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17. Februar 2013, 22:22 Uhr

Washington

Zehntausende demonstrieren für Klimaschutz

Präsident Obama hat angekündigt, sich in seiner zweiten Amtszeit für den Klimaschutz stark zu machen. Umweltaktivisten wollen Taten sehen: Unter dem Motto "Vorwärts beim Klima" gingen sie in Washington zu Zehntausenden auf die Straße.

Washington - Wenn das Parlament in Sachen Klimaschutz nicht handele, dann werde er das übernehmen, sagte US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede zur Lage der Nation, in der er ankündigte, den Klimawandel zu bekämpfen. Diese Taten forderten jetzt zehntausende Amerikaner von ihm und der Regierung ein - bei einer der größten Umwelt-Demos in der Geschichte der USA.

Zu der Kundgebung am Washington Monument in der Nähe des Weißen Hauses hatten rund 50 Umweltschutzorganisationen aufgerufen. Der renommierten Umweltschutzorganisation Sierra Club zufolge beteiligten sich rund 30.000 Menschen an der Demo. Das Motto lautete "Vorwärts beim Klima", der Protest richtete sich vielfach gegen den Bau der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline von Kanada nach Texas, die aus Teersand gewonnenes Öl zu Raffinerien transportieren soll.

"Der US-Präsident hat die Macht, den Wechsel von fossilen Brennstoffen zu sauberen Energien mit Nachdruck voranzutreiben", sagte der Chef des seit über hundert Jahren bestehenden Sierra Club, Michael Brune. "Er kann damit gleich anfangen, indem er die gefährliche Keystone-XL-Pipeline stoppt."

Die Demonstranten waren aus allen Teilen des Landes angereist, aus 28 Bundesstaaten hatten sich Busse angemeldet. Ein Meer von Flaggen der unterschiedlichsten US-Staaten wehte rund um den hellgrauen Obelisken, das Washington Monument, auf der Prachtmeile der Hauptstadt. Als Sinnbild wollten die Demonstranten eine "menschliche Pipeline" von der National Mall bis zum Weißen Haus bilden.

Ferner forderten die Demonstranten von der Umweltbehörde EPA Grenzen für den CO2-Ausstoß aller Kraftwerke. Eine Petition zur Unterstützung der Forderungen wurde von zahlreichen Prominenten unterzeichnet, darunter Alec Baldwin, Susan Sarandon, Morgan Freeman und Yoko Ono.

Schon im Vorfeld hatten Promis wie Schauspieler Robert Redford mit offenen Briefen den Umweltschützern den Rücken gestärkt. Zu den Gegnern der Pipeline gehören zudem Senatoren und Persönlichkeiten wie Robert F. Kennedy Jr., der Neffe des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy.

Umweltschützer und Wissenschaftler haben erst kürzlich in zwei neuen Studien davor gewarnt, dass durch die Ölgewinnung aus Teersand dreimal mehr Treibhausgase freigesetzt werden als bei der konventionellen Förderung. Nach einer Analyse der kanadischen Denkfabrik Pembina Institut wäre die Pipeline Teil eines Industrieplans, die Ölgewinnung aus Teersanden bis 2030 zu verdreifachen. Dabei entstehen nach Warnungen von Wissenschaftlern auch giftige Nebenprodukte. Außerdem werden Umweltschäden durch Lecks in der Leitung befürchtet.

sun/dpa/AFP

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