Wahlkampf in Frankreich Hollande fordert Spitzensteuersatz von 75 Prozent

Spitzenverdiener in Frankreich müssen mit massiven Abgaben rechnen, sollten die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen. Kandidat Hollande hat sich jetzt für eine saftige Reichensteuer starkgemacht.

Französischer Präsidentschaftskandidat Hollande: Der Sozialist führt in Umfragen
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Französischer Präsidentschaftskandidat Hollande: Der Sozialist führt in Umfragen


Paris - Der französische Präsidentschaftskandidat François Hollande will im Wahlkampf mit einer drastischen Reichensteuer punkten. Der Sozialist schlug am Montagabend eine Abgabe von 75 Prozent auf Jahreseinkommen über einer Million Euro vor.

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Heft 9/2012
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Zudem sollten unter Präsident Nicolas Sarkozy eingeführte Steuererleichterungen zurückgenommen werden, sagte Hollande dem TV-Sender TF1. Das System solle insgesamt fairer gestaltet werden, etwa auch durch höhere Kapitalertragssteuern.

Die künftige Steuerpolitik ist ein wichtiges Thema im Wahlkampf. Sarkozy hatte kürzlich geringere Belastungen für Geringverdiener in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte Sarkozy zudem mit einem Rechtsruck zu punkten versucht: Keine Homo-Ehe, kein Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer bei Kommunalwahlen und keine Adoptionskinder für gleichgeschlechtliche Paare - so lautete seine Devise. Arbeit, Verantwortlichkeit und Autorität seien seine Werte.

Die erste Runde der Präsidentenwahl ist für den 22. April angesetzt. Eine Stichwahl würde am 6. Mai stattfinden. Den jüngsten Umfragen zufolge würde Hollande in der zweiten Runde zwölf Punkte vor Sarkozy liegen.

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Reichensteuer

Der französische Präsidentschaftskandidat Hollande hat drastische Steuererhöhungen für Reiche vorgeschlagen: 75 Prozent Steuern auf Einkommen ab einer Million Euro. Wäre das ein Modell für Deutschland?

hen/Reuters



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insgesamt 148 Beiträge
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Seite 1
xzz 28.02.2012
1. .
Zitat von sysopREUTERSSpitzenverdiener in Frankreich müssen mit massiven Abgaben rechnen, sollten die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen. Kandidat Hollande hat sich jetzt für eine saftige Reichensteuer starkgemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817960,00.html
Ach, viel schöner ist doch der "Rechtsruck"-Teil: "Keine Homo-Ehe, kein Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer bei Kommunalwahlen und keine Adoptionskinder für gleichgeschlechtliche Paare" Damit ist Sarkozy jetzt ebenso rechts wie Willy Brandt. Kaum zu glauben, diese Schlagzeile.
whiteelephant1 28.02.2012
2. Typisch
Zitat von sysopREUTERSSpitzenverdiener in Frankreich müssen mit massiven Abgaben rechnen, sollten die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen. Kandidat Hollande hat sich jetzt für eine saftige Reichensteuer starkgemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817960,00.html
Warum schreien Politiker immer nur nach Steuererhöhungen? Sollte man nicht erst einmal seine Ausgaben genauestens analysieren? Jeder Bürger hat ein bestimmtes einkommen. Damit muss er auskommen. Wenn er zu viel ausgibt ist er pleite. Damit er aber mikt seinem Einkommen leben kann, muss er die Ausgaben entsprechend dem Einkommen anpassen. Ist das Einkommen eines Bürges zu gering, kann er sicherlich mehr Gehalt fordern. Bekommt er aber nicht. Also, ihr verrückten Europapolitiker, lernt endlich einmal, wie man einen Haushalt ohne Schulden führt. Baut bitte Bürokratie ab, denn die trägt definitv nicht zum Wirtschaftswachstum bei. Die kostet nur. Und dann geht mal an die ganzen bescheuerten Subventionen. Diese Art der Politiker hat ausgedient.
Maya2003 28.02.2012
3. ..
Zitat von sysopREUTERSSpitzenverdiener in Frankreich müssen mit massiven Abgaben rechnen, sollten die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen. Kandidat Hollande hat sich jetzt für eine saftige Reichensteuer starkgemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817960,00.html
Der Mann wird eben auch drei Monate brauchen um zu erkennen daß der Titel "Präsident der Republik" weniger Wert besitzt als der eines Bankenvorstands. Mitterand begann auch mit Träumen. 1983 war Schluss damit. Hollande ist Idealist - das erste Treffen mit Merkel wird für ihn ein Schock sein. Und "die Märkte" werden ihn sanft aber bestimmt in die "richtige" Richtung lenken. So sehr ich ihm Erfolg wünsche, so sehe ich doch in den wahren Machtverhältnissen das größte Hindernis seine Pläne auch nur ansatzweise umzusetzen.
vincent1958 28.02.2012
4. Endlich...
Zitat von sysopREUTERSSpitzenverdiener in Frankreich müssen mit massiven Abgaben rechnen, sollten die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen. Kandidat Hollande hat sich jetzt für eine saftige Reichensteuer starkgemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817960,00.html
..mal einer,der es richtig anpackt!
Xircusmaximus 28.02.2012
5. Leider immer noch viel,viel zu niedrig 100%
Zitat von sysopREUTERSSpitzenverdiener in Frankreich müssen mit massiven Abgaben rechnen, sollten die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen. Kandidat Hollande hat sich jetzt für eine saftige Reichensteuer starkgemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817960,00.html
. Leider immer noch viel,viel zu niedrig 100% müssten es sein, ab einem Jahreseinkommen sagen wir mal von 500 000 Euro. Alles was darüber kommt, konsequent wegbesteuern. Niemand kann mehr verdienen ohne Andere dafür bestehlen zu müssen.
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