Ecuador: Correa für dritte Amtszeit zum Präsidenten gewählt

Ecuadors Präsident ist bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt worden: Teilergebnissen zufolge bekam Rafael Correa 56 Prozent der Stimmen. Damit setzte sich der Sozialist klar gegen die sechs Mitbewerber durch. Der 49-Jährige ließ sich von seinen Anhängern feiern.

Quito - Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador hat sich Amtsinhaber Rafael Correa gleich in der ersten Runde durchgesetzt. Der 49-Jährige holte 56 Prozent der Stimmen, wie der Nationale Wahlrat (CNE) nach Auszählung von 38 Prozent der Stimmzettel mitteilte. Der konservative Banker Guillermo Lasso folgte weit abgeschlagen mit 24 Prozent. Er erkannte seine Niederlage an.

Correa feierte seinen Sieg im ersten Wahlgang mit seinen Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast in Quito versammelt hatten. "Danke für dieses Vertrauen", rief er ihnen vom Balkon aus zu, nachdem ihn drei Nachwahlbefragungen zum Sieger erklärt hatten. "Niemand kann diese Revolution aufhalten", sagte Correa. "Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben."

Zahlreiche Menschen riefen auf den Straßen der Hauptstadt: "Rafael, wir lieben dich", schwenkten grüne Fahnen, zündeten Böller und hupten.

Lasso, der unter den sieben Gegenkandidaten mit Abstand der stärkste war, räumte seine Niederlage ein. "Heute Nacht muss ich den Triumph von Präsident Rafael Correa anerkennen", sagte er in Guayaquil. Correas Wiederwahl verdiene Respekt. Er selbst werde von nun an der "zweite politische Führer in Ecuador" sein.

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Präsidentschaftswahl: Correa
Der linksgerichtete Correa war als klarer Favorit ins Rennen gegangen. Um im ersten Wahlgang zu gewinnen, musste er entweder die absolute Mehrheit erreichen oder mindestens 40 Prozent der Stimmen mit einem Vorsprung von mindestens zehn Prozentpunkten vor dem zweitstärksten Kandidaten.

Correa steht seit dem Jahr 2007 an der Spitze Ecuadors und wurde 2009 zum ersten Mal wiedergewählt. Der in den USA ausgebildete Ökonom stellt sich offen gegen eine neoliberale Wirtschaftspolitik und arbeitet eng mit anderen linken Staatschefs wie etwa dem erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zusammen. Es gelang ihm, das zuvor sehr instabile Ecuador zu festigen.

Es wird davon ausgegangen, dass Correa seine sozialistische Agenda weiter vorantreibt. In den vergangenen sechs Jahren hatte er die Sozialausgaben in dem südamerikanischen Land erhöht und einkommensschwachen Familien den Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen erleichtert. Im Streit mit Ölkonzernen setzte Correa 2010 neue Verträge durch, die Ecuador einen größeren Anteil an den Bodenschätzen des Landes sicherten. Kritiker werfen dem Freund des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez vor, Investoren aus dem Land zu vergraulen und gegnerische Stimmen zu unterdrücken.

Zuletzt machte Correa auch Schlagzeilen, als er dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährte.

In dem südamerikanischen Land wurden am Sonntag außerdem die 137 Mitglieder der Nationalversammlung sowie fünf Abgeordnete für das Anden-Parlament gewählt. Die Wahl verlief ohne Zwischenfälle. Zur Stimmabgabe waren 11,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen.

sun/heb/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Glückwunsch
ceresbz 18.02.2013
Correa ist ein ehrgeiziger Mann, der Bevölkerung Ecuadors geht es seit Beginn seiner Präsidentschaft zunehmend besser. Das Land ist stabilisiert und die sozialen System funktionieren. Ein Volksvertreter, im Gegensatz zu unseren Politikern in der EU ! Glückwunsch !
2. Herzlichen Glückwunsch...
tuscan40 18.02.2013
...und auf in eine neue Zukunft. Auf dass sich dieses Land weiterhin dem abgehalfterten und sogenannten Freien Markt versperrt und weiterhin eine Politik für das Volk macht! Vielleicht kommt die Revolution doch aus solchen Ländern. Denn die Menschen in den westlichen Staaten sind schon durch Propaganda und Ignoranz dermaßen verstrahlt, dass die dortige Masse aus ihrer Komfortzone nicht mehr heraus kommt.
3. Wirklich eine gute Nachricht
huberwin 18.02.2013
Zitat von tuscan40...und auf in eine neue Zukunft. Auf dass sich dieses Land weiterhin dem abgehalfterten und sogenannten Freien Markt versperrt und weiterhin eine Politik für das Volk macht! Vielleicht kommt die Revolution doch aus solchen Ländern. Denn die Menschen in den westlichen Staaten sind schon durch Propaganda und Ignoranz dermaßen verstrahlt, dass die dortige Masse aus ihrer Komfortzone nicht mehr heraus kommt.
Endlich mal ein Präsident, der sich für das Volk einsetzt _ Das er gegen eine neoliberale Wirtschaftspolitik ist macht ihn mir noch symphatischer. Ich wünsche dem Volk weiterhin Fortschritte-
4. ...
ein anderer 18.02.2013
Zitat von sysopEcuadors Präsident ist bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt worden: Teilergebnissen zufolge bekam Rafael Correa 56 Prozent der Stimmen. Damit setzte sich der Sozialist klar gegen die sechs Mitbewerber durch. Der 49-Jährige ließ sich von seinen Anhängern feiern. Wahlen in Ecuador: Correa bleibt Präsident - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/wahlen-in-ecuador-correa-bleibt-praesident-a-883950.html)
Wie lange werden die USA diesem treiben noch zuschauen? Zwar hat der Sozialismus-Vorwurf seit dem Ende des Kalten Krieges an Wirkung verloren aber Südamerika wurde schon lange vor der Oktoberrevolution in Russland von den USA geknechtet. US-Aussenminister Richard Olney erklärte 1894 offen: „Tatsächlich sind die USA praktisch der Souverän auf diesem Kontinent, und ihre Anweisungen sind Gesetz in allen Angelegenheiten, wo sie intervenieren.“ Haben die USA tatsächlich ihre "Kolonien" nach dem Kalten Krieg in die Freiheit entlassen oder nur die Leine etwas gelockert? Als Bush jr. die 4. Flotte wieder in Dienst stellte, die 4.Flotte nannte man auch Südamerika-Flotte von wo aus der Kontinent militärisch unterjocht wurde, schien es als würden die USA die Leine wieder anziehen zu wollen.
5. optional
farbenstadt 18.02.2013
Der Artikel zur Wiederahl Correas liest sich ja so, als hätten die Menschen hier dank des Präsidenten keine Probleme mehr. Wir reden immernoch über das zweitärmste Land in Südamerika (vor Schlusslicht Bolivien). Viele Menschen, gerade in den ländlichen Gebieten außerhalb Quitos oder Guayaquils leben nach wie vor in teilweise erbärmlichen Zuständen. Die Haushaltsbilanz wird nur durch die Ölexporte ausgeglichen. Dass diese jedoch nicht unendlich anhalten werden, ist klar. Doch anstatt die Einnahmen in bessere Bildung und Fortschritt zu stecken, schustert man den Armen $50 im Monat zu oder subventioniert den Benzinpreis (Gallone zwischen 1-2USD) und sichert sich so seine Wiederwahl. Das fragwürdige Verhalten gegenüber den indigen Völkern im Oiente, dort wo die Bodenschätze liegen, kommt hinzu. Ob man den Ecuadorianern auf lange Sicht zu dieser Wahl gratulieren kann? "die sozialen System funktionieren." Haben sie sich mal ein Bild vor Ort gemacht?
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Fläche: 272.045 km²

Hauptstadt: Quito

Staats- u. Regierungschef: Rafael Correa

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