Washington: Tausende fordern Truppenabzug aus dem Irak

Tausende Menschen haben in Washington gegen den Irak-Krieg protestiert. Sie forderten den sofortigen Abzug der Truppen, ein Ende des Krieges und die Absetzung von US-Präsident George W. Bush.

Washington - Vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich mehrere tausend Menschen. Die etwa 4000 bis 6000 Demonstranten forderten auf Spruchbändern den sofortigen Abzug der US-Streitkräfte aus dem Irak und eine Amtsenthebung von US-Präsident George W. Bush. Erst vor zwei Tagen hatte Bush in einer Rede Forderungen nach einem baldigen Truppenabzug eine Absage erteilt.

Massenprotest gegen Bushs Irak-Politik:
DPA

Massenprotest gegen Bushs Irak-Politik:

Die Demonstranten versammelten sich im Lafayette Park in der Nähe des Weißen Hauses und zogen zum Capitol. Sieben Personen, die über eine Absperrung kletterten, wurden festgenommen.

Unter den Demonstranten waren auch ehemalige Soldaten. Sie wollten damit zeigen, dass der Widerstand gegen den Krieg nicht nur die Angelegenheit von ein paar alten Hippies sei, erklärte der 25-jährige Justin Cliburn. Die USA hätten ein Land besetzt, dessen Volk sie nicht haben wolle. In dem seit März 2003 dauernden Krieg kamen 3760 US-Soldaten ums Leben.

Der 21-jährige Phil Aliff nahm als Mitglied einer Anti-Kriegs-Gruppe ehemaliger Irak-Soldaten an der Demonstration teil. "Ich war in Abu Ghureib und Falludscha", berichtete er. "Man hat mir gesagt, unsere Mission diene der Stabilisierung des Landes. Aber vor Ort haben wir nichts wiederaufgebaut, wir haben die Bevölkerung gegen uns aufgebracht."

Einige Straßen von der Antikriegskundgebung entfernt versammelten sich rund 1.000 Gegendemonstranten. Sie wollten ihre Unterstützung für die US-Truppen im Irak bekunden, erklärte der frühere Oberstleutnant der Luftwaffe Robert Patterson.

reh/AP/AFP

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