Vorwurf der Kriegsverbrechen Österreicher nehmen bosnischen General fest

Er wurde am Wiener Flughafen gestoppt: Ein früherer General der bosnischen Armee ist von Österreichs Behörden festgenommen worden. Die serbische Regierung wirft ihm Kriegsverbrechen vor - er soll für einen Angriff verantwortlich sein, bei dem in Sarajevo im Jahr 1992 18 Soldaten starben.


Sarajevo - Die Festnahme erfolgte am Donnerstagabend am Flughafen in Wien: Die österreichischen Behörden teilten mit, ein früherer bosnischer Armee-General sei festgenommen worden. Es habe ein serbischer Haftbefehl vorgelegen - nun werde die Auslieferung nach Serbien geprüft.

Der festgenommene General ist Serbe und kämpfte während des Bosnienkriegs in der mehrheitlich muslimischen bosnischen Armee. Er war eine Schlüsselfigur der Verteidigung des belagerten Sarajevos, die von 1992 bis 1995 dauerte.

Die serbische Regierung wirft ihm vor, für einen völkerrechtswidrigen Angriff auf einen Konvoi der jugoslawischen Armee in Sarajevo zu Beginn des Bosnienkrieges 1992 verantwortlich zu sein. Der Konvoi sei angegriffen worden, obwohl der Armee zuvor ein ungehinderter Abzug zugesichert worden sei. Damals starben 18 Soldaten.

Unter demselben Vorwurf war aufgrund eines serbischen Haftbefehls vor einem Jahr bereits der frühere bosnische Spitzenpolitiker Ejub Ganic in London festgenommen worden. Ein britisches Gericht lehnte seine Auslieferung an Serbien später aber ab, da ein Prozess gegen ihn "politisch motiviert" sein könnte.

Die Details der Militäraktion und die genaue Zahl der Opfer liegen im Dunkeln. Nach serbischen Angaben kamen 43 Soldaten ums Leben. Der Den Haager Uno-Sondergerichtshof für Verbrechen im ehemaligen Jugoslawien hat wegen des Angriffs keine Anklagen erhoben.

Jugoslawien war 1991 auseinandergebrochen. In der Folge kam es zu einem jahrelangen Krieg zwischen Serben, Kroaten und Muslimen.

kgp/dpa/AFP/Reuters

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
boo79 04.03.2011
1. ....
Serbien versucht alles mögliche, um die Geschichte umzuschreiben und sich als Opfer und nicht als Aggressoren darzustellen. Peinliche Aktion!
maliperica 05.03.2011
2. Es war doch ein Bürgerkrieg!
Zitat von boo79Serbien versucht alles mögliche, um die Geschichte umzuschreiben und sich als Opfer und nicht als Aggressoren darzustellen. Peinliche Aktion!
Es ist ein Dokument und Beweis dass Massaker in Sarajevo vor dem Ausbruch der bewaffneten Feindseligkeiten geschehen ist. http://www.youtube.com/watch?v=Q3rxLB5fzws&p=A6F64E42F4987D95 In der Minute 2:24 gibt der Sohn des bosnischen Führers Izetbegovic zu, es sei sicher dass ein Massaker geschehen ist, aber man wisse nicht wer ihn befohlen hatte. Ab der Minute 5:33 schildert der zuständige General der UNO Mission, dass es zweifellos ein Massaker, entgegen allen Vereinbarungen, seitens der muslimischen Kämpfer ausgeübt worden ist. Die politische Machtverhältnisse und entgegengesetzte politische Ziele unterschiedlichen Volksgruppen in einem Bürgerkrieg, einfach mit der Aggression zu verwechseln, war einer von Fehler von allen Seiten vor dem Krieg, der letztendlich zu kriegerischen Auseinandersägen wesentlich beigetragen hatte. Es war heimtückischer Mord an Dutzenden von Soldaten, die damals nur die reguläre Wehrpflicht geleistet haben. Sie waren in keinem Kampfeinsatz, sonder am vereinbarten Rückzug aus der städtischen Kaserne. Ein Einführung in den Krieg die zeigt dass auch die andere Seite sehr wohl sich auf eine militärische Auseinandersetzung unter Bedingungen eines Bürgerkrieges einstimmte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.