Quito - Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador hat sich Amtsinhaber Rafael Correa gleich in der ersten Runde durchgesetzt. Der 49-Jährige holte 56 Prozent der Stimmen, wie der Nationale Wahlrat (CNE) nach Auszählung von 38 Prozent der Stimmzettel mitteilte. Der konservative Banker Guillermo Lasso folgte weit abgeschlagen mit 24 Prozent. Er erkannte seine Niederlage an.
Correa feierte seinen Sieg im ersten Wahlgang mit seinen Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast in Quito versammelt hatten. "Danke für dieses Vertrauen", rief er ihnen vom Balkon aus zu, nachdem ihn drei Nachwahlbefragungen zum Sieger erklärt hatten. "Niemand kann diese Revolution aufhalten", sagte Correa. "Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben."
Zahlreiche Menschen riefen auf den Straßen der Hauptstadt: "Rafael, wir lieben dich", schwenkten grüne Fahnen, zündeten Böller und hupten.
Lasso, der unter den sieben Gegenkandidaten mit Abstand der stärkste war, räumte seine Niederlage ein. "Heute Nacht muss ich den Triumph von Präsident Rafael Correa anerkennen", sagte er in Guayaquil. Correas Wiederwahl verdiene Respekt. Er selbst werde von nun an der "zweite politische Führer in Ecuador" sein.
Correa steht seit dem Jahr 2007 an der Spitze Ecuadors und wurde 2009 zum ersten Mal wiedergewählt. Der in den USA ausgebildete Ökonom stellt sich offen gegen eine neoliberale Wirtschaftspolitik und arbeitet eng mit anderen linken Staatschefs wie etwa dem erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zusammen. Es gelang ihm, das zuvor sehr instabile Ecuador zu festigen.
Es wird davon ausgegangen, dass Correa seine sozialistische Agenda weiter vorantreibt. In den vergangenen sechs Jahren hatte er die Sozialausgaben in dem südamerikanischen Land erhöht und einkommensschwachen Familien den Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen erleichtert. Im Streit mit Ölkonzernen setzte Correa 2010 neue Verträge durch, die Ecuador einen größeren Anteil an den Bodenschätzen des Landes sicherten. Kritiker werfen dem Freund des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez vor, Investoren aus dem Land zu vergraulen und gegnerische Stimmen zu unterdrücken.
Zuletzt machte Correa auch Schlagzeilen, als er dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährte.
In dem südamerikanischen Land wurden am Sonntag außerdem die 137 Mitglieder der Nationalversammlung sowie fünf Abgeordnete für das Anden-Parlament gewählt. Die Wahl verlief ohne Zwischenfälle. Zur Stimmabgabe waren 11,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen.
sun/heb/dpa/AFP/Reuters
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