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Wagemut: Großmütter wollen in den Irakkrieg ziehen

Sie sind zwischen 65 und 81, und eigentlich sind sie Friedensaktivistinnen. Doch jetzt wollen die betagten Damen aus Arizona in den Irak-Krieg ziehen, um ihre Kinder und Enkel dort abzulösen. Ganz unpazifistisch haben die "Wütenden Großmütter" erst mal ein Rekrutierungsbüro gestürmt.

Tucson - Der Zorn der "Wütenden Großmütter Tucsons" rührt daher, dass sie - Dekaden älter als der gewöhnliche Soldat - sich nicht in Listen der Armee eintragen dürfen. Weil sich neun der streitbaren Frauen vergangene Woche unerlaubt Zutritt zu einem Rekrutierungszentrum verschafft haben, müssen sie sich von Montag an vor Gericht verantworten.

"Wir sind dahin gegangen, um uns in den Irak schicken zu lassen, damit unsere Kinder und Enkelkinder nach Hause geschickt werden können. Aber statt uns zu erfassen, haben sie die Polizei geholt", erklärte die 74 Jahre alte Betty Schroeder nach Angaben des "Arizona Daily Star".

Nancy Hutchinson, Sprecherin der Streitkräfte in der Rekrutierungsstelle in Phoenix/Arizona, erklärte, wer gegen den Krieg sei, solle die für ihn zuständigen Abgeordneten kontaktieren und nicht den Anwerbern auf die Nerven fallen.

Die "Wütenden Großmütter", die in den vergangenen drei Jahren jede Woche vor dem Rekrutierungsbüro in der Stadt Tucson demonstriert hatten, zeigen sich jedoch unbeeindruckt. Sie planen bereits ihre nächste Aktion und erwägen nach Aussage Schroeders einen Marsch auf das Pentagon. Dort wollen sie von höchster Stelle erfahren, warum sie nicht in den Irak entsandt werden.

Die "Wütenden Großmütter Tucsons" sind mit der "Internationalen Frauen-Liga für Frieden und Freiheit" verbunden.

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