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Wahlen in Großbritannien: Prognosen sehen Cameron deutlich vorn

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AP

Premier David Cameron: Klar vor Labour

Die Konservativen sind bei den britischen Parlamentswahlen stärkste Kraft geworden - klar vor Labour. Doch die Auszählung wird zur Zitterpartie für Premier Cameron: Sein bisheriger Koalitionspartner hat katastrophal abgeschnitten.

Bei den Parlamentswahlen in Großbritannien sind die Konservativen von Premier David Cameron einer Prognose zufolge stärkste Kraft geworden. Sie kommen demnach auf 316 Sitze im Parlament. Der Abstand zur zweitplatzierten Labour Party von Herausforderer Ed Miliband ist demnach überraschend groß - Labour kommt laut der Nachwahlbefragungen nur auf 239 Sitze.

Cameron hat also die Wahlen gewonnen - eine absolute Mehrheit im Parlament hat er aber wohl verfehlt. Für das Unterhaus gibt es 650 Mandate, die nach dem Mehrheitswahlrecht vergeben werden.

Camerons derzeitiger Koalitionspartner - die Liberaldemokraten von Nick Clegg - kommt laut Exit Polls auf zehn Sitze und hätte damit 47 Sitze verloren; zusammen mit den Konservativen hätten die Liberaldemokraten aber eine äußerst knappe Mehrheit im Unterhaus von einem Sitz - sofern die Prognosen sich bestätigen. Die Schottische Nationalpartei (SNP) kommt den Prognosen zufolge auf 58 der 59 in Schottland zu vergebenden Sitze - ein sensationelles Ergebnis. Vor fünf Jahren hatten sie nur sechs Wahlkreise gewonnen. Die rechtspopulistische Ukip hat laut der Prognose nur zwei Sitze im britischen Parlament erreicht.

Die letzten Umfragen vor der Wahl hatten ein deutlich knapperes Rennen zwischen Tories und Labour vorhergesagt. Auch die SNP ist laut Exit Polls stärker als erwartet. "Wir sollten die Prognose mit großer Vorsicht genießen", sagte SNP-Chefin Nicola Sturgeon in einer ersten Reaktion.

Paddy Ashdown, Ex-Chef der Liberaldemokraten, sagte in der BBC: "Ich werde vor laufender Kamera meinen Hut aufessen, wenn die Exit Polls stimmen." Alastair Campbell, Ex-Sprecher von Tony Blair, kündigte an, er werde seinen Kilt verspeisen, sollte die SNP tatsächlich 58 Mandate im House of Commons erringen.

Tories haben laut Prognosen dazu gewonnen

Eine von der SNP unterstützte Labour-Minderheitsregierung scheint ausgeschlossen. Parteichefin Sturgeon hatte sich im Wahlkampf dafür ausgesprochen, um eine weitere Amtszeit Camerons zu verhindern. Miliband schloss jedoch seinerseits eine Zusammenarbeit mit der SNP aus.

Sollte sich die Prognose der britischen BBC bestätigen, haben die Tories von Cameron deutlich besser abgeschnitten, als die letzten Umfragen erwarten ließen und hätten sogar mehr Sitze gewonnen als bei der zurückliegenden Wahl 2010, als sie auf 307 Sitze kamen.

Bleibt Cameron im Amt - so wie es aussieht - droht ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Darüber will der Konservative die Briten im Jahr 2017 in einem Referendum abstimmen lassen.

Insgesamt waren am Donnerstag mehr als 45 Millionen Briten an die Urnen gerufen. Belastbare Ergebnisse werden im Laufe des Freitags erwartet. Experten hatten bereits im Vorfeld des Urnengangs mit einer wochenlangen Hängepartie bei der Regierungsbildung gerechnet.

Koalitionen sind für die Briten ohnehin immer noch ungewöhnlich. Nach der Wahl 2010 gab es im Vereinigten Königreich, wo Labour und Tories zuvor stets allein regierten, die erste Koalitionsbildung seit dem Jahr 1945.

anr/syd/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Kinnock-Faktor
andreu66 07.05.2015
Ein Oppositionsführer, dem keiner traut, unterliegt einem blassen Premier. Kinnock vs Major. Und Kinnock war eben auch von den unberechenbaren Gewerkschaften abhängig, die das UK in den 70ern fast in die Katastrophe getrieben haben - und das ist nicht vergessen.
2. nun ja die Briten wollen die Option
TomTheViking 07.05.2015
Wenn Cameron den Volksentscheid zum EU Austritt 2017 nicht gewährt hätte wäre er politisch tot wie er es sein würde wenn er diesen Volksentscheid nicht herbeiführen würde. Miliband war und ist ein politischer Narr, nur gestützt durch IT Hypes ohne Rückhalt in der Bevölkerung. Seine Karte EU oder Tod hat gezogen er ist politisch tot.
3. Sowas kann sich im Laufe einer Wahlnacht leciht ändern.
von_scheifer 07.05.2015
Ich erinnere an das Verhalten von Gerhard Schröder in de Elefantenrunde nach der Wahl 2005. Als er völlig sicher war, dass die Wahlfälschung bei den Briefwählern ausreichen würde, sein Mandat zu bestätigen. Was er nicht berücksichtigte war, dass der Wahlleiter ein CDU-Mitglied war.... :-) Also, warten wir erst einmal die bestätigten Informationen ab, statt diesem immer gleichen Medien-Pillepalle Glauben zu schenken.
4. peinlich für Deutschland
toby85fue 07.05.2015
Eine der drei größten Nationen wählt sein Parlament. eine Wahl mit einem evtl daraus entstehenden Referendum gegen die EU-Mitgliedschaft und ich muss bbc, sky news oder cnn schauen, um mich zu informieren. auf n24 läuft eine hitler-Doku. ntv berichtet knapp 2 Minuten, die ör überhaupt nicht. einfach nur traurig
5. Simply british...
ashkar532 07.05.2015
If this turns out to be true, this is simply british. In 2007 I uttered towards my british colleagues, I'd love to see them joining EURO and all european treaties. They looked at me. That is a very british thing to do, look AT someone - in that way - in my experience. We should know by now what to expect, and all expectations higher than our darkest dreams should be discouraged.
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