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Datenpanne: Weißes Haus enttarnt versehentlich CIA-Chef in Kabul

Weißes Haus (Archivbild): Verhängnisvoll Liste veröffentlicht Zur Großansicht
AP/dpa

Weißes Haus (Archivbild): Verhängnisvoll Liste veröffentlicht

Whistleblower wider Willen: Die Obama-Regierung hat den Namen ihres Top-CIA-Agenten in Kabul auf eine Liste gesetzt - und sie an Journalisten gemailt. Kann der Spion nach der Datenpanne im Land bleiben?

Washington/Kabul - Wenn es um die Namen ihrer Agenten geht, hält sich die CIA traditionell äußerst bedeckt. Mit Verweis auf die Sicherheit der Mitarbeiter hütet der US-Geheimdienst die Identitäten streng. Wer nicht namentlich bekannt ist, wird auch weniger schnell zum Ziel von Angriffen - so die Logik. Deshalb dürfte man in der CIA-Zentrale ungehalten auf einen Datenfehler im Weißen Haus reagiert haben. Dieses hat am Wochenende versehentlich den CIA-Chef in Kabul enttarnt.

Die Panne passierte im Zusammenhang mitdem Besuch von Präsident Barack Obamas Besuch in Afghanistan. Der ranghöchste Geheimdienstoffizier der USA in Kabul wurde anlässlich der überraschenden Präsidentenvisite versehentlich auf eine Liste wichtiger US-Vertreter gesetzt, berichtete die "Washington Post" am Montag.

Dort wurde er dem Bericht zufolge als "Chief of Station" bezeichnet. Dies sei eine interne Bezeichnung für den Topspion vor Ort. Dass eine Regierung die Agententätigkeit eines Botschaftsmitarbeiters preisgibt, kommt äußerst selten vor. Die Liste mit 15 Namen wurde an Reporter verschickt, die Obama begleiten.

Zwar wurde der Fehler rasch bemerkt und eine aktualisierte Version der Liste verschickt - ohne den "Chief of Station". Doch bei Twitter wurde das Versehen bereits kommentiert. Der Name des Agenten zirkuliert allerdings nicht öffentlich. Die "Washington Post" gibt an, die Obama-Regierung habe Pressevertreter um Diskretion gebeten, um die Sicherheit des Agenten nicht zu gefährden. Ob der CIA-Chef in Kabul seinen Posten behält, ist laut der Zeitung noch offen.

In den vergangenen Jahren waren unter anderem die Namen von CIA-Chefs in Pakistan bekannt geworden. In mindestens einem Fall hatte es danach Morddrohungen gegeben, der Geheimdienstmann wurde rasch außer Landes geschafft, berichtete die "Washington Post" am Montag.

jok/AP/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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    Seite 1    
1. Versehentlich?
ihawk 26.05.2014
Solche Dinge passieren nicht versehentlich ... Das Enttarnen eines CIA Agenten ist in den USA ein schweres Verbrechen. Ich bin gespannt, wer jetzt den Kopf dafür hinhalten muss.
2. Deppen sind überall
b.santelmann 26.05.2014
Warum sollte es kein Versehen sein ? In großen Organisationen passieren Fehler - völlig normal . Man muss nicht immer eine Verschwörung sehen .
3. Das interessante
ornitologe 26.05.2014
an Verschwörungstheorien ist immer, dass sie benutzt werden um reale Zusammenhänge zu verschleiern. Die Investigatoren sollen mit dieser Keule unglaubwürdig gemacht werden. Deshalb bin ich mit derartigen Meldungen immer etwas vorsichtig. Wo Rauch ist - ist auch Feuer.
4. kaum ein Versehen
MoeWHV 26.05.2014
Den wollte sicher jemand loswerden, und Enttarnung ist ja ein guter Grund ihn zu versetzen...
5. optional
crazy.diamond 26.05.2014
Wird da auch notfalls eine Präsidentenmaschine zur Landung gezwungen wenn der "Verräter" darin vermutet wird..?
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