Simbabwe Eine Wahl - und zwei wollen gewonnen haben

Die Stimmen in Simbabwe sind noch längst nicht ausgezählt. Aber zwei Kandidaten bei der Präsidentenwahl haben schon mal selbstbewusst ihren Sieg verkündet.

Oppositionsführer Nelson Chamisa
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Oppositionsführer Nelson Chamisa


Wer hat die Präsidentenwahl in Simbabwe gewonnen? Das offizielle Ergebnis der Abstimmung wird nicht vor Ende der Woche erwartet. Aber so lange wollten die beiden Kandidaten nicht warten: Sowohl Oppositionsführer Nelson Chamisa als auch Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa erklärten sich schon zum Sieger.

Der 40-jährige Chamisa behauptete auf Twitter, nach Ergebnissen aus den meisten Wahllokalen stehe fest, dass er "überzeugend gewonnen" habe. Seine Partei habe "außerordentlich gut" abgeschnitten. Demnach lägen seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) Ergebnisse aus "der Mehrheit der mehr als 10.000 Wahllokalen" vor. "Wir sind bereit, die nächste Regierung zu stellen", erklärte Chamisa.

Aber auch Mnangagwa, Vorsitzender der Regierungspartei Zanu-PF, gab sich siegessicher: Der 75-Jährige schrieb, die bisher verfügbaren Informationen seien "extrem positiv".

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa
AFP

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa

Umfragen vor der Wahl hatten ein Kopf-an-Kopf Rennen der beiden Politiker vorausgesagt. Sollte keiner der Kandidaten eine Mehrheit erzielen, würde am 8. September eine Stichwahl stattfinden. Die rund 5,7 Millionen Wahlberechtigten konnten sich zwischen 23 Kandidaten entscheiden.

Der Leiter der EU-Wahlbeobachtermission, Elmar Brok (CDU), erklärte im Interview des Bayerischen Rundfunks, die Abstimmung sei "weitestgehend ohne Störung abgelaufen". Ob einzelne beobachtete Probleme lediglich schlechte Organisation oder Methode waren, müsse noch geklärt werden, sagte der CDU-Europaabgeordnete. Die Opposition sei im Vorfeld benachteiligt gewesen, da die wichtigen staatlichen Medien "klar auf der Seite der Regierungspartei" gewesen seien.

In dem afrikanischen Land hatten am Montag zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten freie Wahlen stattgefunden. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Robert Mugabe im vergangenen November gingen die Bürger am Montag weitgehend friedlich zu den Abstimmungsurnen.

als/dpa/AP



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neanderspezi 31.07.2018
1. Freie, gleiche und geheime Wahlen, so geht gewohntermaßen Demokratie
Die schon mal vorsorglich auf Wahlsieg plädierenden Konkurrenten wollen den Gegner im Kampf um die Fleischtöpfe schon vor der vollständigen Auszählung so früh wie möglich aus dem Weg räumen. Schließlich sind sie jeweils wie versprochen an einer demokratischen Entwicklung in Simbabwe interessiert und dafür ist so eine freie, geheime, und so weiter Wahl, die ideale Voraussetzung, um sich, seine Helfer und die ganze Nutznießerschar so selbstlos wie sie nun mal sind, dem Ziel bürgernaher Abschöpfungszwänge in demokratischer Bescheidenheit aufopfernd hinzugeben. Die einzigen, die diese sogenannten Zwänge noch nicht durchschaut haben, sind die Wähler, die sich leidenschaftlich ihrer Wahlberechtigung hingeben.
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