Wahlkampf: Sarah Palin hielt ihre Kandidatur für Gottes Wille

Ein Berater der US-Republikaner hat neue Details über Sarah Palin preisgegeben. Die Vize-Präsidentschaftskandidatin glaubte demnach, dass Gott im Wahlkampf 2008 seine Finger mit im Spiel hatte.

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REUTERS

Sarah Palin

Steve Schmidt hat aus dem Nähkästchen geplaudert. Fast anderthalb Jahre nach dem US-Präsidentschaftswahlkampf gab der hohe Wahlkampfberater aus dem McCain-Team in der CBS-Sendung "60 Minutes" pikante Details preis. Demnach glaubte Sarah Palin, dass der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, John McCain, sie als Kandidatin für das Stellvertreteramt ausgesucht hat, weil es "Gottes Plan" war.

Schmidt traf die damalige Gouverneurin von Alaska, nachdem sie John McCain auf dessen Ranch in Arizona besucht hatte. Bei dem Treffen hatte der Präsidentschaftskandidat ihr mitgeteilt, dass er sie als seine running mate sehe. Laut Schmidt war sie nach dem Termin "sehr ruhig - verblüfft". Schmidt sagte dem Sender weiter, er habe Palin gefragt, wie es ihr angesichts der Tatsache gehe, dass sie demnächst einer der berühmtesten Menschen der Welt sein werde. Sie habe daraufhin gesagt: "Es ist Gottes Wille." Damals gelang es Palin zunächst, mit einer Mixtur aus traditionellen Werten und spektakulären öffentlichen Auftritten die Parteibasis der Republikaner wieder in Schwung zu bringen.

Doch Palins Stern strahlte nicht lange. Ohne Teleprompter verhedderte sie sich häufig in ihren Reden. Politisch war sie so unbeleckt und rhetorisch so unbegabt, dass McCains Team sie panisch einem Crash-Kurs unterzog. Doch es war bereits zu spät. Ein desaströses Interview mit CBS-Anchorlady Katie Couric besiegelte ihren Untergang. Darin erklärte sie unter anderem, sie beziehe ihre außenpolitischen Kenntnisse auch daraus, dass sie von ihrem Haus aus "Russland sehen" könne.

Nachdem McCain und Palin die Präsidentschaftswahl im November 2008 verloren hatten, schloss Palin eine eigene Kandidatur für die nächste Wahl nicht aus. Zuletzt hatte sie Ende vergangenen Jahres mit ihren Memoiren für Schlagzeilen gesorgt. Darin rechnete sie mit dem Wahlkampf und ihren Gegnern ab.

ler

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