Hinweis auf neuen Qaida-Terror US-Regierung warnt Bürger vor Terrorattacken

Die US-Regierung warnt vor Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida im Nahen Osten und in Nordafrika. Das Außenministerium gab eine weltweite Reisewarnung an seine Bürger heraus. Vorsichtshalber werden am Sonntag mehrere Botschaften und Konsulate schließen.

US-Außenministerium: Reisewarnung an alle Bürger
AP

US-Außenministerium: Reisewarnung an alle Bürger


Washington - Die Sorge ist offenbar groß, aber konkrete Informationen fehlen: Die USA haben eine weltweite Reisewarnung herausgegeben. Es gebe Hinweise, dass al-Qaida oder verbündete Terroristenorganisationen Anschläge planten, teilte das US-Außenministerium am Freitag mit. Besonders gefährlich seien der Nahe Osten und Nordafrika. Die Gefahr bestehe bis Ende August, hieß es weiter. Die Terroristen könnten besondere US-Ziele ins Visier nehmen, aber auch den öffentlichen Verkehr oder touristische Infrastruktur.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE informierten die USA auch ihre westlichen Partnerländer in Europa über ihre Befürchtungen, die zeitlich in das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan fallen. Hintergrund der US-Warnung sind demnach abgefangene Botschaften aus dem Umfeld von al-Qaida und dem Terror-Netzwerk nahestehenden Gruppen, die auf mögliche Planungen von Attacken gegen amerikanische und westliche Ziele hinweisen. Bisher aber seien die Indizien nicht konkret, hieß es, deswegen habe man die Warnung für den Großbereich Naher Osten und Nordafrika ausgesprochen.

Am Freitagabend teilte das Auswärtige Amt mit, dass am Sonntag und Montag die deutsche Vertretung im Jemen aus Sicherheitsgründen geschlossen bleibe. Details zu den Hintergründen wurden nicht genannt. Auch Großbritannien schließt seine Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa an diesen beiden Tagen. Eine Sprecherin des britischen Außenministeriums sagte am Freitagabend, es handele sich um eine "Vorsichtsmaßnahme".

Das Auswärtige Amt veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger zunächst nicht. Die Sicherheitslage werde laufend und in enger Abstimmung auch mit den USA überprüft, hieß es am Freitag unmittelbar nach der US-Warnung aus dem Ministerium. "Sollte es zu einer Verschlechterung der Sicherheitslage in einem Land oder in einer Region kommen, wird darauf entsprechend reagiert."

Bereits zuvor hatte Washington mitgeteilt, am Sonntag mehrere ihrer Botschaften und Konsulate aus Sicherheitsgründen geschlossen zu halten. Einige der diplomatischen Vertretungen könnten auch darüber hinaus geschlossen bleiben.

Die meisten US-Botschaften in islamischen Staaten sind an Freitagen und Samstagen geschlossen, öffnen aber am Sonntag. Zu den Vertretungen, die an diesem Sonntag geschlossen bleiben, gehören unter anderem die Botschaften in Afghanistan, Ägypten, Kuwait, Saudi-Arabien, im Irak, aber auch in Israel.

Der Ramadan, der in der kommenden Woche endet, wurde in diesem Jahr besonders im Irak, aber auch in Ägypten von Anschlägen und Unruhen überschattet.

Im vergangenen Jahr hatten wegen eines islamfeindlichen Videos, das in den USA produziert worden war, radikale Islamisten die US-Botschaften in mehreren Staaten gestürmt. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Hafenstadt Bengasi wurden am 11. September 2012 US-Botschafter Christopher Stevens und drei Mitarbeiter getötet.

ler/mgb/dpa/AFP

insgesamt 38 Beiträge
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derjo201 02.08.2013
1. Unerträglich
Zitat von sysopAPDie US-Regierung warnt vor Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida im Nahen Osten und in Nordafrika. Das Außenministerium gab eine weltweite Reisewarnung an seine Bürger heraus. Vorsichtshalber werden am Sonntag mehrere Botschaften und Konsulate zu schließen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/weltweite-reisewarnung-us-regierung-befuerchtet-terroranschlaege-a-914578.html
Diese Angstschürerei ist einfach unerträglich. Aber es ist halt die uralte Taktik, die die Vereinigten Staaten kein bisschen anders nutzen, als alle anderen "Schurkenstaaten": Eine Bevölkerung in Angst lässt sich leichter regieren. Und natürlich überwachen. Noch mag sich Innenministerlein Fritz zurückhalten. Wenn es ihm in den Kram passt, wird er die amerikanische Steilvorlage aber gerne nutzen.
atech 02.08.2013
2.
Zitat von sysopAPDie US-Regierung warnt vor Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida im Nahen Osten und in Nordafrika. Das Außenministerium gab eine weltweite Reisewarnung an seine Bürger heraus. Vorsichtshalber werden am Sonntag mehrere Botschaften und Konsulate zu schließen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/weltweite-reisewarnung-us-regierung-befuerchtet-terroranschlaege-a-914578.html
die Informationen standen doch klar lesbar auf arabischen Internetseiten und die Bestätigung kann jeder Geheimdienstler, der Zugang zum NSA-Spähprogramm hatte, in den e-mails der Möchtegern-Attentäter lesen//Ironie aus// Diese Terrorwarnung soll eine späte Rechtfertigung für das US-Spähprogramm sein, weiter nichts. Erinnert sich noch jemand an die Terror-Codes der Regierung Bush? Dass die US-Amerikaner bei "Code Orange" massenhaft Klebeband kauften, um ihre Fenster gegen einen Giftgas-/Chemikalienanschlag abdichten zu können? - das war genau so unglaubwürdig.
peddersen 02.08.2013
3.
...und sollten die Terroranschläge nicht wirklich eintreffen, machen wir eben selber welche, oder sorgen dafür, daß die Dummen um sich schlagen.....Seit JAHRHUNDERTEN die selbe Masche - So langsam hab ich von dem Land da drüben die Schnauze voll. Können die sich nicht um ihre eigenen Probleme kümmern? Genug hätten sie ja.
hzj 02.08.2013
4. Auf die Warnung warte ich seit Wochen!
Diese Sicherheitswarnung musste einfach kommen, je mehr Details über NSA und Co geleakt werden. So rechtfertigen die Dienste ihre weltweite Überwachung. Wenn nichts passiert, haben sie es verhindert. Wenn doch was passiert, ist der Beweis erbracht, dass die Überwachung noch engmaschiger werden muss, falls das überhaupt noch möglich ist. Und wenn es gar niemand glauben mag, haben die Überwacher ihre Verbindungsleute in den Terrorgruppen, die werden dann schon für Anschläge sorgen. Ob die in letzter Minute aufgedeckt werden oder nicht, bleibt abzuwarten. Das ist zwar zynisch, erscheint mir aber als die Realität in der Überwachungsbranche.
stopfiatmoney 02.08.2013
5.
Zitat von sysopAPDie US-Regierung warnt vor Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida im Nahen Osten und in Nordafrika. Das Außenministerium gab eine weltweite Reisewarnung an seine Bürger heraus. Vorsichtshalber werden am Sonntag mehrere Botschaften und Konsulate zu schließen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/weltweite-reisewarnung-us-regierung-befuerchtet-terroranschlaege-a-914578.html
Die die USA in Syrien selbst unterstützt. Mit Geldern auf Pump, für das die Amerikaner selbst die Gürtel enger schnallen müssen. Und die dann wieder für die Sicherheit der Botschaften mehr zahlen müssen. Nicht nur finanziell, auch außenpolitisch scheint den USA die Kontrolle zu entgleiten. Beängstigend.
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