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Malediven: Polizei bricht Präsidentenwahl ab

Krise auf der Urlaubsinsel: Auf den Malediven hat die Polizei die Präsidentenwahl gestoppt - unmittelbar bevor die Wahllokale öffnen sollten. Grund sind angebliche Formfehler.

Schlange vor Wahllokal auf den Malediven (2008): Abstimmung gestoppt Zur Großansicht
DPA

Schlange vor Wahllokal auf den Malediven (2008): Abstimmung gestoppt

Male - Die Polizei hat in letzter Minute die Neuwahl auf den Malediven verhindert. Kurz vor der Öffnung der Wahllokale um 7.30 Uhr Ortszeit am Samstagmorgen hätten die Sicherheitskräfte die Mitarbeiter der Wahlkommission daran gehindert, die Wahldokumente zu verteilen, erklärte die Kommission. Damit sei die Abstimmung gestoppt. "Die Situation ist sehr angespannt, es herrscht viel Unsicherheit", sagte Aiman Rasheed von der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International in der Hauptstadt Male.

Schon im Vorfeld hatten Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abstimmung bestanden, nachdem die zahlreichen Vorgaben des Verfassungsgerichts nicht erfüllt werden konnten. Das Gericht hatte auch die erste Wahl im September wegen mutmaßlicher Fehler für ungültig erklärt, obwohl alle nationalen und internationalen Beobachter die Abstimmung in der jungen Demokratie als fair und frei einschätzten.

Zwei der drei Kandidaten hatten sich bis zuletzt geweigert, die notwendige Unterschrift unter die Wählerlisten zu setzen, weil ihnen ihrer Meinung nach nicht genügend Zeit zur Prüfung der Namen gegeben worden war. Die Wahlkommission hatte erklärt, die 240.000 Wähler des Inselstaats im Indischen Ozean am Samstag trotz der fehlenden Unterzeichnung an die Urnen zu rufen.

Was passiert, wenn die Amtszeit des Präsidenten endet?

Wie es nun in dem Urlaubsparadies politisch weitergeht, ist völlig offen. Die Verfassung des muslimischen Landes sagt nichts darüber aus, was passieren soll, wenn die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Mohamed Waheed Hassan am 11. November endet und bis dahin kein neuer Präsident gefunden wird. "Wir sind extrem besorgt über das Unvermögen der Behörden, die Wahlen durchzuführen", sagte Rasheed.

Die größten Chancen bei der Wahl wurden dem Menschenrechtsaktivisten Mohamed Nasheed, 46, eingeräumt, der bereits bei der ersten demokratischen Wahl vor fünf Jahren gesiegt hatte. Er musste im Februar 2012 nach einer Meuterei der Sicherheitskräfte zurücktreten. Trotzdem galt er weiter als Hoffnungsträger, auch weil er die Einnahmen aus dem Tourismus breiter verteilen wollte. Gegen ihn traten der Geschäftsmann Gasim Ibrahim und Abdulla Yameen an. Letzterer ist ein Halbbruder des früheren Autokraten Maumoon Abdul Gayoom, der drei Jahrzehnte in dem Inselstaat herrschte.

Der Leiter der Wahlkommission sagte laut dem Online-Nachrichtendienst Minivan News, er habe keine Hoffnung mehr, dass die Wahl bis zum 11. November stattfindet. "Wir sind sehr enttäuscht und sehr frustriert", sagte Fuwad Thowfeek. Er und seine Mitarbeiter hätten 15 Stunden am Tag gearbeitet und keinen Urlaub genommen. Kommissionsmitglied Ali Manik erklärte demnach: "Das ist ein schwarzer Tag für die Demokratie."

ric/afp/dpa

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Fläche: 298 km²

Bevölkerung: 341.848

Hauptstadt: Malé

Staats- u. Regierungschef: Abdulla Yameen

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