Atomprogramm: Westerwelle kündigt neue Sanktionen gegen Iran an

Die Europäische Union erhöht im Konflikt um das iranische Atomprogramm den Druck auf die Regierung in Teheran. Die Gemeinschaft bereite weitere Sanktionen gegen Teheran vor, teilte Guido Westerwelle bei einem Treffen der EU-Außenminister mit. "Wir sind in einer ernsten Lage", sagte er.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP): Atomare Bewaffnung des Iran ist nicht kzeptabelZur Großansicht
dapd

Außenminister Guido Westerwelle (FDP): Atomare Bewaffnung des Iran ist nicht kzeptabel

Paphos - Die Europäische Union bereitet wegen der harten Haltung Irans im Streit um dessen Atomprogramm neue Sanktionen vor. Als möglicher Termin für neue Beschlüsse wurde der 15. Oktober genannt, wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bei einem Treffen der EU-Außenminister am Freitagabend in Paphos auf Zypern ankündigte.

Gegen Iran gelten bereits eine Reihe von Sanktionen. Die internationale Gemeinschaft vermutet, dass das Land unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen arbeitet. Teheran weist diese Vorwürfe zurück und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Kernenergie.

Westerwelle äußerte sich "in großer Sorge über die mangelnden Fortschritte in den Nuklearverhandlungen". "Wir werden eine atomare Bewaffnung des Iran nicht akzeptieren." Die iranische Führung müsse bei den Gesprächen mit der internationalen Gemeinschaft nun endlich "substanzielle Vorschläge" machen.

Im Zuge des Streits verhängte die EU bereits mehrfach Sanktionen gegen den Iran, darunter ein Ölembargo. Die Regierung in Teheran räumte Ende Juli ein, dass die vom Westen verhängten Sanktionen das Wirtschaftsleben im Iran beeinträchtigen.

Großbritannien drängt Diplomaten zufolge auf weitere EU-Strafmaßnahmen, die auf den Energie- und Handelssektor zielen. "Es ist notwendig, den Druck auf den Iran zu erhöhen, die Sanktionen zu verschärfen", sagte der britische Außenminister William Hague.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bemüht sich im Auftrag der fünf Veto-Mächte im Uno-Sicherheitsrat - Großbritannien, Frankreich, Russland, China und der USA - sowie Deutschlands darum, die Atomverhandlungen mit Iran im Rahmen der sogenannten 5+1-Gespräche voranzutreiben.

Ashton wollte die EU-Außenminister in Paphos über die stockenden Verhandlungen informieren und räumte ein, dass ein bereits für Ende August verabredetes Gespräch mit dem iranischen Atom-Unterhändler Said Dschalili noch immer nicht stattgefunden hat.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius und der italienische Minister Giulio Terzi sprachen sich ebenfalls dafür aus, die Sanktionsschraube der EU im Konflikt mit der Regierung in Teheran erneut anzuziehen. "Unser Wunsch ist, dass wir eine politische Lösung bekommen. Aber dazu muss sich der Iran bewegen", sagte Fabius.

Israel betrachtet eine iranische Atombombe als Bedrohung seiner Existenz und erwägt offenbar zunehmend einen militärischen Angriff gegen die iranischen Atomanlagen.

lgr/dpa/AFP

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insgesamt 17 Beiträge
g.raymond 07.09.2012
Es gibt historisch gesehen nur wenig überzeugende Beispiele für den Erfolg von Sanktionen. Auch die Sanktionspolitik gegenüber Syrien oder Iran erscheint mir einfallslos, grausam und konraproduktiv. Ein Trauerspiel, was [...]
Es gibt historisch gesehen nur wenig überzeugende Beispiele für den Erfolg von Sanktionen. Auch die Sanktionspolitik gegenüber Syrien oder Iran erscheint mir einfallslos, grausam und konraproduktiv. Ein Trauerspiel, was Westerwelles Aussenministerium da abzieht, natürlich im Gefolge der westlichen Geopolitik. Irgendwie hat diese Politik Penälerniveau, zeigt das Fehlen von kluger Analyse und realpolitischer Gestaltung.
schandmaul1000 07.09.2012
oh wie originell ist das denn ? Nach Kanada jetzt auch Abbruch der diplomatischen Beziehung ?
oh wie originell ist das denn ? Nach Kanada jetzt auch Abbruch der diplomatischen Beziehung ?
franko_pizza 07.09.2012
Ich frage mich welche sanktionen kann EU noch gegen Iran verhängen. Ich behaupte mit Iranischen öl Embargo seit Juli im kraft ist, hat EU sein Pulver verschossen. Iran ist inzwischen diese Embargo gut verdaut.
Ich frage mich welche sanktionen kann EU noch gegen Iran verhängen. Ich behaupte mit Iranischen öl Embargo seit Juli im kraft ist, hat EU sein Pulver verschossen. Iran ist inzwischen diese Embargo gut verdaut.
graphicdog 07.09.2012
Herr Westerwelle sagt etwas...und keine Sau interessiert sich dafür. In 25 Jahren, die ich mir n politischen Kopp mach, gab es keinen Außenminister, der weniger präsent war. Liegt's daran, dass er zuviel Nonsens geredet [...]
Zitat von sysopDie Europäische Union erhöht im Konflikt um das iranische Atomprogramm den Druck auf die Regierung in Teheran. Die Gemeinschaft bereite weitere Sanktionen gegen Teheran vor, teilte Guido Westerwelle bei einem Treffen der EU-Außenminister mit. "Wir sind in einer ernsten Lage", sagte er. Westerwelle kündigt neue Sanktionen gegen Iran an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854634,00.html)
Herr Westerwelle sagt etwas...und keine Sau interessiert sich dafür. In 25 Jahren, die ich mir n politischen Kopp mach, gab es keinen Außenminister, der weniger präsent war. Liegt's daran, dass er zuviel Nonsens geredet hat, und irgendwer aus seiner Partei ihm den Rat gegeben hat, dass Schweigen Gold ist? Oder liegt's daran, dass unsere Kanzlerdarstellerin das außenpolitische Nichtstun zur Chefsache gemacht hat? Was auch immer der Grund ist, ich finde, man sollte den Mann mal abmahnen. Immerhin bezahlt das Volk ja sein Gehalt. Oder nicht? Oder doch Goldman&Sachs? Wenn nicht gleich, dann vielleicht später? Das schlimmste ist, dass ich nicht weiß, worüber ich mich mehr ärgern soll. Über einen Außenminister, der nichts zu sagen hat, oder über einen Außenminster, bei dem es mir lieber ist, dass er den Mund hält?! graphicdog
laudato 07.09.2012
Erstickt wird zuerst aber die Bevölkerung. Wenn man Friede will sollte man mit allen Beteiligten sprechen , dazu gehört Mut und Können , es gibt Politiker die sprechen von Frieden und meinen auch Frieden , andere dagegen [...]
Erstickt wird zuerst aber die Bevölkerung. Wenn man Friede will sollte man mit allen Beteiligten sprechen , dazu gehört Mut und Können , es gibt Politiker die sprechen von Frieden und meinen auch Frieden , andere dagegen sprechen von Frieden und denken Macht , Krieg letztendlich Ich frage mich wo ist die Lehre von Politiker mit Format , Ruhe und Übersicht gegagen wie Genscher , Kissinger , Gromiko , sie alle fehlen dieser Welt , die haben verhandelt bis die Köpfen rauchten , es waren andere Zeiten , schade , heute werden ganze Länder mit Sanktionen gezwungen , ohne Rücksicht auf die Bevölkerung die für die Konflikten der Führung wenig können , man fragt sich wer ist schlimmer der die Sanktionen verhängt oder der die Sanktionen ertragen muss. Ich glaube dass die Strategie der Sanktionen eine Herstellungsdatum hat aber langsam mussen neue und Demokratischere Mitteln angewandt werden , es muss Rucksicht auch auf die Betroffene genommen werden , sonst gerät man den Gefahr , eine Diktatur mit eine andere Diktatur zu ersetzen , und das kann nicht im Sinne einer Dauerhafte Friede sein.
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  • Freitag, 07.09.2012 – 21:10 Uhr
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Irans Atomprogramm
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.


Republik Iran
REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

Chronik
AFP
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.



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