Wahlkampf Mattscheibe bleibt bei Arnies Filmen schwarz

Kalifornische Fans der Schauspielkünste von Arnold Schwarzenegger haben in der kommenden Zeit schlechte Karten: Kein "Terminator", kein "Total Recall" im Fernsehen. Sie gelten als Wahlkampfhilfe. Würden die TV-Stationen die Filme zeigen, könnten seine Konkurrenten auch für sich entsprechende Sendezeit beanspruchen.


Gleichheitsgebot bei Wahlwerbung: Kaliforniens Fernsehgucker müssen zwei Monate auf Schwarzeneggers Schauspielkünste verzichten
AP

Gleichheitsgebot bei Wahlwerbung: Kaliforniens Fernsehgucker müssen zwei Monate auf Schwarzeneggers Schauspielkünste verzichten

Los Angeles - Dann aber würde wohl in Kalifornien in den kommenden zwei Monaten nichts anderes als Wahlwerbung über die Mattscheibe flimmern. Schließlich haben sich für die Wahl am 7. Oktober bis Dienstagabend bereits 247 Bewerber registrierten lassen - 115 von ihnen wurden bereits zugelassen.

Der ehemalige "Mister Universium", der für die oppositionellen Republikaner in Kalifornien antritt, ist zweifellos der prominenteste Kandidat. Als sein stärkster Konkurrent gilt der demokratische Vizegouverneur Cruz Bustamante. Amtsinhaber Gray Davis, dem seine Gegner Misswirtschaft vorwerfen, muss sich als erster kalifornischer Gouverneur einem Abwahlverfahren mitten in der Amtszeit stellen. Die Kandidatenliste sollte heute abgeschlossen werden.

Gleiche Sendezeit für alle Bewerber ist in Kalifornien zwar nicht automatisch garantiert, vielmehr müssen diese binnen sieben Tagen einen entsprechenden Antrag stellen. Auch sind aktuelle Nachrichtensendungen von dieser Regelung ausgenommen. Der Nationale Rundfunkverband hat die Sender an der Westküste jedoch schon gebeten, angesichts der bevorstehenden heißen Phase des Wahlkampfs Vorsicht walten zu lassen. Mit einer Ausstrahlung von Schwarzenegger-Filmen während dieser Zeit wurde deshalb nicht gerechnet.

Allerdings ist dieses Problem für die Kalifornier nicht neu. In den sechziger Jahren kandidierte der Schauspieler Ronald Reagan für den Gouverneursposten - prompt wurden seine Filme vorübergehend vom Bildschirm verbannt. Damals musste der spätere US-Präsident sogar die Moderation seiner eigenen Fernsehshow abgeben. Gary Gentile, AP



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