Berlin/Minsk - Der Besuch war genau geplant: Markus Löning, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesrepublik, wollte drei Tage in Weißrussland verbringen, er hätte mehrere Dissidenten und einen Menschenrechtsaktivisten besuchen sollen, der im vergangenen November zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Außerdem hatte der FDP-Politiker einen Brief von Außenminister Guido Westerwelle im Gepäck, das Schriftstück hätte er an den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko übergeben sollen. Doch aus all den Plänen wurde nichts.
Weißrussland verweigerte Löning die Einreise. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes durfte er am Mittwoch nicht wie geplant zu einem dreitägigen Besuch ins Land kommen. "Ich bedauere sehr, in Minsk nicht willkommen zu sein", sagte Löning nach seiner Abweisung. Dennoch: Die Bundesregierung werde sich weiterhin für die Menschenrechte in Weißrussland stark machen.
Lukaschenko ist seit 1994 Präsident in Weißrussland, er gilt als Europas letzter Diktator. Er ist berüchtigt für seinen Umgang mit Kritikern: Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass er Regimegegner in Hochsicherheitsgefängnissen mit Schwerverbrechern zusammenlegen lässt.
aar/dpa/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Weißrussland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH