Parlamentswahlen Rechtsnationale SVP triumphiert in der Schweiz

Bei der Parlamentswahl in der Schweiz liegt die rechtsgerichtete Schweizerische Volkspartei vorn. Sie hat laut nationaler Hochrechnung ein Drittel der Sitze gewonnen - und damit ihren Rekord aus dem Jahr 2007 übertroffen.

Freut sich über das Wahlergebnis: SVP-Chef Toni Brunner
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Freut sich über das Wahlergebnis: SVP-Chef Toni Brunner


Mit Forderungen nach einer deutlichen Verschärfung des Asylrechts und größerer Distanz zur Europäischen Union hat die rechtsnationale SVP die Parlamentswahlen in der Schweiz klar gewonnen. Nach der ersten nationalen Hochrechnung hat sich die Schweizerische Volkspartei nicht nur einmal mehr als stärkste Partei in der großen Kammer des Parlaments behauptet, sondern ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Sie kommt demnach auf 65 von 200 Sitzen - das sind elf Sitze mehr als bisher und drei Sitze mehr als beim Rekordergebnis im Jahr 2007.

Als zweitstärkste Kraft konnten sich der Hochrechnung zufolge die Sozialdemokraten (SP) behaupten, die für eine gemäßigte Asylreform und eine engere Kooperation mit der EU geworben hatten. Unter anderem in den Kantonen Zürich und Luzern legte die SP zu.

"Man unterscheidet in der Schweiz nicht mehr zwischen Wirtschaftsmigranten und Sozialmigranten. Und weil das so ist, will man jetzt auch andere Lösungen im Parlament", kommentierte SVP-Chef Toni Brunner das Ergebnis im Schweizer Fernsehen.

Die SVP hatte im Wahlkampf betont, sie wolle die Zuwanderung von Ausländern in die Schweiz begrenzen, Missbrauch im Asylwesen beseitigen und einen "Anschluss" des Alpenlandes an die EU verhindern.

Für die SVP zieht nun erstmals die Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher in den Nationalrat ein - sie ist die Tochter des Milliardärs und SVP-Strippenziehers Christoph Blocher. Im Kanton Graubünden eroberte sie einen zweiten Sitz für die Nationalkonservativen.

Einen Abgeordnetenmandat gewann offenbar auch der SVP-Quereinsteiger und "Weltwoche"-Chefredakteur Roger Köppel. Der einstige Chefredakteur der deutschen Tageszeitung "Die Welt" (2004-2006) war erst kürzlich der SVP beigetreten und gilt vielen bereits als ihr neuer "Chefideologe" in den Fußstapfen von Blocher.

Zuwächse in einigen Kantonen konnte auch die rechtsliberale FDP verbuchen. Die Christdemokraten mussten Einbußen hinnehmen, auch kleinere Mitte-Parteien verloren Stimmen. Politikforscher sprachen in ersten Analysen von einer Machtverschiebung von Mitte-Links nach Mitte-Rechts.

Die rund fünf Millionen stimmberechtigten Eidgenossen waren aufgerufen, 200 Abgeordnete des Nationalrats - der großen Kammer des Parlaments - sowie 45 der 46 Vertreter der Kantone im Ständerat zu wählen.

vet/dpa/AFP



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