Wahlkampf in Frankreich Marine Le Pen fehlen noch 50 Stimmen

Marine Le Pen läuft die Zeit davon. Der Chefin der französischen Rechtsradikalen braucht noch fast 50 Unterschriften, wenn sie bei der Präsidentschaftswahl zugelassen werden will.

Marine Le Pen: Bislang 452 Unterstützer
AFP

Marine Le Pen: Bislang 452 Unterstützer


Paris - Optimismus klingt anders: "Ich habe jetzt 452 Unterstützer. Mir fehlen 48, das ist viel", sagte Marine Le Pen am Donnerstagabend dem TV-Sender France 2. Rund zwei Wochen hat die Vorsitzende der rechtsextremen Front National (NP) noch, um bei der Präsidentschaftswahl kandidieren zu können.

Jeder Bewerber um das Präsidentenamt in Frankreich muss bis zum 16. März mindestens 500 Unterschriften von Unterstützern vorlegen, um zur Wahl zugelassen zu werden. Ähnlich wie die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl sollen die sogenannten Wahlpaten verhindern, dass es zu viele Kandidaten für Frankreichs höchstes Staatsamt gibt. Gewählt wird am 22. April und 6. Mai.

Le Pen appellierte an die "mutigen Bürgermeister", ihr die für die Kandidatur noch fehlenden knapp 50 Unterschriften zu geben. Sie müsse nun "nicht nur mein Schicksal, sondern auch das Schicksal der französischen Demokratie" einer Handvoll Frauen und Männern anvertrauen, sagte Le Pen.

In der vergangenen Woche hatte der Verfassungsrat in Paris entschieden, dass die Unterstützung von Präsidentschaftskandidaten weiterhin öffentlich erfolgen muss. Le Pen hatte vergeblich versucht, diese Regelung zu kippen. Die Tochter des FN-Gründers Jean-Marie Le Pen will in Frankreich den Franc wieder einführen und die europäischen Verträge neu verhandeln.

In Umfragen zur Präsidentschaftswahl liegt die Chefin der ausländerfeindlichen Partei derzeit bei etwa 17 Prozent. Favorit in den Umfragen ist der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande, der den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy schlagen will.

als/AFP



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kuehtaya 02.03.2012
1. Unfassbar
Die politische Konkurrenz (nur Amtsträger wie Bürgermeister sind zugelassen) entscheidet über einen Mitbewerber. Wie wird das wohl ausgehen? Wenn es ernsthaft um Beschränkung von Kandidaten ginge, dann könnte man das von einer Volkszustimmung, in Form einer Unterschriften Aktion abhängig machen. Wer sich aufstellen lassen will, braucht 100000 Unterschriften aus dem französischem Volk, so oder ähnlich.
Thomas-Melber-Stuttgart 02.03.2012
2.
Zitat von kuehtayaDie politische Konkurrenz (nur Amtsträger wie Bürgermeister sind zugelassen) entscheidet über einen Mitbewerber. Wie wird das wohl ausgehen? Wenn es ernsthaft um Beschränkung von Kandidaten ginge, dann könnte man das von einer Volkszustimmung, in Form einer Unterschriften Aktion abhängig machen. Wer sich aufstellen lassen will, braucht 100000 Unterschriften aus dem französischem Volk, so oder ähnlich.
'ist in Deutschland auch heftig, insbesondere zur Aufstellung von Kandidaten zu Landtagswahllen - in Bayern ganz besonders schlimm, da müssen Unterstützer aufs Amt zum unterschreiben.
Bernd_1961 02.03.2012
3. kann man nur hoffen,
Zitat von sysopAFPMarine Le Pen läuft die Zeit davon. Der Chefin der französischen Rechtsradikalen braucht noch fast 50 Unterschriften, wenn sie bei der Präsidentschaftswahl zugelassen werden will. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818775,00.html
das Frau le Pen die Stimmen noch bekommt. Allein die Punkte "Franc einführen, EU-Verträge neu verhandeln" sind begrüßenswert. Auch in D gibt es Parteien, die dies befürworten, werden von der deutschen linken Propagandamaschinerie allerdings als "Rechtspopulisten" verunglimpft und viel zu viele deutsche Lemminge falle auf diese Propaganda herein. Noch....
zehbeh 02.03.2012
4. .
Zitat von Bernd_1961das Frau le Pen die Stimmen noch bekommt. Allein die Punkte "Franc einführen, EU-Verträge neu verhandeln" sind begrüßenswert. Auch in D gibt es Parteien, die dies befürworten, werden von der deutschen linken Propagandamaschinerie allerdings als "Rechtspopulisten" verunglimpft und viel zu viele deutsche Lemminge falle auf diese Propaganda herein. Noch....
Zum Glück durchschauen ja einige helle Köpfe wie Sie diese "linke Propagandamaschinerie", die gleichgeschalteten Medien, die alle von der finanziell übermächtigen "Linken" finanziert werden. Die wahren *Rechts*staatler, die ihr Land wirklich lieben und ehren können da nur einen unterwanderten Verfassungsschutz entgegensetzen, um subversiv ihre *richtige* Meinung im Staat zu verankern... Hört sich das wirr genug an? Dann könnte es ihnen ja zusagen, lieber Bernd.
almabu 02.03.2012
5. Ihrem Vater gelang es zuletzt nur ganz knapp
Zitat von sysopAFPMarine Le Pen läuft die Zeit davon. Der Chefin der französischen Rechtsradikalen braucht noch fast 50 Unterschriften, wenn sie bei der Präsidentschaftswahl zugelassen werden will. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818775,00.html
mit 507 Bürgen aus einer Gesamtmenge von etwa 40.000 möglichen Wahlbeamten in Frankreich, diese nicht zu unterschätzende Hürde zu überwinden. Da diese Amtsträger alle noch Karriere machen wollen und dabei die beiden großen Parteien wichtig und einflussreich sind, will so mancher sich nicht "öffentlich" für die Front National stark machen. Es könnte ein Karriereknick sein. Damit wird mit dieser 500-Bürgen-Regelung faktisch der Staatsapparat und die Altparteien bevorzugt. Es waren übrigens ursprünglich nur 100 Bürgen, die gefordert waren, aber irgendwann hat ein Präsident, ich glaube es war Valéry Giscard d' Estaing, diese Zahl mehr oder weniger willkürlich auf 500 erhöht. Es ist eigentlich nicht so wichtig, ob Marine Le Pen zur Wahl antreten kann, denn ihre Umfragewerte von ursprünglich bis zu 20 % der Wählerstimmen haben sich zuletzt bei 15-17% eingependelt. Aber die FN hat Sarkozy schon dazu gezwungen, sich Teile und Slogans ihres Rechten Programmes anzueignen. ER ist gezwungen, bei der Rechten zu plündern, wenn er seinen Rückstand von ca. 5% auf Hollande im Ersten Wahlgang verringern will. In der Stichwahl dürfte dann allerdings nach heutigen Umfragen Schluss für Merkels Busenfreund Sarkozy sein. Sie geben Hollande derzeit rund 20 % Vorsprung...
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