Wahlen in Iran: Reformer Aref zieht Kandidatur zurück

Politiker Aref: Doch kein Antritt bei der Wahl in Iran Zur Großansicht
AP/dpa

Politiker Aref: Doch kein Antritt bei der Wahl in Iran

Am Freitag wählt Iran ein neues Parlament, Mohammed Resa Aref wird allerdings nicht auf den Stimmzetteln stehen: Der Reformer erklärte seinen Verzicht. Zuvor hatte ihn sein Lager massiv gedrängt, mit diesem Schritt die Chancen eines anderen Kandidaten zu verbessern.

Teheran - Wenige Tage vor der iranischen Präsidentenwahl am Freitag hat der Reformer Mohammed Resa Aref seine Kandidatur zurückgezogen. Er erklärte dies am Dienstag in einer von der Nachrichtenagentur Isna verbreiteten Mitteilung. Der einstige Vizepräsident war der letzte verbliebene reformorientierte Politiker im Kandidatenfeld.

Aref sagte zur Begründung, er habe am Montagabend eine Mitteilung des früheren reformorientierten Präsidenten Mohammed Chatami erhalten. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass seine Kandidatur nicht "zweckdienlich" sei.

"In Anbetracht der expliziten Meinung von Herr Chatami und den Erfahrungen aus zwei vergangenen Präsidentenwahlen erkläre ich meinen Rückzug vom Wahlkampf", teilte Aref mit. Er rief die Iraner dazu auf, an der Wahl teilzunehmen, sprach aber keine Empfehlung für einen anderen Kandidaten aus.

In den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Forderungen aus dem Reformerlager an den 61-Jährigen gegeben, zugunsten des moderaten Bewerbers Hassan Ruhani auf eine Kandidatur zu verzichten. So sollen die Kräfte gebündelt werden.

"Ruhani ist von nun an der Kandidat des Reformlagers", hieß es dann auch unmittelbar nach dem Verzicht Arefs in einer Erklärung des sogenannten Konsultativrates, der Moderate und Reformer vereint. Ruhani hat sowohl die Unterstützung des Ex-Staatschefs Chatami als auch vom moderaten Ex-Präsidenten Ali Akbar Haschemi Rafsandschani.

2009 hatte es nach dem Sieg von Mahmud Ahmadinedschad Wahlbetrugsvorwürfe gegeben. Es kam monatelang zu Protesten.

jok/Reuters

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1.
alfredoneuman 11.06.2013
Zitat von sysopAP/dpaAm Freitag wählt Iran ein neues Parlament, Mohammed Resa Aref wird allerdings nicht auf den Stimmzetteln stehen: Der Reformer erklärte seinen Verzicht. Zuvor hatte ihn sein Lager massiv gedrängt, mit diesem Schritt die Chancen eines anderen Kandidaten zu verbessern. http://www.spiegel.de/politik/ausland/wahlen-in-iran-reformer-aref-zieht-kandidatur-zurueck-a-904975.html
Der Iran versucht u.a mit Begriffskaperungen wie "Reformer" Demokratie vorzugaukeln. Ahmedinejads Vorgänger Chatami, der 8 Jahrelang amtieren durfte, war auch ein "Reformer", bloß hat das in der Praxis niemand gemerkt. Die Mullahkratie lässt sich nicht reformieren, sie muss verschwinden.
2.
nalle84 11.06.2013
Zitat von alfredoneumanDer Iran versucht u.a mit Begriffskaperungen wie "Reformer" Demokratie vorzugaukeln. Ahmedinejads Vorgänger Chatami, der 8 Jahrelang amtieren durfte, war auch ein "Reformer", bloß hat das in der Praxis niemand gemerkt. Die Mullahkratie lässt sich nicht reformieren, sie muss verschwinden.
Leider wahr. Der iranische Präsident ist nur ein Statist, so wie der deutsche BP. Im Iran wird jedoch so getan, als ob er was zu sagen hätte. Hier steht es in der Verfassung, dass der Präsident nur Hallööchen sagen darf. Ja Gesetze darf er in Kraft setzen... aber wehe er tut es mal nicht... Ahmadinedschad hat sich ja auch schon mit Chamenei angelegt. Alter Schwede, der Iran hat ein so gewaltiges Potenzial... aber diese engstirnigen Mullahs blockieren das ganze Land.
3.
1965 11.06.2013
Essentiell ist eine Trennung von Politik und Religion. Alles andere ist Augenwischerei und das nicht nur in Iran.
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