Wegen Umgehung von Nordkorea-Embargo Uno-Sicherheitsrat setzt Schiffe und Reeder auf schwarze Liste

Wegen seines Atomprogramms hatte der Uno-Sicherheitsrat ein Embargo gegen Nordkorea verhängt. Etliche Reeder und Schiffe sollen das Handelsverbot umgangen haben - sie kamen nun auf eine schwarze Liste.

Nächtliche Umladung von Waren von einem Frachter unter der Flagge von Belize auf einen Frachter mit nordkoreanischer Flagge (vom japanischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Bild)
AP

Nächtliche Umladung von Waren von einem Frachter unter der Flagge von Belize auf einen Frachter mit nordkoreanischer Flagge (vom japanischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Bild)


Der Uno-Sicherheitsrat hat Dutzende Schiffe und Firmen wegen Verstößen gegen das Nordkorea-Embargo auf eine schwarze Liste gesetzt. Wie ein Diplomat in New York mitteilte, sind von der Strafmaßnahme 27 Schiffe, 21 Reedereien und ein Geschäftsmann betroffen. Sie sollen mit dem Schmuggel von Öl und Kohle Nordkorea geholfen haben, Uno-Sanktionen zu umgehen. Mit der Maßnahme solle ungeachtet der geplanten Gespräche mit Nordkorea der Druck auf Pjöngjang aufrecht erhalten werden.

Dem Diplomaten zufolge befasste sich ein Ausschuss des Uno-Sicherheitsrates auf Antrag der USA mit der Sanktionierung. Die Maßnahme ist Teil eines weltweiten Vorgehens gegen den Schmuggel von Waren nach Nordkorea. Der Uno-Sicherheitsrat hat wegen der nordkoreanischen Atom- und Raketentests bereits mehrmals Sanktionen gegen das Land verhängt. Dazu zählen Einfuhrbeschränkungen für Öl und Gas.

In dem seit Jahren schwelenden Atomkonflikt mit Nordkorea stehen die Zeichen derzeit auf Entspannung. In weniger als einem Monat soll es ein historisches Gipfeltreffen zwischen Nord-und Südkorea geben, im Mai soll ein Treffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump folgen. Nord- und Südkorea vereinbarten am Donnerstag den 27. April als Termin für das Treffen Kims mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. Anfang der Woche hatte sich Kim bereits mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking getroffen.

ans/Reuters/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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Sanatorium 30.03.2018
1. Für mich ist Nordkorea
ein bedauernswertes gebeuteltes Land. Das Volk hat besonders durch die Japaner und auch durch die USA in den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts sehr viel Leid erfahren müssen. Sein Streben nach dem Besitz von Atomwaffen ist wohl eine verständliche Reaktion auf künftige Selbstbehauptung und um nie wieder ein hilfloser Spielball hegemonistischer Mächte werden zu müssen. Es gibt keinen Hinweis auf aggressive und expansive Bestrebungen dieses Landes. Die Dämonisierung und Drangsalierung dieses Landes, die sich natürlich vor allem gegen das koreanische Volk richtet, ist einfach nur erbärmlich. Und ein Land dermaßen zu erniedrigen und in die Enge zu treiben kann gefährliche unüberschaubare Konsequenzen haben. Meine Symphatien haben die nordkoreanischen Menschen allemal.
herrenpils 31.03.2018
2. Was macht die schwarze Liste?
Wäre noch interessant zu erfahren, wie sich die schwarze Liste auf die Unternehmen auswirkt
hugahuga 31.03.2018
3.
Der Hegemon USA versucht weltweit und in allen Bereichen seine Macht auszuspielen. Ich warte auf den Tag, an dem gegen ihn selbst ein Embargo läuft. Der Irakkrieg hätte ein Anlass dazu sein können. Die Möglichkeit dazu ist immer gegeben und ein Erstarken Chinas in VErbindung mit anderen eröffnet neue Möglichkeiten.
herbert 31.03.2018
4. Der UN Sicherheitsrat nur ein Papiertiger !
Naiv zu glauben man kann Nord Korea isolieren vom Warenhandel. China und Russland werden Nord Korea weiterhin unterstütze, so einfach ist das ! Zudem hat Nord Korea weltweit Firmen unter anderem Namen laufen und Arbeitskräfte von Nord Korea sind auf weltweiten Baustellen zu finden.
wally76 31.03.2018
5. Und was bedeutet das?
Was bedeutet es für eine Reederei, auf der „schwarzen Liste“ der UNO zu stehen? Welche konkreten Konsequenzen hat das für die Betroffenen?
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