Wahlkampf der US-Republikaner Santorum baut seinen Vorsprung aus

Rick Santorum ist im Präsidentschaftswahlkampf der Republikaner der Mann der Stunde: Der Ex-Senator und Erzkatholik liegt in Umfragen jetzt klar vor dem bisherigen Favoriten Mitt Romney. Die anderen beiden Bewerber folgen weit abgeschlagen.

Santorum (mit seiner Frau Karen): Der Erzkatholik auf Erfolgskurs
AP

Santorum (mit seiner Frau Karen): Der Erzkatholik auf Erfolgskurs


Washington - Rick Santorum baut seinen Vorsprung im Rennen der Republikaner um die Herausforderung von Barack Obama aus. Der ehemalige Senator führt nach einer landesweiten Gallup-Umfrage jetzt mit 36 Prozent vor Multimillionär Mitt Romney, den nur noch 28 Prozent als Präsidentschaftsbewerber haben wollen.

Damit hat Santorum nach Meinung von Experten erstmals einen eindeutigen Vorsprung, der außerhalb statistischer Fehlermargen bei Umfragen liege. Der 53-jährige Santorum hatte vor zwei Wochen überraschend bei Vorwahlen in den drei Bundesstaaten Colorado, Minnesota und Missouri gewonnen.

Die beiden anderen Bewerber bei den Republikaner-Vorwahlen sind dagegen klar abgeschlagen: Der ehemaligen Parlamentspräsidenten Newt Gingrich kommt nur noch auf 13 Prozent der republikanischen Vorwähler, der radikalliberale Ron Paul auf elf Prozent.

Auch ein vom Onlinedienst "Real Clear Politics" errechneter Mittelwert aus sechs Umfragen sieht Santorum klar vorn. Demnach käme der Erz-Katholik auf knapp 34, Romney auf 28 Prozent.

Zu Beginn der Vorwahlen im Januar galt Romney lange Zeit als klarer Favorit und Santorum als krasser Außenseiter. Jetzt scheint das Rennen um die Kandidatur völlig offen.

Die nächsten Abstimmungen stehen am 28. Februar an, in den Bundesstaaten Arizona und Michigan. Doch eine erste echte Vorentscheidung ist frühestens beim "Super Tuesday" am 6. März zu erwarten - dann wird auf einen Schlag in zehn Bundesstaaten gewählt. Insgesamt stehen noch über 40 Vorwahlen an. Endgültig wollen die Republikaner erst bei ihrem Parteitag Ende August über die Kandidatur entscheiden.

als/dpa/AFP

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Seite 1
simon23 20.02.2012
1.
Zitat von sysopAPRick Santorum ist im Präsidentschaftswahlkampf der Republikaner der Mann der Stunde: Der Ex-Senator und Erzkatholik liegt in Umfragen jetzt klar vor dem bisherigen Favoriten Mitt Romney. Die anderen beiden Bewerber folgen weit abgeschlagen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,816541,00.html
Wenn es so kommt das Santorum gewinnt, wirds Obama wohl wieder werden. Das ist immerhin besser als gar nichts. Ich hoffe doch zumindest, das die religiöse Rechte noch nicht mehrheitsfähig in den USA ist.
dent42 20.02.2012
2.
Zitat von simon23Wenn es so kommt das Santorum gewinnt, wirds Obama wohl wieder werden. Das ist immerhin besser als gar nichts. Ich hoffe doch zumindest, das die religiöse Rechte noch nicht mehrheitsfähig in den USA ist.
Sollte Santorum nominiert werden, ist Obama der Wahlsieger. Er wird moderat konservative, sozial liberale, unabhängige, Frauen und sämtliche Minderheiten in Scharen zu Obama (zurück)treiben und viele Konservative von der Urne fernhalten. Natürlich wird er auch unfassbar viel logistische und finanzielle Unterstützung von den entsprechenden Interessengruppen bekommen.
Frietjoff 20.02.2012
3.
Zitat von dent42Sollte Santorum nominiert werden, ist Obama der Wahlsieger. Er wird moderat konservative, sozial liberale, unabhängige, Frauen und sämtliche Minderheiten in Scharen zu Obama (zurück)treiben und viele Konservative von der Urne fernhalten. Natürlich wird er auch unfassbar viel logistische und finanzielle Unterstützung von den entsprechenden Interessengruppen bekommen.
Dein Wort in Wählers Ohr. 2000 haben wir auch so gedacht – und Gore hat doch nur ein Unentschieden geschafft, der es den konservativen Richtern erlaubt hat, Bush ins Amt zu hieven.
knnknn 20.02.2012
4. Paul liegt vorne
Vorsicht. So einfach ist das nicht. Einer der Gründe, warum Santorum so weit vorne liegt ist, dass Santorum bislang hinten lag, und sich deshalb die TV-Attacken auf Gingrich konzentrierten (der bislang weit vorne lag). Das ganze kann sich schnell ändern. Im übrigen sind Umfragen nichts und Delegierte alles. Und da dürften wohl Romney und Paul vorne liegen und vorne bleiben, weil Gingrich und Santorum es nicht geschafft haben auf vielen zukünftigen Wahlzetteln zu erscheinen (haben nicht die nötigen Unterschriften zusammengekriegt). Es ist delegiertentechnisch fast unmöglich, dass Santorum oder Gingrich gewinnen. Santorum stiehlt aber viele Stimmen von Romney und so könnte Paul als der strahlende Gewinner hervorgehen.
gandhiforever 20.02.2012
5. Ob er vorne bleibt,
Zitat von sysopAPRick Santorum ist im Präsidentschaftswahlkampf der Republikaner der Mann der Stunde: Der Ex-Senator und Erzkatholik liegt in Umfragen jetzt klar vor dem bisherigen Favoriten Mitt Romney. Die anderen beiden Bewerber folgen weit abgeschlagen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,816541,00.html
ist keineswegs sicher. Als Frontrunner wird ihm auch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Und, was da alles zum Vorschein kommt, das wird sogar einige Konservative dazu bringen, sich abzuwenden, von den Unabhaengigen gar nicht zu reden. Ob Protestanten (die nicht-evangelikalen Nicht-Katholiken) erbaut sein werden, wenn sie lesen, dass sie in Santorums Sicht sich vom echten Christentum abgewendet haben, auf dem absteigenden Ast sind, ist kaum anzunehmen. Seine Ablehnung von Verhuetungsmitteln (weil diese dem eigentlichen Sinn des Geschlechtsverkehrs widersprechen) wird ihm bei Frauen kaum helfen, schon gar nicht der "Witz" seines Financiers (Wenn les cons dumme Bemerkungen machen, werden sie spaeter immer zu Witzen), dass eine Aspirin zwischen den Knien die beste Verhuetung ist. Praenatale Untersuchungen fuehren laut Santorum zu mehr Abtreibungen. Santorum ist so von seinen Ansichten so ueberzeugt, dass ihm gar nicht der Gedanke kommt, er koenne damit auch Waehler vor den Kopf stossen. Die Republikaner stehen halt vor einem Dilemma: Wer soll's sein, der Ultrareligioese oder der Wendehals, oder? In Michigan jedenfalls schmilzt Santorums Vorsprung bei den Umfragen schon wieder, denn Romney erscheint zwar als sehr flexibel, aber auch als nicht ganz so grosser Spinner. Aber Santorum hat dort sogar noch Reserven. 10% der Republikaner in Michigan sind der Meinung, der ehemalige Senator sei zu liberal. Man muss schon mehr als spinnen, wenn man Santorum fuer liberal haelt.
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