Wahlparty in Chicago: Jubel und Tränen im Grant Park

Sie mussten nicht lange warten. Schon um 23 Uhr war die Wahl gewonnen. Die TV-Sender erklärten Barack Obama zum nächsten US-Präsidenten. Und die Hunderttausenden auf den Straßen in seiner Heimatstadt Chicago brachen in Jubel aus.

Chicago - Ein milder Novemberabend und ein Wahlverlauf, der die Menge nicht lange warten lässt: Die Voraussetzungen für die Party der Obama-Anhänger in Chicago waren bestens. Mehr als 60.000 Menschen waren zur offiziellen Feier im Grant Park gekommen, Hunderttausende feierten in der ganzen Stadt mit. Sie warteten darauf, ob die Prognosen der Meinungsforscher stimmen, oder ob es doch noch Überraschungen gibt.

Party im Park: Die Obama-Anhänger mussten mit dem Siegesjubel nicht lange warten.
AFP

Party im Park: Die Obama-Anhänger mussten mit dem Siegesjubel nicht lange warten.

Sie mussten nicht lange warten: Um 23 Uhr Ortszeit verkündeten die US-Fernsehsender einhellig: Barack Obama ist 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Jubel schallte durch den Park. CNN zeigte minutenlang nur die Bilder der wogenden Menge. Die Menschen reckten ihre Hände in den Himmel, schwenkten die amerikanische Flagge, hüpften, klatschten und jubelten.

Schon vorher hatten die Obama-Anhänger jeden Sieg in einem Bundesstaat begeistert gefeiert. Die Stimmung war wie bei einer Mischung aus einem Rock-Open-Air und einem großen Familienfest. Am frühen Abend schliefen mehrere Babys in den Armen ihrer Mütter.

Um Mitternacht sollte Barack Obama seine Siegesrede halten, wenn alles nach Plan läuft. Und Obama war pünktlich. Mit seiner Familie trat er vor die jubelnde Menge. Und um fünf Minuten nach Mitternacht schallte der Schlachtruf seiner Kampagne durch den Park: Yes we can.

Viele waren zu der gigantischen Wahlparty gekommen, um bei einem historischen Augenblick dabei zu sein: Bei der Wahl des ersten Schwarzen zum US-Präsidenten. Die 50-jährige Alnita Tillman, die mit ihrer 16-jährigen Tochter Raven in der Menge stand, sagt, sie wünsche sich, dass ihre Tochter eines Tages "ihren Kindern erzählen kann, dass sie dabei war, als Geschichte geschrieben wurde". Die 42-jährige Lisa Boon erzählt, sie sei im Laufe des Tages in Tränen ausgebrochen, als ihr klar geworden sei, was ein Sieg Obamas bedeuten würde - nach den vielen Ungerechtigkeiten gegen Schwarze.

Auch in der Menschenmenge liefen Menschen Tränen über das Gesicht, als der Wahlsieg verkündet wurde. Der bekannte Pfarrer und Politiker Jesse Jackson sprach angesichts der Präsidentschaftswahl von einer "friedlichen Revolution". Barack Obama sei es offensichtlich gelungen, das amerikanische Volk für sich zu gewinnen.

Viele der Feiernden in Chicago hatten eine lange Anreise hinter sich. Die 27-jährige Stephanie Smith und ihr Mann waren aus Nashville/Tennessee eingeflogen. Auch ohne offizielle Eintrittskarten lohne es, im Park zu stehen und die Worte zu hören: "Unser nächster Präsident der Vereinigten Staaten ist Barack Obama."

sac/dpa/ap

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