Cameron in Davos: "Großbritannien wird dem Euro nie beitreten"

Die EU muss flexibler, moderner, besser werden: Der britische Premier David Cameron bekräftigt beim Weltwirtschaftsforum seine scharfe Kritik an Europa. Doch selbst wenn sich die Gemeinschaft reformiert - an einem Beitritt zur Euro-Zone hat London kein Interesse.

Davos - Mit seiner Europa-Rede hat sich Großbritanniens Premier David Cameron nicht gerade beliebt gemacht. Andere EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland und Frankreich haben ihn mit seinen Forderungen nach einer radikalen Reform der Gemeinschaft abblitzen lassen. Doch Cameron hält an seinen Vorschlägen fest.

Fast trotzig legte er beim Weltwirtschaftsforum in Davos nach und argumentierte, mit seinen Vorschlägen wolle er Europa nicht den Rücken kehren - sondern verbessern. "Europa wird heute überholt in Sachen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit." Die EU müsse reformiert, Staatsschulden müssten verringert und die Unternehmenssteuern gesenkt werden. "Wir setzen uns für ein offenes, flexibles und wettbewerbsfähiges Europa ein."

Die Länder der EU dürften aber nicht in eine noch stärker zentralisierte Union hineingedrängt werden. "Staaten haben ihre Geschichten, Traditionen, Institutionen und treffen ihre eigenen Entscheidungen", so Cameron. Für den britischen Premier ist demnach auch klar: "Großbritannien wird wohl nie der Euro-Zone beitreten."

Cameron erklärte - wie schon in seiner Rede am Mittwoch - dass die Bürger Europas das Vertrauen in die Institutionen verloren hätten. Um diese Zustimmung müsse sich die EU neu bemühen. Europa dürfe "die Bürger nicht verärgern".

Applaus von britischen EU-Gegnern

Für die EU hingegen ist derzeit vor allem Cameron selbst ein Ärgernis - vor allem wegen seiner Ankündigung vom Mittwoch, im Falle seiner Wiederwahl die Briten über den Austritt aus der Gemeinschaft abstimmen zu lassen.

Paris war nicht begeistert. Ein Referendum sei "gefährlich für Großbritannien selbst", sagte der französische Außenminister Laurent Fabius. Großbritannien außerhalb der EU betrachte er als "schwierig". Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte, die Forderung nach weiteren Ausnahmeregelungen innerhalb der EU sei nicht hilfreich. "Nicht alles muss in Brüssel und von Brüssel geregelt werden, eine Politik des Rosinenpickens wird aber nicht funktionieren", sagte Westerwelle. "Europa ist nicht die Summe nationaler Interessen, sondern eine Schicksalsgemeinschaft in schwierigen Zeiten."

Positiv nahmen die Ankündigung des Referendums nur die britischen EU-Gegner auf. Der Premier habe etwas getan, was nicht einmal die heilige Margaret Thatcher gewagt habe, kommentierte der konservative "Daily Telegraph". Er habe den Wählern den "Schlüssel zum Ausgang" überreicht. Dafür verdiene er Applaus.

kgp/dpa

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insgesamt 364 Beiträge
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1. Cameron ist super
hasenmann123 24.01.2013
MAn sollte so eine Abstimmung mal in allen EU Laendern abhalten und fragen ob die Voelker Europas diese Union ueberhaupt wollen anstatt dass die politische Elite vorgibt dass die EU das einzig wahre Gute ist um ihre Beamtenpoestchen in Bruessel zu sichern und die Fleischtoepfe in den Haenden weniger zu behalten...Als Pro Argument fuer die EU wird immer das Ausbleiben eines Krieges in Europa seit 1945 genannt...aber daran Schuld ist nicht die Voelkerverstaendigung und die EU sondern einzig und allein die Existenz der Atombombe die einen weiteren grossen Krieg so lange verhindert hat... Die EU an sich dient eher dazu die Konflikte zwischen den Voelkern zu schueren wie man es jetzt in der Krise sieht... diese Anti Deutschland Proteste in Griechenland gaebe es ohne EU gar nicht und es gaebe keine Fahrstuehle zum Weinkeller fuer EU Beamten Witwen auf Steuerzahlers Kosten usw. Das einzige was an der EU vielleicht gut ist ist dass man nicht mehr staendig das Geld wechseln muss wenn man in ein anderes EU Land faehrt...das ist recht praktisch...rechtfertigt aber keinen milliardenteuren Beamtenapparat der Landwirte subventioniert damit sie sich vom harten globalen Wettbewerb ausklinken koennen und Gurkenkruemmungsgrade festsetzt!
2. Muss Europa so modern werden wie Großbritanniens Industrie?
ADie 24.01.2013
Ich glaube nicht.
3. Europäer, die Europäer sein wollen !
HaPeGe 24.01.2013
Zitat von sysopDie EU muss flexibler, moderner, besser werden: Der britische Premier David Cameron bekräftigt beim Weltwirtschaftsforum seine scharfe Kritik an Europa. Doch selbst wenn sich die Gemeinschaft reformiert - an einem Beitritt zur Euro-Zone hat London kein Interesse. Weltwirtschaftsforum Davos: Cameron will nicht in Euro-Zone - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/weltwirtschaftsforum-davos-cameron-will-nicht-in-euro-zone-a-879420.html)
Also hat Mario Monti völlig Recht, wenn er sagt: *«Die EU braucht keine Europäer, die keine Europäer sein wollen, aber sie braucht unbedingt Europäer, die Europäer sein wollen.»* Da die Briten ja offensichtlich keine Europäer sein wollen, sollen sie doch bitte draußen bleiben.
4. Und
querdenker13 24.01.2013
Zitat von sysopDie EU muss flexibler, moderner, besser werden: Der britische Premier David Cameron bekräftigt beim Weltwirtschaftsforum seine scharfe Kritik an Europa. Doch selbst wenn sich die Gemeinschaft reformiert - an einem Beitritt zur Euro-Zone hat London kein Interesse. Weltwirtschaftsforum Davos: Cameron will nicht in Euro-Zone - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/weltwirtschaftsforum-davos-cameron-will-nicht-in-euro-zone-a-879420.html)
Dieser Engländer mag mit seiner Kritik zum Teil recht haben, aber eines muss man auch mal sehr deutlich sagen: *Großbritannien, insbesondere England, gehörte nie wirklich zu Europa!*
5.
coniferia 24.01.2013
"Großbritannien wird dem Euro nie beitreten" Das wundert irgendwen? Wer jetzt noch dem Euro beitritt ist doch nicht mehr zu retten. Die Briten wollten es ja noch nie, aber ganz sicher wirds auch in Zukunft kaum noch jemand wollen (selbst Polen sieht den Beitrittswunsch eher skeptisch inzwischen).
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