Kampf gegen Islamisten: Westerwelle stockt Hilfe für Mali auf

Außenminister Westerwelle hat der Regierung in Mali Unterstützung im Kampf gegen radikale Islamisten zugesagt. Die Bundesregierung erhöht ihre finanziellen Hilfen für den afrikanischen Krisenstaat auf 13,5 Millionen Euro. Auch eine Vermittlerrolle Berlins soll der Minister ins Spiel gebracht haben.

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Westerwelle in Mali: "Große Bedeutung für die Sicherheit Europas"

Bamako - Im Kampf gegen militante Islamisten steht Malis Regierung nicht allein - diese Botschaft stand im Mittelpunkt der Reise von Außenminister Guido Westerwelle in das nordwestafrikanische Land. Die Bundesrepublik stocke daher ihre Mittel für humanitäre Hilfe um eine weitere Million auf 13,5 Millionen Euro auf, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag bei seinem Besuch in Bamako. "Die Stabilität Malis ist auch von großer Bedeutung für die Sicherheit Europas", betonte Westerwelle.

Diese Mittel würden dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Sie sollen nach Angaben des Auswärtigen Amtes vor allem für Nahrungsmittel, die Gesundheitsversorgung und Hilfe für Überschwemmungsopfer im Norden Malis eingesetzt werden.

Der Norden des Landes wird nach einem Militärputsch vor einem halben Jahr von Islamisten beherrscht, die dort einen streng islamischen Staat errichten wollen. Afrikanische Staaten erwägen eine militärische Intervention, die von der EU mit Ausbildung der malischen Streitkräfte und Logistik unterstützt werden könnten. Darüber wollen die EU-Außenminister am 19. November beraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands zu einer Beteiligung erklärt.

"Kein Rückzugsgebiet für Terroristen"

Nach Angaben aus der deutschen Delegation bot Westerwelle in den Gesprächen mit der malischen Regierung zudem deutsche Unterstützung für innermalische Verhandlungen an. Dies sei auf sehr großes Interesse gestoßen.

"Wir stehen solidarisch an der Seite Malis zur Lösung dieser Krise", sagte Westerwelle. Am Südrand der Sahara dürfe kein Rückzugsgebiet für Terroristen entstehen. Der malische Außenminister Tiéman Hubert Coulibaly bedankte sich für die deutsche Hilfe. "Das Engagement gegen Terrorismus ist etwas, das wir beide teilen", sagte er.

Der Besuch des Außenministers in Mali fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde bis zum Abflug geheim gehalten. Westerwelle hatte seine Afrika-Reise am Mittwoch im Senegal begonnen. Am Freitag und Samstag will er mit Nigeria das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Kontinents besuchen.

syd/dpa/AFP/Reuters

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1.
Kurt Köster 01.11.2012
Zitat von sysopDPAAußenminister Westerwelle hat der Regierung in Mali Unterstützung im Kampf gegen radikale Islamisten zugesagt. Die Bundesregierung erhöht ihre finanziellen Hilfen für den afrikanischen Krisenstaat auf 13,5 Millionen Euro. Auch eine Vermittlerrolle Berlins soll der Minister ins Spiel gebracht haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/westerwelle-sagt-mali-bei-besuch-in-bamako-hilfe-gegen-islamisten-zu-a-864760.html
Der Islamismus läßt sich nur mit dem Sozialstaat bekämpfen. Wer sich dem Islamismus verschreibt (oder einer anderen fanatischen Ideologie), der sieht im zivilen Leben (als Tabakwarenhändler, Schneider, Kommunalabgeordneter usw.) offensichtlich keine ausreichende Perspektive. Die Initiative Westerwelles ist daher im Prinzip zu begrüßen. Es fragt sich nur, ob ein sozialdemokratischer Aussenminister (z.B. Steinbrück) der Aufgabe nicht besser gewachsen wäre.
2. Nichts gelernt ...
juergw. 01.11.2012
Zitat von sysopDPAAußenminister Westerwelle hat der Regierung in Mali Unterstützung im Kampf gegen radikale Islamisten zugesagt. Die Bundesregierung erhöht ihre finanziellen Hilfen für den afrikanischen Krisenstaat auf 13,5 Millionen Euro. Auch eine Vermittlerrolle Berlins soll der Minister ins Spiel gebracht haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/westerwelle-sagt-mali-bei-besuch-in-bamako-hilfe-gegen-islamisten-zu-a-864760.html
in Afganistan ?Die Bevölkerung gehört zu 90% dem Islam an ,der Norden Malis wird beherscht von den Tuaregs-sie wollen Autonomie.Wenn sich in diesem Gemenge die Ungläubigen einmischen, wird es nur die Islamisten stärken.Wenn die Bevölkerung die Radikalen möchte,lasse man sie gewähren.Wo will man sich denn überall noch einmischen?
3. optional
lupenrein 01.11.2012
In Mali geht es auch um die Vertretung von massiven französischen Interessen in der ehemaligen Kolonie Mali mit seinen großen Bodenschätzen. Da ist ein finanzielle Hilfe Deutschlands freilich alternativlos...
4.
hxk 01.11.2012
Zitat von juergw.in Afganistan ?Die Bevölkerung gehört zu 90% dem Islam an ,der Norden Malis wird beherscht von den Tuaregs-sie wollen Autonomie.Wenn sich in diesem Gemenge die Ungläubigen einmischen, wird es nur die Islamisten stärken.Wenn die Bevölkerung die Radikalen möchte,lasse man sie gewähren.Wo will man sich denn überall noch einmischen?
Ich wette die gesteinigten Frauen wollten die Islamisten nicht, ebenso die zwangsverheirateten Frauen. Zählen die für sie nicht? Wie erklärt sich dann ein Pierre Vogel und andere Vögel wie er?
5.
lupenrein 01.11.2012
Westerwelle befindet sich derzeit in Mali. Er sagte wörtlich : es geht auch um die Sicherheit Deutschlands..... aha !
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Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner

Fläche: 1.240.194 km²

Hauptstadt: Bamako

Staatsoberhaupt:
Ibrahim Boubacar Keita

Regierungschef: Moussa Mara

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