Griechenland vor der Wahl: Angst haben nur die anderen

Aus Athen berichtet

Europa zittert vor der Wahl in Griechenland, doch im Land ist davon wenig zu spüren. Die einen haben nichts mehr zu verlieren, andere bezweifeln, dass dem Land wirklich das Euro-Aus droht: "Niemand will, dass wir gehen."

Euro-Krise: Warum Griechenland die Wahl nicht fürchtet Fotos
SPIEGEL ONLINE

Die Wahlaufrufe klingen etwas scheppernd, sie kommen aus einem Lautsprecher im Larissa-Bahnhof von Athen. Am Sonntag wird ein neues Parlament gewählt, und um ihre Stimme abzugeben, fahren viele Griechen in ihre Heimatdörfer. So warten sie hier nun alle auf denselben grauen Metallbänken darauf, dass ihr Zug angesagt wird - das gesamte politische Spektrum des Landes.

Da sind etwa Dimitris und Antonis, zwei Studenten Anfang 20 aus West-Mazedonien. Sie sind Anhänger der antikapitalistischen Linken, kurz Antarsya. Die dürfte es nicht ins Parlament schaffen, stattdessen erwartet Dimitris einen Sieg der konservativen Nea Dimokratia (ND). "Das ist überhaupt nicht gut", sagt er. "Wir sollten die Euro-Zone verlassen."

Ganz anders Konstantina aus Thessalien, die ein paar Meter weiter mit einem blauen Rollkoffer steht. "Ich denke, wir sollten in der EU bleiben", sagt die 34-jährige Ärztin. Wie das gelingen kann? "Ich weiß nicht, vielleicht mit Samaras" - dem Chef der ND.

Samaras werde gewinnen, glaubt auch Anastasia, doch ihre Wahl wird er nicht sein. Ganz in Schwarz gekleidet wartet die 24-Jährige auf einer Bank, sie trägt einen Elfen-Anhänger um den Hals. Anastasia wird die neofaschistische Chrysi Avgi wählen, mit einer simplen Begründung: "Sie sind Nationalisten und ich auch."

Zwischen diesen Extremen wirkt der Tierarzt Nikos Gkolfis schon fast wie Griechenlands neue Mitte. In der Mitte des Landes liegt auch seine Heimatstadt Lamia, in die Gkolfis mit seinem vierjährigen Sohn fährt. Der 48-Jährige wird für Syriza stimmen, das Linksbündnis, das die Sparpakete aufkündigen will. Angst vor dem Euro-Aus hat Gkolfis nicht. "Die anderen Länder haben Angst", sagt er. "Für uns ist es die letzte Chance."

Gkolfis spricht vielen Griechen aus dem Herzen. Unmittelbar vor der Parlamentswahl geben sie wenig auf Warnungen des Auslands, ein Linksruck könne die gesamte Euro-Zone gefährden. Die Sparpolitik der vergangenen Jahre ist in ihren Augen ebenso gescheitert wie die etablierten Parteien ND und Pasok. Die neuen Hoffnungsträger stehen viel weiter links oder rechts.

"Wir haben Euros, aber kein Geld"

Dass sich Europa deshalb von ihnen abwenden könnte, wollen viele nicht glauben - selbst dort, wo es erste Vorzeichen gibt. Ein solcher Ort ist der Carrefour-Markt im Nordwesten von Athen. Auf extragroßen Flachbildschirmen wird das Angebot beworben, noch gibt es hier vom Salatkopf bis zur Klimaanlage die gesamte Palette westlicher Konsumkultur. Doch rote Banner künden vom nahen Ende, "Räumungsverkauf" steht darauf.

Am Freitag kündigte Carrefour an, sich aus Griechenland zurückzuziehen und begründete das mit den "Herausforderungen" für die Wirtschaft des Landes. Katerina Karrafoti, die in der Gemüseabteilung steht, überrascht das nicht. "Wir müssen von ganz unten wieder anfangen", sagt sie. Dass auch die Euro-Mitgliedschaft auf dem Spiel steht, glaubt die 45-Jährige aber nicht. "Niemand will, dass wir gehen."

Fragt man Yorgos Koukouloglou, was er sich von der Wahl am Sonntag erhofft, so lacht er und sagt: "Gerettet zu werden!" Mit seinem Freund John Huskis sitzt Yorgos in einem Café im Arbeiterviertel Ilion und spielt Backgammon. Klackernd fallen die Würfel, ab und zu nimmt Yorgos einen Schluck Kaffee. Der kostet 2,50 Euro, mit einer Tasse lässt sie die Bedienung hier Stunden lang sitzen.

John und Yorgos werden Syriza wählen. Beide sind Anfang 30 und Teil einer Gruppe von sechs Freunden. Fünf von ihnen haben im vergangenen Jahr ihren Job verloren, da werden Diskussionen über die Zukunft einer Währung zweitrangig. "Wir haben vielleicht den Euro", resümiert John. "Aber wir haben kein Geld."

Um Griechen zu finden, die noch etwas zu verlieren haben, muss man weiter raus. 31 Kilometer von Athen entfernt hat der Marathon-Damm einen tiefblauen Stausee geschaffen. Als der Damm in den zwanziger Jahren gebaut wurde, war er ein Symbol der Modernisierung, heute ist er ein Symbol der Dekadenz: Der Damm ist mit demselben Marmor verkleidet wie der Parthenon der Akropolis, er war das bis dato teuerste Bauwerk des Landes.

Tipps für die Steuerfahnder übers Radio

Der Kaffee im Ausflugscafé am Stausee kostet fast doppelt so viel wie im Arbeiterviertel Ilion. Zikaden zirpen, es riecht angenehm nach Pinien. Aus den Lautsprechern kommt Chillout-Musik. Die scheinen in diesen Tagen alle Lokale zu spielen - so als wollte sich das Land selbst beruhigen.

Im Café sitzt Alexis Tzozolakis mit seinen Eltern. Dem 41-Jährigen geht es gut, er kann von den Einnahmen aus Immobilien leben, die er besitzt. "Man muss optimistisch sein", sagt er in fließendem Deutsch, seine Mutter ist Schweizerin. Er hoffe, dass der Rest von Europa einen Dominoeffekt verhindern will. "Wenn Griechenland zerbricht, ist das nicht gut für ganz Europa."

Ein paar Tische weiter sitzt der Wirtschaftsanwalt Nikos Kanellas mit seiner Familie. Vielleicht liegt es an seinem Beruf, dass er zu den wenigen Griechen gehört, die Verständnis für die Sparforderungen aus dem Ausland haben. Die Schulden müssten runter, sagt der 51-Jährige. Aber zugleich müsse mehr fürs Wachstum getan werden. "Wenn wir beides vereinen können, ändert sich vielleicht etwas."

Manches wandelt sich schon jetzt, etwa der Umgang mit Steuerhinterziehung. Am Samstag ruft ein Zuhörer aus Mykonos bei einer bekannten Radioshow an, mit einem Tipp für die Steuerfahndung. Die sucht angeblich einen Reeder und seine Freundin, ein bekanntes TV-Sternchen. Sie sollen nie Steuern für ihre 28-Meter-Yacht gezahlt haben.

Nun ja, sagt der Anrufer, die beiden vergnügten sich gerade vor aller Augen in einer Bucht. Genüsslich lässt sich der Radiomoderator die Details schildern. Dann sagt er: "Das ist das Griechenland, das wir ändern wollen."

Mitarbeit: Lamprini Thoma

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Es geht um Werte: Soziale Gerechtigkeit!
hienstorfer 16.06.2012
Ein Land wo es niemanden gibt, der Steuern bezahlen möchte um Armen zu helfen - ist unrettbar verloren! Auch Deutschland wird so ein Land nicht retten können. Die müssten erst einmal umdenken. Es ist ein Werteproblem - kein finanzielles Problem! Griechenland muss erst einmal Leiden um die Notwendigkeit zu erkennen, das man in einem Staats solidarisch zueinander sein muss - Steuern zahlen muss! Diese Erkenntnis reift offenbar nur durch den Staatsbankrott - nicht aber indem weitere Gelder in dieses Land gepumpt werden. Das haben wir in der Vergangenheit gemacht. Manch einer lernt eben nur über den schmerzhaften Weg....lieb und nett waren wir ja bisher immer. Als die Defizitkriterien unterlaufen worden sind, usw. P.S. Soziale Gerechtigkeit in Europa ist wichtiger als der Euro. Es ist besser, den Euro abzuschaffen, aber die soziale Gerechtigkeit zu erhalten - eben nicht im Namen der Euro-Rettung das Großkapital mit dem Geld des kleinen Mannes zu retten!
2. Griechen haben nichts zu verlieren, deswegen dürfte Syriza gewinnen
zoon.politicon 16.06.2012
Zitat von sysopEuropa zittert vor der Wahl in Griechenland, doch im Land ist davon wenig zu spüren. Die einen haben nichts mehr zu verlieren, andere bezweifeln, dass dem Land wirklich das Euro-Aus droht: "Niemand will, dass wir gehen." Warum Griechenland die Wahl nicht fürchtet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,839322,00.html)
Die Stimmung in Griechenland, die ich in dem Medien (Nachrichten, Arte) wahrnehme, erinnert mich daran, wie ich 1974(?) als Tourist im Griechenland miterlebt habe, wie das Obristenregime gestürzt wurde: Die Obristen hatten wegen eines Konfliktes mit der Türkei Reservisten einberufen, die dann mit ihren Panzern nicht an die Staatsgrenze, sondern nach Athen gefahren sind, um eben das Obristenregime zu stürzen. Ähnlich wie damals, als nach Befreiung von der Diktatur der Militärs bei den Menschen auf der Strasse spürbar eine Last abfiel, wirken viele Leute auf der Strasse - soweit nach den Fernsehbildern erkennbar - irgendwie gelöst, nicht hoffnungslos, wie jemand, der eben nichts zu verlieren hat, Drohungen bzw. Angstmache von aussen kaum zugänglich ist. Da würde es mich nicht wundern, wenn die sogen. "Ultralinken" (Syriza) gewinnen.
3.
Hans Klopek 17.06.2012
Zitat von sysopFragt man Yorgos Koukouloglou, was er sich von der Wahl am Sonntag erhofft, so lacht er und sagt: "Gerettet zu werden!"
Genau diese Einstellung, das Formulieren im Passiv, ist das Problem.
4. Warum?
xifo 17.06.2012
Zitat von sysopEuropa zittert vor der Wahl in Griechenland, doch im Land ist davon wenig zu spüren. Die einen haben nichts mehr zu verlieren, andere bezweifeln, dass dem Land wirklich das Euro-Aus droht: "Niemand will, dass wir gehen." Warum Griechenland die Wahl nicht fürchtet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,839322,00.html)
Europa zittert vor der Wahl in Griechenland ? Gut . Aber WARUM bitte ? Wovon hat man Angst ? Wovon hat man richtig Angst ? Wahlen, ist das Recht jeder Bürger ,jeders Volk zu entscheiden wer Ihm Regieren soll . Die Freiheit ist mit keine Banks-Geld bezahlbar. Wieso dann zittert Europa ? Oder vielleicht zittert vor der Wahl in Griechenland jemand andere ? Aber dann WARUM bitte ?
5. Beim Alten Zeus
Ursprung 17.06.2012
Zitat von sysopEuropa zittert vor der Wahl in Griechenland, doch im Land ist davon wenig zu spüren. Die einen haben nichts mehr zu verlieren, andere bezweifeln, dass dem Land wirklich das Euro-Aus droht: "Niemand will, dass wir gehen." Warum Griechenland die Wahl nicht fürchtet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,839322,00.html)
Ja, Griechen sind aufgrund ihrer total anderen Sozialisation als die Deutschen in der Tat uneinheitlicher in ihrem Lebensverstaendnis. Sie sind nonchalanter, gelassener, stolzer, aufruehrerischer als die Dunkeldeutschen, die mittlerweile nicht mehr nur auf dem Ex-DDR-Terrain anzutreffen sind. Erfolgsmenschen sind eher Vorbilder dort, nicht Neidziele. Jemand, der Auslaender mit leichter Hand austrickst oder den Fiskus wird als Erfolgsmensch verstanden, beides hat zudem lange Tradition. Man ist nicht Esoteriker aber es gibt magische Orte und noch viele dort schlummernde aber von Geistern bewachte Schaetze, ueber die nur wenig gesprochen wird und an die man sich nicht ohne Begleitung vonunangreifbaren und daemonenresistenten Freunde begeben sollte, die man aber nur selten hat. Ungeschuetzt dahin zu gehen provoziert Unglueck und Fluch. In der Tat ist fast ganz Griechenland selber ein magischer Ort, seien es die alten Athener Silberminenstollen bei Lavrion, Sounion, Suesswasserquellen an oder vor der Meereskueste, jede einzelne Insel und Felsbrocken und weit bis in die heutige Tuerkei hinein. Wohin immer man den Fuss setzt: man steht auf historisch magischem Boden und fast kein Haus wird gebaut, ohne aengstlich Antikspurenunter ihm schnell zuzumauern. Europa ist weit weg, mental. Es war schon eine magische Begebenheit, diese tolle Geldquelle so lange und so erfolgreich nutzen zu koennen. Nun muss man wieder selber was improvisieren. Das werden die Griechen auch irgendwie hinbekommen. Niemand ist diametraler gegenueber griechischer Mentalitaet als die dunkeldeutsche Physikerin von der alten nordischen Bernsteinkueste. Man wuerde Sie als Wohltaeterin bewundern, haette sie fuer die Milliarden, die sie locker machte, z. B. Korfu als Pfand verlangt. Was tut man mit einer Schenkerin, die erst offenbar verschenkt hat und nun Leistungen dafuer nachverlangt? Man verachtet sie und lebt sein eigenes Leben weiter: bloss nicht so zu werden wie die, beim Alten Zeus! Ich habe eine griechische Aerztin als Schwaegerin, taetig in Griechenland, die ich hoch achte, gelte unter Freunden dort als geisterresistent, ein Tourismusminister uebernahm von mir mal einen englischen Vertragstext und erhob den in Staatsrang (weil er damit seine Privatgeschaefte besser befluegeln konnte) und habe im Laufe meiner geschaeftlichen Taetigkeiten zweimal Griechen richtig aber ohne Staatshilfe von dort hochgehen lassen, die mich uebel betruegen wollten. Das reichte hin. Danach fand ich nur noch zuverlaessige Geschaeftspartner in GR. Ich liebe das Land und seine Bewohner.
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Finanzkrise in Griechenland
Europa wird ungeduldig: Griechenland bekommt sein Schuldenproblem nicht in den Griff - inzwischen wird offen über eine geplante Insolvenz des Landes gesprochen. Doch ist das die Rettung für den Euro?

dapd
Was würde eine Pleite Griechenlands bedeuten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Welche Folgen hätte eine Pleite Griechenlands?
Für die Euro-Zone wären die Folgen weitreichend: Die Gläubiger müssten ganz oder teilweise auf ihr Geld verzichten. Die Europäische Zentralbank etwa müsste Verluste auf die Staatsanleihen hinnehmen. Gleiches gilt für Geschäftsbanken oder Versicherer, die in griechische Staatsanleihen investiert haben. Das würde ihr Eigenkapital belasten. Allerdings haben die großen Banken im Ausland ihre Papiere schon zum Teil abgeschrieben.

Umstrittener sind die Folgen für Griechenland: Einige Ökonomen halten eine Pleite für die beste Option. Denn die Schuldenlast des Landes würde vermindert, die Zinsbelastung im Haushalt würde sinken, und die Tilgungsverpflichtungen dürften abnehmen. Als endgültige Lösung für die Schuldenkrise gilt eine Pleite aber keineswegs, denn die Griechen müssten ihre laufenden Ausgaben trotzdem ihren Einnahmen anpassen. Sonst häufen sie weiter Schulden an. Der Teufelskreis wäre nicht durchbrochen. Außerdem blieben griechische Banken bei einer Pleite auf Forderungen sitzen. Das Bankensystem im Land könnte kollabieren.
Wäre ein Austritt aus der Euro-Zone sinnvoll?
Die konkreten ökonomischen Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone sind schwer vorhersehbar. Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen für das Schuldenland und andere Staaten des Währungsraums verheerend wären.
Für Griechenland könnte es der wirtschaftliche Zusammenbruch sein. Ohne Euro müsste das Land wieder seine alte Währung Drachme einführen, die vermutlich eine drastische Abwertung erfahren würde. Über billigere Produkte würde dies zwar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Athens zugutekommen. Viel schwerwiegender wäre aber, dass zugleich die in Euro aufgenommenen Altschulden drastisch steigen würden. Das wäre allerdings nicht der Fall, wenn es vorher zu einer Pleite gekommen wäre.
Hinzu kommt, dass das Land seine Staatsausgaben mangels Kreditfähigkeit nur aus seinen Einnahmen finanzieren könnte. Die Folge wäre ein vermutlich noch viel stärkerer Abschwung als bisher.

Auch für die Euro-Zone hätte ein Austritt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verheerende Folgen. An den Finanzmärkten würden wohl schnell andere finanzschwache Länder unter Druck geraten, der sogenannte Domino-Effekt könnte eintreten. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen entsprechender Länder würden drastisch steigen und die jeweiligen Länder ähnlich wie Griechenland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führen. Letztlich könnte so der gesamte Währungsraum ins Wanken geraten.
Gibt es eine Alternative zu Pleite und Austritt?
Wichtig ist vor allem, dass Athen seine Sanierungspläne einhält und keine neuen Schulden anhäuft: Der Staat muss verschlankt werden, die Steuerhinterziehung bekämpft, die Privatisierung von Staatseigentum muss weitergehen. Zudem muss das zweite Rettungspaket für Athen umgesetzt werden, das bis 2014 die Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt garantiert und dem Land so Zeit für tiefgreifende Reformen geben soll.