Vorwürfe gegen Israel: Uno rügt exzessive Gewalt bei Grenzprotesten

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Israel einen übertriebenen Einsatz von Gewalt vorgeworfen: Soldaten hätten scharfe Munition gegen unbewaffnete libanesische Demonstranten benutzt, als diese im Mai versuchten, einen Grenzzaun zu durchbrechen.

Proteste in Ramallah (Archivbild vom Mai 2011): Uno wirft Israel übertriebene Gewalt vor Zur Großansicht
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Proteste in Ramallah (Archivbild vom Mai 2011): Uno wirft Israel übertriebene Gewalt vor

New York - Israel hat nach Einschätzung der Uno exzessive Gewalt gegen unbewaffnete libanesische Demonstranten eingesetzt. Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, israelische Soldaten hätten Mitte Mai scharfe Munition gegen die Demonstranten benutzt, die versuchten, den Grenzzaun zu durchbrechen. Dies gehe aus einem vorläufigen Bericht der Uno-Friedensmission im Libanon hervor.

Den Demonstranten wurde in dem Bericht vorgeworfen, Steine und Brandbomben geworfen und Gewalt provoziert zu haben. Ban erklärte in einem Bericht an den Sicherheitsrat, der am Mittwoch in Umlauf gebracht wurde, beide Seiten hätten gegen die Uno-Resolution verstoßen, die 2006 den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz beendete. Der Generalsekretär forderte die israelischen Streitkräfte auf, in ähnlichen Situationen keine scharfe Munition einzusetzen. Die libanesischen Soldaten sollten solche Vorfälle künftig verhindern.

Bei den Auseinandersetzungen waren am 15. Mai, dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung, sieben Menschen getötet worden. 111 Menschen wurden verletzt. Es war der schwerste Zwischenfall in der Region seit dem Krieg von 2006.

Geplanter Besuch abgesagt

Ban erklärte, nach Schätzungen der Uno-Friedensmission hätten zwischen 8000 und 10.000 Demonstranten an den Protesten teilgenommen. Die meisten seien friedlich geblieben. Etwa tausend Menschen seien jedoch auf den israelischen Grenzzaun zugegangen.

Eine Sprecherin der israelischen Uno-Mission, Karean Peretz, erklärte, das Land, aus dem die Demonstranten gekommen seien, müsse solche Zwischenfälle verhindern. Am 5. Juni habe es ebenfalls Proteste in der Region gegeben. Allerdings hätten die libanesischen Behörden diesmal angemessene Maßnahmen ergriffen, daher sei es nicht zu Provokationen gekommen.

In Israel hieß es in Medienberichten, die Regierung habe als Reaktion auf den Bericht einen geplanten Besuch des Uno-Koordinators für den Libanon, Michael Williams, abgesagt und alle Kontakte zu ihm abgebrochen.

amz/dpa/AFP

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