Waffenembargo Rumsfeld ist besorgt über Chinas Aufrüstung

Das US-Verteidigungsministerium ist besorgt über die massive Aufrüstung Chinas. Die Regierung in Peking baue die Armee in einem Tempo und einem Ausmaß aus, die das militärische Gleichgewicht mit Taiwan zu kippen drohten. Deshalb dürfe es die von der EU geforderte Aufhebung des Waffenembargos nicht geben.


Chinesische Soldaten: Massive Investitionen
REUTERS

Chinesische Soldaten: Massive Investitionen

Washington - Die tatsächlichen Militärausgaben der Volksrepublik lägen etwa zwei- bis dreimal über dem von Peking offiziell angegebenen Wert und erreichten in diesem Jahr etwa 90 Milliarden Dollar (75 Milliarden Euro), heißt es in dem jährlichen Pentagon-Bericht zur chinesischen Rüstung an den US-Kongress. Damit habe China die höchsten Militärausgaben in Asien und die dritthöchsten weltweit nach den USA und Russland.

Peking sei dabei, sein Arsenal an ballistischen Raketen auszubauen und seine konventionellen Streitkräfte zu modernisieren. Obwohl China derzeit keiner direkten Bedrohung durch eine andere Nation ausgesetzt sei, investiere es massiv in sein Militär. Die Volksrepublik habe etwa 650 bis 750 mobile Kurzstreckenraketen an der Küste der Taiwan-Straße stationiert. Dieses Arsenal werde jährlich um etwa 100 weitere Raketen ausgebaut.

Die Entwicklung unterstreiche, warum Washington die EU dränge, das Waffenembargo gegen China nicht aufzuheben, hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bereits vor der Veröffentlichung des Berichts gesagt. "Es ist klar, dass China beachtliche Mengen moderner Waffen von verschiedenen Ländern, einschließlich Russland, gekauft hat." In dem Bericht wird der Kauf von Marschflugkörpern, Luft-Luft- und Luft-Boden-Raketen aus Russland angeführt. Zudem habe die Volksarmee ausgediente Kampfjets offenbar in unbemannte Drohnen umgebaut.

China sei zwar trotz der Modernisierung seiner Streitkräfte in nächster Zeit wohl nicht in der Lage, Taiwan zu erobern. Längerfristig bedrohe die chinesische Aufrüstung aber die USA und andere Kräfte in der asiatisch-pazifischen Region.



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