Wahlen in Afghanistan Beobachter prangern massiven Stimmbetrug an

Die Beweise sind klar und eindeutig: Bei den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan gab es massiven Wahlbetrug. Dies hat die von der Uno unterstützte unabhängige Beschwerdekommission herausgefunden. 200.000 Stimmen sind bereits für ungültig erklärt worden.

Wahlplakat in Afghanistan: "Klare und überzeugende Beweise für Betrug"
AP

Wahlplakat in Afghanistan: "Klare und überzeugende Beweise für Betrug"


Kabul - Viele afghanische Wähler müssen offenbar um ihre Stimmen bangen. Bei der Präsidentschaftswahl im August ist es laut der unabhängigen Beschwerdekommission (ECC) zu Wahlbetrug gekommen. Bei ihren Untersuchungen in mehreren Provinzen habe es "klare und überzeugende Beweise für Betrug" gegeben.

Die ECC wies die afghanische Wahlkommission an, die Stimmen aus betroffenen Wahllokalen zu überprüfen und erneut auszuzählen. Das gelte für Wahllokale, in denen über 100 Prozent der erwarteten Wahlberechtigten abgestimmt hätten. Geprüft werden müssten ferner Wahllokale, in denen ein Kandidat über 95 Prozent der Stimmen gewann.

Fragwürdige Ergebnisse gebe es in den Provinzen Ghasni, Paktika und Kandahar, hieß es weiter, die Ermittlungen dauerten aber noch an. Der Beschwerdekommission gehören drei von den Uno ernannte internationale Mitglieder und zwei Afghanen an.

Am Dienstag hat die afghanische Wahlkommission in Afghanistan zudem 200.000 Stimmen für ungültig erklärt. Eine zweifache Prüfung habe ergeben, dass diese Stimmen nicht gewertet werden könnten, sagte Kommissionsleiter, Daud Ali Nadschafi, am Dienstag in Kabul. "In einigen Regionen war die Beteiligung höher als die Zahl der Stimmzettel, die wir an die Wahllokale geschickt haben." In 447 Wahllokalen sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen.

Karzai gerät wegen der Vorwürfe um Wahlbetrug immer stärker unter internationalen Druck. Die USA und die Vereinten Nationen haben den afghanischen Präsidenten nach Medienberichten zu einer genauen Überprüfung der Wahlen gedrängt. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Mitarbeiter des US-Außenministeriums berichtete, trafen der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, und Uno-Vertreter am Montagabend mit Karzai zusammen. Dabei hätten sie ihn aufgefordert, der unabhängigen Wahlkommission eine eingehende Überprüfung der Vorwürfe zu gestatten.

Am Montag hatte die "New York Times" unter Berufung auf Diplomaten von massiven Betrugsvorwürfen gegen Karzai-Anhänger berichtet. So sollen bei der Abstimmung am 20. August bis zu 800 "Phantom-Wahllokale" eingerichtet worden sein, aus denen Tausende Stimmen für Karzai registriert wurden.

Nach Auszählung von drei Viertel der Wahllokale führt Karzai nach Angaben der Wahlkommission mit 48,6 Prozent der Stimmen. Sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah folgt mit 31,7 Prozent. Für einen Erfolg bereits im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit der Stimmen nötig.

kgp/AP/dpa



Forum - Afghanistan - Demokratisierung oder Taliban-Terror?
insgesamt 4149 Beiträge
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atzlan 20.08.2009
1. mission failed
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
"Die Wahlen werden weit von freien und fairen Wahlen entfernt sein. Ganze Wahlurnen werden verkauft, sie erhalten auf dem Basar Stimmzettel für wenige Dollar. Um die Wahlen herum ist eine ganze Wirtschaft entstanden - mit Demokratie in unserem Sinne hat das aber wenig zu tun." http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistaninterview100.html
zenobit 20.08.2009
2.
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Es gibt keine Demmokratisierung in Afghanistan. Das was als solche dargestellt wird ist eine Farce. Andere Regierungen, die ihr Volk so betrügen, würden International geächtet werden und ihnen würde mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht werden. Krazai kauft oder beseitigt seine poltischen Gegner. Wie soll auch in einem Land indem Bürgerkrieg und Krieg gegen ausländische Truppen herrscht, indem mehr als 1/3 des Landes unter Kontrolle der Taliban steht, auch nur ansatzweise eine demokratische Wahl abgehalten werden? Dazu kommt noch, dass die meisten afghanischen Bürger weder Zeitungen lesen und kennen noch irgendwie Strom oder ein Radio besitzen. Wie sollen sich die Menschen in den Provinzen ein Bild von den Kandidaten machen?? Es wird derjenige gewählt, der ihnen von den Stammesführen vorgeschrieben wird und die lassen siche ihre Loyalität bezahlen.
namlob, 20.08.2009
3.
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wenn wir uns die Gegend einmal näher ansehen, so ist "Demokratie" dort ein Fremdwort. Vergleichen wir mal Tibet vor der KPCh, die postsowejtischen Republiken, Iran u.s.w. Als Alternative gibt es nicht nur die Taliban sondern die Verhältnisse auch bevor die Taliban und die Mujaheddin die Sowjets mit Hilfe der USA des Landes verwiesen haben.
spalthammer 20.08.2009
4. Das kommt darauf an
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wie die Zukunft des Lands aussieht, hängt wohl stark von der weiteren Vorgehensweise ab: Wenn man endlich begreift, daß AFG für eine Demokratie westlicher Maßstäbe nicht reif ist, die Millionen für die getürkte Wahl lieber den Mohnbauern gibt, damit die KEINEN Mohn mehr anbauen, Obamas Strategie (und das sage ich als Obamakritiker) des Eroberns und Haltens konsequent weiterverfolgt (mit den entsprechenden Verlusten) um das Land endlich zu befrieden, DANACH den zivilen Wiederaufbau betreibt, dann kann das durchaus etwas werden. Das geht aber nur, indem man das System Karzai durch einen UN-Kontrollrat ersetzt und den Afghanen die Souveränität erst mal entzieht. Das wird den meisten (von den Exil-Afghanen mal abgesehen) wahrscheinlich auch egal sein, die wollen Frieden, Brot und ein Dach über dem Kopf wenn es kalt wird. Wenn man so weitermacht wie bisher, dann kann man sich bestenfalls geordnet zurückziehen, wahrscheinlich macht man eher britische Erfahrungen und irgendwann klopft wieder ein einsamer Reiter an ein Stadttor... Ich warte jetzt mal auf die Youtube Attacken und Twitter Offensiven der aufgebrachten Afghanen wegen der Wahl, auf die heilige Empörung des Westens ob der gekauften Stimmen (wenn es welche gibt) und auf das Fingerzeigen auf Russland ob des Schulterschlusses mit Karzai... ach, ich habe völlig vergessen, daß wir nicht im Iran sind. Gruß an alle, die dort dienen und bleibt gesund!
spalthammer 20.08.2009
5. Kommt darauf an...
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wie die Zukunft des Lands aussieht, hängt wohl stark von der weiteren Vorgehensweise ab: Wenn man endlich begreift, daß AFG für eine Demokratie westlicher Maßstäbe nicht reif ist, die Millionen für die getürkte Wahl lieber den Mohnbauern gibt, damit die KEINEN Mohn mehr anbauen, Obamas Strategie (und das sage ich als Obamakritiker) des Eroberns und Haltens konsequent weiterverfolgt (mit den entsprechenden Verlusten) um das Land endlich zu befrieden, DANACH den zivilen Wiederaufbau betreibt, dann kann das durchaus etwas werden. Das geht aber nur, indem man das System Karzai durch einen UN-Kontrollrat ersetzt und den Afghanen die Souveränität erst mal entzieht. Das wird den meisten (von den Exil-Afghanen mal abgesehen) wahrscheinlich auch egal sein, die wollen Frieden, Brot und ein Dach über dem Kopf wenn es kalt wird. Wenn man so weitermacht wie bisher, dann kann man sich bestenfalls geordnet zurückziehen, wahrscheinlich macht man eher britische Erfahrungen und irgendwann klopft wieder ein einsamer Reiter an ein Stadttor... Ich warte jetzt mal auf die Youtube Attacken und Twitter Offensiven der aufgebrachten Afghanen wegen der Wahl, auf die heilige Empörung des Westens ob der gekauften Stimmen (wenn es welche gibt) und auf das Fingerzeigen auf Russland ob des Schulterschlusses mit Karzai... ach, ich habe völlig vergessen, daß wir nicht im Iran sind. Gruß an alle, die dort dienen und bleibt gesund!
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