Vorwahlen FBI ermittelt nach Hackerangriffen auf US-Demokraten

Auch bei den jüngsten US-Vorwahlen waren Kandidaten der Demokraten wieder Ziele von Hackerangriffen. Jetzt ermittelt das FBI.

Logo am FBI-Hauptquartier
AFP

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US-Ermittler gehen Medienberichten zufolge zwei Hackerangriffen gegen Kandidaten der Demokraten bei den jüngsten Vorwahlen nach. Das FBI untersuche einen erfolgreichen Cyberangriff gegen David Min aus dem 45. Bezirk in Südkalifornien, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von drei seinem Wahlkampf nahestehenden Personen. Welcher Schaden angerichtet oder ob Daten erbeutet wurden, sei zunächst unklar. Zuvor hatte das Magazin "Rolling Stone" von Ermittlungen der Bundesbehörde wegen eines Angriffs auf Hans Keirstead im benachbarten 48. Wahlbezirk berichtet. Mins ehemaliger Wahlkampfmanager lehnte eine Stellungnahme ab, wie auch eine Sprecherin des FBI.

Min und Keirstead hatten ihre jeweiligen Vorwahlen gegen Parteikollegen verloren. Ihre Bezirke gelten jedoch als von großer Bedeutung für die Demokraten bei der eigentlichen Wahl im November bei dem Versuch, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu übernehmen.

Die US-Behörden versuchen schon seit längerer Zeit, Beweise dafür zu finden, dass russische Hacker versuchten, die Präsidentenwahl 2016 zu beeinflussen. Die Regierung in Moskau weist den Vorwurf zurück.

In den USA sind die Kandidaten bei der Finanzierung ihres Wahlkampfs praktisch auf sich allein gestellt und erhalten auch bei Punkten wie Computersicherheit kaum Unterstützung von ihren Parteien. Einer der Insider beschrieb, welche Folgen der Hackerangriff auf das Team hatte, dem er angehörte: Selbst die Kosten für neue Laptops in Höhe von 4000 Dollar seien kaum zu stemmen gewesen.

Ein wirksamer Schutz ist aber von den einzelnen Kandidaten kaum zu realisieren. Der Cybersicherheitsexperte Blake Darche, ein ehemaliger Analyst des Nachrichtendienstes NSA, wies darauf hin, dass die meisten Wahlkämpfe nur von sehr kurzer Dauer seien. Ein wirksames Konzept zur Cybersicherheit müsse dagegen über Jahre aufgebaut werden. Hacker könnten sich daher "mit einer einzigen Phishing-E-Mail" Zugang zu den Systemen der meisten Wahlkampfteams verschaffen.

mik/Reuters



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