Wahlkampf in Pakistan Angreifer entführen Sohn von Ex-Premier Gilani

Der Wahlkampf in Pakistan wird von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet. Im Süden des Landes verschleppten Unbekannte den Sohn des früheren Premiers Yousuf Raza Gilani.

Ehemaliger pakistanischer Premier Gilani: Sorge um Sohn nach Entführung
AFP

Ehemaliger pakistanischer Premier Gilani: Sorge um Sohn nach Entführung


Islamabad - Am Sonntag soll Pakistan ein neues Parlament bekommen. Doch von friedlichen Wahlen ist das Land derzeit weit entfernt. Immer wieder kommt es zu Anschlägen auf Veranstaltungen der verschiedenen Parteien. Die jüngste Attacke richtete sich gegen die Familie des Premierministers Yousuf Raza Gilani.

Am Donnerstag wurde eine Wahlkampfparade in der südlichen Provinz Punjab angegriffen und Ali Haider Gilani an einen unbekannten Ort verschleppt. Laut der örtlichen Polizei stürmten die Täter die Veranstaltung in der Stadt Multan und eröffneten das Feuer auf die Gilani-Anhänger. Dabei wurde mindestens ein Mitarbeiter Gilanis getötet.

Noch hat sich niemand zu dem Angriff bekannt oder Forderungen gestellt. Viele der jüngsten Anschläge, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen, gingen jedoch auf das Konto von Taliban-Gruppen.

Auch für die kommenden Tage plant die radikalislamische Gruppe offenbar weitere Selbstmordanschläge. Taliban-Führer Hakimullah Mehsud habe die Attacken persönlich befohlen, sagte ein Kommandeur der Extremisten am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Mehrere Attentäter seien entsandt worden, um die Anschläge zu verüben.

"Du kümmerst dich um Anschläge in Punjab und Sindh, ich übernehme Khyber Pakhtunkhwa und Baluchistan", hieß es in einem Brief, der offenbar von Mehsud an Taliban-Sprecher Ehsanullah Ehsan adressiert war und der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

jok/AP/AFP



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