen eines Staates werden komplett dem Präsidentschaftskandidaten zugeordnet, der in diesem Bundesstaat die meisten Wählerstimmen erhalten hat - "Der Sieger bekommt alles" ("The winner takes it all"). Der in diesem Staat unterlegene Präsidentschaftskandidat geht leer aus, ganz gleich wie viele Stimmen der Bürger er auf sich vereinigen konnte - diese Stimmen entfallen.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.