Onlinebaupläne für Waffen aus 3D-Drucker Elf Bundesstaaten schließen sich Klage gegen US-Regierung an

In den USA sollen Pläne für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker online veröffentlicht werden. Zahlreiche Bundesstaaten lehnen das ab - und klagen gegen die Trump-Regierung.

Kunststoff-Pistole aus einem 3D-Drucker
DPA

Kunststoff-Pistole aus einem 3D-Drucker


Elf US-Bundesstaaten haben sich einer Klage gegen die Regierung von Donald Trump angeschlossen. Dabei geht es um eine geplante Online-Veröffentlichung von Plänen für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker. Kalifornien, Colorado, Delaware, Hawaii, Illinois, Iowa, Minnesota, North Carolina, Rhode Island, Vermont und Virginia beteiligen sich nun an der Klage, die von acht US-Staaten und Washington, D.C. eingereicht worden war. Mehrheitlich handelt es sich um Staaten, die von Demokraten regiert werden.

Am Dienstag hatte ein Bundesgericht in Seattle die geplante Veröffentlichung in letzter Minute gestoppt. Eine Organisation in Texas namens Defens Distributed hatte zuvor angekündigt, ab Mittwoch Pläne ins Netz zu stellen, mit denen sich Schusswaffen oder zumindest wesentliche Teile davon per 3D-Drucker herstellen lassen. Dagegen gab es erheblichen Widerstand.

Kritiker hatten befürchtet, dass durch die Veröffentlichung der Pläne im Internet Schusswaffen in falsche Hände geraten könnten und die öffentliche Sicherheit gefährdet wird. Mithilfe der Anleitung wäre es Privatpersonen möglich gewesen, sich unkontrolliert ihre eigenen, nicht zurückverfolgbaren Waffen herzustellen.

Trumps Regierung hatte im Juni einen außergerichtlichen Vergleich mit Defense Distributed geschlossen, der damit die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker im Internet gestattet wurde.

Eine weitere Anhörung in diesem Fall soll noch im August stattfinden.

cte/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
frenchie3 03.08.2018
1. Nach den Forumserfahrungen zum Thema
Ja, jeder Troll kann in den USA Waffen legal kaufen aber das Internet gibt es auch in Staaten wo das nicht so geht. Ja, jeder Profi kommt auch an illegale Waffen und damit auch Amateure und Vollpfosten. Ja, die ersetzt keine AK47 und die Bundeswehr wird sich jetzt keine 3D-Drucker kaufen. Ja, notfalls druckt man sich eine Patrone und dröselt für die Füllung einen Polenböller auf. Wozu also? Na, um auf die Schnelle mal ein Flugzeug abstürzen zu lassen. Ein Schuß, 500 Tote, das ist doch ein Preis-/Leistungsverhältnis. Und zur Belohnung einen Satz frischer Jungfrauen
read7 03.08.2018
2. Naiv
zu glauben, dass die Pläne nicht längst im Netz kursieren. Die Frage ist doch nur, wann werden diese für die breite Masse sichtbar sein, und wer davon profitieren würde. Bürger, Kriminelle oder gar Terroristen? Und was sagt eigentlich die Waffenlobby dazu? Da müssten doch ruckzuck die Republikaner auch ein Veto einlegen....
upalatus 03.08.2018
3.
Es gibt genug ehrgeizige und phantasievolle Tüftler, die am heimischen Bildschirm Mechaniken und das Drumrum bauen und ihre Entwürfe auf Belastung austesten (zb die Verteilung von Explosionsdrücken im gedruckten Material sind dabei auch virtuell sichtbar zu machen). So eine Wumme muss ja nicht ausschließlich gedruckt sein. Zur Verstärkung ein simpler Metallkörper miteingeplant ist ne große Sache nicht. Und Kohle kann mit so einer (Wegwerf)Compositeknarre sicher auch machen...... nach dem altbekannten Slogan 100 Schuss dann ist schluß. Die schweinebillige Einweg-Knarze, das ist es.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.