"Stormy Daniels" Weißes Haus dementiert Affäre Trumps mit Pornodarstellerin

"Keine dieser Anschuldigungen ist wahr": Das Weiße Haus hat Berichte zurückgewiesen, wonach Donald Trump eine Affäre mit der Pornodarstellerin "Stormy Daniels" hatte.

Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels" (Archiv)
REUTERS

Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels" (Archiv)


Das Weiße Haus bestreitet, dass US-Präsident Donald Trump in früheren Jahren eine Affäre mit der Pornodarstellerin Stephanie Clifford hatte. Die Berichte über diese Affäre sowie über ein Schweigegeld, das im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 an die Frau gezahlt worden sein soll, träfen nicht zu, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Kurz zuvor hatte der Anwalt von "Stormy Daniels" - so Cliffords Künstlername - Klage gegen Trump eingereicht.

"Der Präsident hat die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurückgewiesen", sagte Sanders zu der angeblichen außerehelichen Beziehung mit Clifford. Er habe sehr klar gemacht, "dass keine dieser Anschuldigungen wahr ist".

Der Anwalt der 38-jährigen Pornodarstellerin hatte zuvor behauptet, dass seine Mandantin in den Jahren 2006 bis 2007 eine sexuelle Beziehung zu Trump gehabt habe. Sie wolle nun "ihre Geschichte" erzählen. Sie halte es für wichtig, dass die Öffentlichkeit "die Wahrheit erfährt", sagte Anwalt Michael Avenatti.

Am Dienstag reichte der Anwalt Klage gegen den Präsidenten bei einem Gericht in Los Angeles ein, um eine Stillschweige-Vereinbarung für ungültig erklären zu lassen. Die Vereinbarung soll die Schauspielerin kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 zusammen mit Trumps Anwalt Michael Cohen unterzeichnet haben.

Die Klageschrift wirft dem Trump-Lager vor, es habe Enthüllungen über das Verhältnis mit "aggressiven" Methoden und "Einschüchterungstaktik" verhindern wollen.

Clifford führt in der Klage ins Feld, dass die Vertraulichkeitszusage nicht von Trump unterschrieben worden sei. Die Vereinbarung sei daher nichtig. Es sei "zu jedem Zeitpunkt klar gewesen", dass die Erklärung nur dann gültig sei, wenn alle beteiligten Parteien sie unterzeichneten, sagte Avenatti.

Anwalt zahlte angeblich aus eigener Tasche

Trump-Anwalt Cohen hatte Mitte Februar bereits eingeräumt, dass er seinerzeit 130.000 Dollar an Clifford gezahlt habe. Die Zahlung sei aus seiner eigenen Tasche gekommen. Cohen sagte allerdings nicht, warum das Geld gezahlt worden sei und ob Trump von der Zahlung gewusst habe.

Avenatti wiederum zeigte sich überzeugt, dass Trump in die Zahlung eingeweiht gewesen sei: Dies sei "keine Frage". Laut den von Avenatti bei Gericht eingereichten Dokumenten wurden die 130.000 Dollar von einer Firma namens Essential Consultants LLC gezahlt. Die Firma war laut der Zeitung "Wall Street Journal" kurz zuvor von Cohen gegründet worden.

Der Klageschrift zufolge hatte Clifford eine intime Beziehung zu Trump, die im Sommer 2006 am Lake Tahoe in Kalifornien begann und bis 2007 andauerte. Die mutmaßliche Affäre begann demnach etwa anderthalb Jahre nach Trumps Hochzeit mit seiner dritten Ehefrau Melania und kurz nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Barron.

In der Klage wird ausgeführt, dass Clifford die Affäre nach Trumps Nominierung als Präsidentschaftskandidat öffentlich habe machen wollen. Mit Hilfe Cohens habe Trump dies auf "aggressive" Weise zu verhindern versucht. Trump und sein Anwalt hätten versucht, Clifford zum Schweigen zu bringen, "um seine Siegeschancen bei der Präsidentschaftswahl zu erhöhen".

Laut den Gerichtsunterlagen unterzeichneten Clifford und Cohen dann am 28. Oktober 2016 die Vertraulichkeitserklärung. Der Klage zufolge setzte Cohen die Pornodarstellerin aber auch noch später unter Druck. Noch bis vor Kurzem habe er "Einschüchterungstaktiken" gegen Clifford eingesetzt.

cop/AFP



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Tim van Beek 08.03.2018
1. Warum vertuschen?
Das größte Mysterium ist doch, warum Trump versucht haben soll, die Nummer zu vertuschen, statt damit zu prahlen. Seine evangelikalen Wähler haben ihm doch sonst alles verziehen - aber vielleicht wusste er das damals noch nicht. Dass er mehrfach geschieden ist. Dass er ein Serienlügner ist. Dass er die Bibel nicht kennt. Dass er Gott niemals um Verzeihung bittet, weil er einfach keine Fehler macht (O-Ton Trump). Dass er pro choice war. Dass er immer und überall herumgevögelt hat. Dass er in die Umkleidekabine von minderjährigen Kandidatinnen seiner Schönheitsshow gestratzt ist, um sie nackt zu erwischen. Puh. Das hört irgendwie gar nicht auf...
hahnenbusch 08.03.2018
2. Prima
Wenn alles nicht wahr ist, kann sie jetzt furchtlos ihre news veröffentlichen, wir sind alle gespannt.
gandhiforever 08.03.2018
3. Das Weisse Haus dementiert
Das Weisse Haus dementiert, dass der heutige Hausherr eine Affaere mit einem Pornostar gehabt hat. Richtig ist vielmehr, dass der heutige Hausherr Affaeren mit mehreren Pornostars gehabt hat.
julian0922 08.03.2018
4. Was soll er denn sagen?
"Ja ich habe meine Frau betrogen, die gerade meinen Sohn geboren hat"? Wer das erwartet hat, der ist naiv, Trump hat auch waehrend seiner vorherigen Ehe seine Frau mit seiner derzeitigen Frau betrogen. So, what else is new?
eunegin 08.03.2018
5. Billige Reaktion des Weißen Hauses
Eine klassische Reaktion aus diesem Weißen Haus. Was nicht ins eigene Bild passt, wird als Lüge, falsch, unwahr dargestellt. Wie der Klassenbully in der Grundschule "Ich war's nicht. Die anderen sind schuld". Die Sprecherin des WH zelebriert wahre Lügenshows. Mit wem sich der plumpe Präsident vergnügt hat, ist mir ja egal, aber dem demokratischen System insgesamt wird so übler Schaden zugefügt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.