Kampf gegen Islamisten Westerwelle reist nach Mali

Guido Westerwelle schaltet sich jetzt direkt in den seit Monaten schwelenden Konflikt in Mali ein: Der Außenminister ist am Donnerstagmorgen in das westafrikanische Land gereist. Terroristen dürften in Mali keinen Rückzugsgebiet finden, sagte der FDP-Politiker.


Dakar - Mitten in den internationalen Beratungen über einen Militäreinsatz in Mali besucht Außenminister Guido Westerwelle den westafrikanischen Krisenstaat. Der FDP-Politiker flog am Donnerstagmorgen vom Nachbarland Senegal nach Bamako ab, der Hauptstadt des teilweise von Islamisten beherrschten Landes. Dort will er Gespräche mit der malischen Übergangsregierung und mit Parlamentariern aus der Krisenregion im Norden Malis führen.

"Wir stehen solidarisch an der Seite Malis zur Lösung dieser Krise", sagte Westerwelle vor seinem Abflug. "Ein rechtsfreier Raum am Südrand der Sahara, in dem Terroristen ihr Rückzugsgebiet finden, würde auch unsere Sicherheit gefährden."

Islamisten hatten nach einem Militärputsch im März zwei Drittel des Staatsgebiets im Norden unter ihre Kontrolle gebracht. Derzeit beraten Experten afrikanischer Staaten und internationaler Organisationen in Bamako über eine Militärintervention. Die EU will einen möglichen Einsatz logistisch und durch die Ausbildung malischer Regierungstruppen unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands zu einer Beteiligung erklärt.

Bei Gesprächen in der Hauptstadt Bamako will Westerwelle ausloten, wie in dem Land ein Prozess der Aussöhnung in Gang gesetzt werden kann. "Zur Überwindung der Krise in Nordmali ist ein politischer Prozess vonnöten, der alle gesprächsbereiten und gemäßigten Kräfte einbindet, und der die berechtigten Anliegen der Menschen in Nordmali löst", unterstrich der Minister.

Der Besuch des Außenministers findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde bis zum Abflug geheim gehalten. Westerwelle hatte seine Afrika-Reise am Mittwoch im Senegal begonnen. Am Freitag und Samstag will er mit Nigeria das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Kontinents besuchen.

hen/dpa



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Seite 1
Thom-d 01.11.2012
1. optional
Fragt sich auch, warum es dann in Ordnung ist, wenn dieselben Terroristen in Lybien ein Rückzugsgebit gefunden haben
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