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Hungerstreik: US-Militär schickt Mediziner nach Guantanamo

Zellentrakt im Gefangenenlager Guantanamo: Hungerstreik weitet sich aus Zur Großansicht
REUTERS

Zellentrakt im Gefangenenlager Guantanamo: Hungerstreik weitet sich aus

Der Hungerstreik im US-Gefangenenlager Guantanamo verschärft sich. Rund hundert Insassen verweigern das Essen. Nun hat die US-Navy zusätzliches medizinisches Personal in das Gefangenenlager geschickt: Rund 40 Krankenpfleger und Spezialisten sollen die Situation in den Griff kriegen.

Guantanamo Bay/Washington - Wegen des Hungerstreiks der Häftlinge in Guantanamo ist zusätzliches medizinisches Personal in das US-Gefangenenlager entsandt worden. Rund 40 Mitglieder der US-Navy, darunter Krankenpfleger und Spezialisten, seien im Laufe des Wochenendes in Guantanamo eingetroffen, sagte US-Militärsprecher Samuel House am Montag. Die Erhöhung des Personals sei bereits vor einigen Wochen geplant worden, als sich immer mehr Insassen dem Protest angeschlossen hätten, sagte der Sprecher der Haftanstalt.

House zufolge sind derzeit 100 der 166 Häftlinge im Hungerstreik, diese Zahl ist demnach seit dem Wochenende konstant. Insgesamt 21 Gefangene werden künstlich ernährt. Die Anwälte der Guantanamo-Insassen sprechen bereits seit Beginn des Protestes Anfang Februar von rund 130 Hungerstreikenden.

Die Situation im umstrittenen Militärgefängnis hatte sich Anfang Februar zugespitzt. Wärter hatten an diesem Tag Zellen durchsucht und zum Teil persönliche Gegenstände der Häftlinge beschlagnahmt. Dabei sollen die Wärter auch unangemessen mit Koran-Ausgaben umgegangen sein - ein Vorwurf, den das Pentagon zurückwies.

Im Kern richte sich der Hungerstreik aber gegen die seit elf Jahren andauernde unbegrenzte Inhaftierung ohne Anklage oder Prozess, erklärten Anwälte der Insassen.

Mitte April hatte es dann einen heftigen Zusammenstoß von Insassen und Wärtern gegeben, als mehrere Gefangene aus einem Gemeinschaftsbereich in Camp 6 in Einzelzellen verlegt werden sollten.

Der Hungerstreik verstärkt den Druck auf den US-Präsidenten. "Ich bin erschüttert, dass Präsident Barack Obama nichts getan hat und weiterhin nichts tut", sagte der britische Guantanamo-Experte Andy Worthington. Obama hatte vor seiner Wahl 2008 versprochen, das Lager zur Inhaftierung von Terrorverdächtigen zu schließen. Der Kongress verweigerte dafür jedoch die finanziellen Mittel und blockierte die Verlegung von Häftlingen in die USA. Worthington zufolge schweben einige der hungerstreikenden Häftlinge mittlerweile in Lebensgefahr.

fab/AP/AFP

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insgesamt 49 Beiträge
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1. optional
GSYBE 30.04.2013
"Rund 40 Krankenpfleger und Spezialisten sollen die Situation in den Griff kriegen." Wie wär´s denn mit korrekten Prozessen als Alternative?
2. Was soll Obama auch tun
studibaas 30.04.2013
Wenn der Kongress sich weigert? Er hats versucht, das sollte man ihm anrechnen. In einer Demokratie kann man sich nicht immer durchsetzen.
3. Religiöse Menschen
Rufer-in.der.Wüste 30.04.2013
lassen sich vielleicht schwerer brechen als andere. Wenn sie also vorher nicht schon radikal waren, sind sie es durch die Inhaftierung und Behandlung dort vielleicht geworden? Man denke nur an die "Befragungen", das im Einzelfall womöglich erlittene Unrecht. So entsteht tatsächlich eine Schwierigkeit: man hat sich Feinde geschaffen, gegen die man rein rechtlich nichts in der Hand hat, weil sie einem nichts getan haben bzw man das nicht rechtssicher nachweisen kann, und jetzt weiß man nicht mehr, wohin mit den durch einen selbst radikalisierten Leuten.
4. Vielleicht
hase+frida 30.04.2013
sollte man den Insassen einfach einen fairen Prozess ermöglichen... oder sie frei lassen, wenn man Ihnen nichts nachweisen kann!
5. Der gute Mann Obama
bvdlinde 30.04.2013
Ich finde Obama auch klasse. Aber eines muss man mal deutlich sagen: waere dieses "Lager" bei einem anderen Land dieser Welt angesiedelt, wuerde es zu eine internationalen Krise inkl. des Aufmarsches der US Marine vor der Kueste dieses Landes kommen. Medien wuerden sich ueberschlagen. Aber bei Obama, dem guten Farbigen, dem "witzigen" US Praesidenten, dem coolen Typen? Weit gefehlt. Man stelle sich mal vor, das Lager laege in Sibirien, und Putin haette dort internationale Gefangene ohne Prozess inhaftiert. SPON wuerde sich vor Wut die Finger wund schreiben.
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