Währungskrise Obama warnt Europa vor dem Schulden-Absturz

Klare Worte vom US-Präsidenten: Barack Obama verlangt von seinen europäischen Kollegen mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Schuldenmisere - die Folgen könnten auch Amerika treffen. Bei seinem eigenen Krisenmanagement gestand Obama Fehler ein.

Barack Obama: Appell an die Europäer
REUTERS

Barack Obama: Appell an die Europäer


Washington - US-Präsident Barack Obama zeigt sich tief besorgt über mögliche globale Folgen der Euro-Krise - und fordert von den Ländern der Euro-Zone mehr Einsatz im Kampf gegen die Schuldengefahr. "Solange diese Krise nicht gelöst ist, wird die Weltwirtschaft weiter schwächeln", warnte Obama in einem Interview mit mehreren Nachrichtenagenturen, unter anderem mit der dpa und AFP.

Washington sei in die Bemühungen der EU-Staaten um eine Lösung der Krise in der Euro-Zone "eng eingebunden", doch letzten Endes sei es an den großen Ländern in Europa, einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden, sagte der US-Präsident. In den vergangen Wochen waren Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wiederholt kritisiert worden, sich nicht entschlossen genug für eine Lösung einzusetzen.

"Griechenland ist derzeit offensichtlich das größte Problem. Sie unternehmen zwar Schritte, um die Krise zu mildern - aber nicht, um sie zu lösen", kritisierte Obama weiter. Doch auch andere Staaten sorgen den US-Präsidenten: "Was passiert in Spanien und Italien, wenn es die Märkte weiterhin auf diese beiden großen Länder in Europa abgesehen haben?" Die Krise werde beim nächsten Treffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer im November in Frankreich ein wichtiges Thema sein, so Obama.

"Gewaltigen Einfluss auf Amerika"

Vor allem die Folgen für die heimische Wirtschaft beschäftigen den Präsidenten, die Situation in Europa werde zweifellos auch Folgen für die US-Ökonomie haben. "Wir leben heute in einer integrierten Weltwirtschaft. Das, was jenseits des Atlantiks oder des Pazifiks geschieht, hat gewaltigen Einfluss auf Amerika, auf unseren gesamten Kontinent, nicht nur auf die USA", sagte er. Daher versuche seine Regierung, die Krise "intensiv gemeinsam mit den Europäern" zu lösen.

Eindringlich äußerte er sich zum grundsätzlichen Problem hinter der Euro-Krise: "Europa hat derzeit zwar eine geeinte Währung, aber es verfügt über keine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Und das schafft große Probleme." Er rief die Europäer zum entschlossenen Kampf auf. "Aber wenn so viele Länder mit unterschiedlicher Politik und unterschiedlicher ökonomischer Lage versuchen, sich auf einen Weg zu einigen, ist eine Abstimmung schwierig."

Am kommenden Freitag nimmt US-Finanzminister Timothy Geithner überraschend am Treffen der EU-Finanzminister im polnischen Breslau teil, um mit seinen Kollegen über Maßnahmen zur Erholung der Weltwirtschaft zu beraten. Wie Obama hatte auch Geithner die Länder der Euro-Zone zu mehr Anstrengungen gegen die Schuldenkrise aufgerufen. "Europa muss kraftvollere Maßnahmen ergreifen, um Vertrauen zu schaffen, dass es seine Krise überwinden kann und will", schrieb er in einem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Beitrag für die "Financial Times".

Obama räumt Fehler ein

Im Umgang mit der Wirtschaftskrise im eigenen Land gestand der US-Präsident Probleme zu Beginn seiner Amtszeit ein. "Wir haben natürlich Fehler gemacht. Wenn du mit einer so historischen Krise zu tun hast, wie wir sie hatten, dann kann nicht alles perfekt sein." Er hätte sicher in manchen Punkten anders entschieden, wenn er über Wissen verfügt hätte, das er heute hat. So aber ist er mit seiner bisherigen Amtszeit nicht unzufrieden: "Wenn ich mir die letzten drei Jahre anschaue, dann glaube ich, wir haben eine sehr, sehr schwierige Situation bewältigt."

Vor allem wegen der anhaltenden Wirtschaftsflaute in den USA halte er das Regieren für mühsame Arbeit: "Es ist immer einfach, wenn alles wächst und es einen Boom gibt und die Menschen sich gut fühlen. Wenn du dann charmant bist und eine gute Rede hältst, ist das vielleicht alles, was du brauchst", sagte er. Aber in Phasen wie der gegenwärtigen mache sich bei Wählern auch Frustration und Ärger breit.

Obama hatte jüngst ein weiteres Konjunkturprogramm angekündigt, um neue Jobs in den USA zu schaffen. Dem US-Kongress könnte deswegen nun ein neuer Streit um Steuererhöhungen bevorstehen, zumal der US-Präsident plant, das Programm möglicherweise zum Teil mit Steuererhöhungen für Wohlhabende zu finanzieren - ein Schritt, den die Republikaner bereits klar zurückgewiesen haben.

Der republikanische Präsident des US-Repräsentantenhauses, John Boehner, der zunächst verhalten, aber nicht ablehnend auf Obamas 447 Milliarden Dollar schweres Paket regiert hatte, kritisierte den Vorschlag des Präsidenten. Dieser sei nicht im Geiste der parteiübergreifenden Zusammenarbeit gemacht worden.

ler/dpa/AFP/dapd

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insgesamt 179 Beiträge
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Seite 1
shokaku 13.09.2011
1. Realsatire
Zitat von sysopKlare Worte vom US-Präsidenten: Barack Obama verlangt von seinen europäische Kollegen mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Schuldenmisere - die Folgen könnten auch Amerika treffen. Bei seinem eigenen Krisenmanagement gestand Obama Fehler ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,785880,00.html
lol Barack Obama sollte lieber von einem gewissen Barack Obama mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Schuldenmisere verlangen. Aber der muss immer erst mit Teebeuteln beworfen werden, bevor er was tut.
darkwingduck, 13.09.2011
2. Na sowas aber auch!
Zitat von sysopKlare Worte vom US-Präsidenten: Barack Obama verlangt von seinen europäische Kollegen mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Schuldenmisere - die Folgen könnten auch Amerika treffen. Bei seinem eigenen Krisenmanagement gestand Obama Fehler ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,785880,00.html
Wie meinen? Der Oberschuldenmacher der Welt spielt den Lehrer! Was sich der neue Messias "yes we can" Obama da rausnimmt ist eine Frechheit. Er soll erstmal seinen eigen Stall ausmisten, damit hat er ein paar Jahrhunderte zu tun.
Rodri 13.09.2011
3. Wer im Glashaus sitzt...
vllt. sollte Obama sich lieber mal um die Schulden des eigenen Landes kümmern. ;) Dagegen sind die der Eurozone klitzeklein.
marvinw 13.09.2011
4. Soll das ein Witz sein?
---Zitat--- Obama warnt Europa vor dem Schulden-Absturz ---Zitatende--- Ach, wirklich? Ist Obama nicht dieser Präsident von USA, einem Land was uns in die Finanzkrise gestürtzt hat? Ist USA nicht ein Land das Milliarden in Kriegen verpulvert hat, eine Minderheit unermesslich reich gemacht hat, sehr viele Arme hat und nun entgültig pleite ist? Es täte ihm gut zuerst vor eigener Türe kehren zu können: "zu können" bedeutet dass dort ebenfalls alles verfilzt ist und die Politiker verhindern eine Kursänderung.
Meckerliese 13.09.2011
5. soso
Anderen angeben wollen, aber selber nichts gebacken bekommen. Müssen wir eigentlich nur machen was die USA will? Wann werden wir endlich selbstständig?
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